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Schüler gießen flüssiges Metall

Nacht der Gießereiberufe Schüler gießen flüssiges Metall

Bei der „Nacht der Gießereiberufe“ betreibt die Firma Winter Nachwuchswerbung auf die praktische Art: Schüler können sich in verschiedenen Berufen direkt ausprobieren.

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Tabea Rohrbach (rechts) gießt unter Anleitung von Pia Lenz flüssigen Kunststoff in eine Form, Paul Holtorf schaut zu.

Quelle: Klaus Böttcher

Stadtallendorf. Es ist bereits das vierte Jahr, in dem die Eisengießerei zur „Nacht der Gießereiberufe“ eingeladen hatte. 58 Schüler von 9 Schulen waren der Einladung gefolgt.

Eingeladen werden Jugendliche, die im nächsten Jahr einen Schulabschluss anstreben. „Auszubildende kamen zu uns in die Schule und haben ihren Lehrberuf vorgestellt“, erzählt Paul Holtorf von der Marburger Sophie-von-Brabant-Schule. Bei der Vorstellung wurde auch die Geschicklichkeit der Schüler getestet. „Wir mussten selber Sachen gießen“, sagt Paul Holtorfs Mitschülerin Tabea Rohrbach und ergänzt: „Wer positiv aufgefallen ist wurde hierher eingeladen.“

„Das ist eine Art Casting, wenn unsere Auszubildenden in die Schulen gehen, aber sie erzählen dabei auch, was der Gießereimechaniker und der technische Modellbauer lernen müssen“, erklärt der Ausbilder Klaus Beck. Meist seien es Schüler, die den mittleren Bildungsabschluss anstrebten, aber man nehme auch Hauptschüler. „Die sind im Praktischen oft sehr gut“, weiß Beck aus Erfahrung und betont: „Qualifiziert sich jemand für den Besuch und ist hier gut, dann stellen wir auch Leute ein, wenn die Noten nicht so gut sind. Wir haben schon oft junge Leute eingestellt, die beim normalen Bewerbungsverfahren durchgefallen wären.“

Tabea Rohrbach und Paul Holtorf gießen gerade Kunststoff unter der Anleitung von Pia Lenz in Formen. Pia Lenz ist im dritten Ausbildungsjahr zur technischen Modellbauerin.

Gießerei benötigt jedes Jahr rund 50 Auszubildende

Sie begleitet die Schüler zur nächsten Station in der Ausbildungswerkstatt. „Hier haben wir Modelle, die wir in unserer Ausbildung bauen. Die Schüler sollen nach der Zeichnung die Modelle zusammenstecken, dazu müssen sie eine Zeichnung lesen können und technisches Verständnis haben“, erklärt Pia Lenz.

Begeistert verfolgt Lehrer Wolfgang Karl, was seine Schützlinge machen. „Unsere Schule ist eine Mittelstufenschule, die sich dadurch auszeichnet, dass unsere Schüler schon ab der fünften Klasse Berufsbeziehungen haben: Es gibt ein Fach Berufsorientierung und ab der achten Klasse besuchen die Schüler einen Tag in der Woche die Berufsschule“, erklärt Wolfgang Karl im Gespräche mit der OP.

Die weiteren Stationen waren direkt im Werk. Dazu zählten beispielsweise das recht schwierige Handformen oder das Gießen von flüssigem Metall – natürlich mit der passenden Schutzausrüstung. An einer Station wurde auch der Anlernberuf Maschinenanlagenführer mit zweijähriger Ausbildungszeit vorgestellt.

Der Bedarf an Auszubildenden der Eisengießerei Fritz Winter beträgt pro Jahr etwa 50 junge Leute. Dazu zählen neben vielen anderen Berufen im Jahr sechs Gießereimechaniker und zwei technische Modellbauer. Als besonders angenehm wird von den Schülerinnen und Schülern bei der Nacht der Gießereiberufe, aber auch beim Tag der Ausbildung, empfunden, dass die Auszubildenden ihre Ansprechpartner sind und nicht die Ausbilder. Bei den beiden Veranstaltungen waren später auch die Eltern eingeladen und erstmals waren auch Schüler aus Laubach dabei, wo Winter auch eine Niederlassung hat.

von Klaus Böttcher

Unter der Anleitung von Marcel Faber baut Tabea Rohrbach ein Modell zusammen. Foto: Klaus Böttcher
 
 
 
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