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Orientierung Schüler entdecken Berufswelten

Bei den Berufsorientierungstagen wollen das Berufsbildungszentrum (BBZ) und das bsj Marburg bei Schülern Interesse am Beruf wecken und dabei den Jugendlichen ihre Stärken aufzeigen.

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Hinter der Tür „Hand made“ bauten die Schüler eine Lampe.

Quelle: Andreas Schmidt

Marburg. Die Berufsorientierung unter dem Motto „Komm rein - mach mit!“ haben die beiden Partner im Jahr 2011 erstmals angeboten. BBZ und bsj hatten sich im Vorfeld mit getrennten Konzepten für das Projekt beworben. Das Gremium der Fördermittelgeber habe damals befunden, dass beide Konzepte individuelle Stärken hätten - und so eine Zusammenarbeit initiiert, um die jeweiligen Stärken in einem Konzept zu vereinen.

Das Konzept geht auf: Im ersten Jahr machten 240 Schüler mit. „Mittlerweile sind es 400, wir sind komplett ausgebucht“, erläutert Anna Maria Köther, Assistentin der BBZ-Geschäftsleitung. Sie hat gemeinsam mit Stephan Freiling-Heiner, Projekt-Mitarbeiter des bsj, die Aktion organisiert und koordiniert.

Die Idee des Projekts: Jugendliche aus den 7. Klassen von Haupt- und Förderschulen können sich im BBZ rund um verschiedene Berufsfelder informieren. Dabei steht vor allem das Praktische im Vordergrund.

Wichtig ist jedoch, dass durch die pädagogischen Mitarbeiter des bsj eine Atmosphäre ohne Leistungsdruck entsteht. Man wolle die Schüler für die Berufe begeistern und ihnen gleichzeitig die Angst nehmen, bei ihren Arbeiten etwas falsch zu machen.

Ziel sei es vielmehr, den Jugendlichen ihre Stärken zu vermitteln und ihnen die Möglichkeit zu bieten, verschiedene Berufe kennenzulernen - „und das, bevor sie beispielsweise schon ein Praktikum absolviert haben“, erläutert Stephan Freiling-Heiner.

Im Vorfeld der Aktion „Komm rein - mach mit!“ mussten sich die Schüler für eine von vier Türen entscheiden.

Hinter diesen verbergen sich verschiedene Berufsgruppen. So könne jeder Schüler nachhaltige Eindrücke mitnehmen und seine eignen Stärken in Bezug auf die erlebten Berufe einschätzen.

Türen decken breites Berufsspektrum ab

Hinter „Hand made: Produkte mit der Hand gemacht“ stellen die Schüler eine kleine Lampe her. Dabei kommen Metallbearbeitung, die Arbeit mit Holz und das Löten einer einfachen elektrischen Schaltung zum Einsatz. „Diese Tür ist vor allem bei den Jungen äußerst beliebt“, weiß Stephan Freiling-Heiner.

Die Mädchen haben auch meist einen Favoriten: Die Tür „Vorher - nachher: Ein neuer Look entsteht“. Dort standen neben Styling und Frisuren auch das Einkleiden über das Fotografieren bis hin zur Bildbearbeitung und Retusche im Mittelpunkt. Dort fanden sich jedoch auch einige Jungs wieder. Dafür hat Freiling-Heiner eine Erklärung: „Wir konnten nicht immer die Erstwahl der Schüler berücksichtigen - alle mussten einen Favoriten und eine zweite Wahl angeben.“

Das tat dem Erfolg jedoch keinen Abbruch: Auch die Jungen waren mit Eifer bei der Sache, ließen sich sogar die Fingernägel lackieren - und waren teils erstaunt, wie lange der Lack trocknen muss.

Ein weiteres Angebot war die vergangenes Jahr etablierte Tür „Blaulicht und Co.“. Dahinter standen die Erste Hilfe sowie Kontakt und Umgang mit hilfebedürftigen Menschen im Vordergrund. Neben einem Erste-Hilfe-Kurs mit dem Anlegen von Verbänden oder dem Erlernen der stabilen Seitenlage stand auch das korrekte Absetzen eines Notrufs im Mittelpunkt.

Und hinter der Tür „Der Sterne-Koch: Von der Zutat bis zur Festtafel“ wurden die Jugendlichen zunächst in die Hygienevorschriften eingewiesen, bereiteten eine Mahlzeit zu und durchliefen auch die Stationen vom Eindecken eines Tisches bis hin zum Service - die Rezepte konnten sie mitnehmen.

von Andreas Schmidt

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