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Schüler beweisen Interesse am Handwerk

Aktionswoche Handwerk Schüler beweisen Interesse am Handwerk

Bei bestem Messewetter und anhaltendem Interesse der jungen Besucher fand am Mittwoch der zweite Schnuppertag der Aktionswoche Handwerk statt. Veranstalter und Schüler zogen ein positives Resümee.

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Akkurat arbeitete Maciek (rechts) in der Werkstatt der Maler- und Lackierer-Innung.

Quelle: Ina Tannert

Marburg. Ausgiebig informierten sich Schüler aus dem gesamten Landkreis an den Ständen, wurden in den Werkstätten aktiv und warfen einen praxisnahen Blick hinter die Kulissen vom künftigen Traumberuf.

Reger Andrang herrschte unter anderem bei der Elektro- und Informationstechnik. Dort erhielten die Jugendlichen einen Einblick in die Automatisierungstechnik und den Steuerungsaufbau moderner Elektronik.

Zum allumfassenden Dauerthema Energieeinsparung stellte die Innung etwa die Entwicklung heutiger Beleuchtungstechnik 
in den Vordergrund, zeigte die Vorteile moderner LED-Leuchten im Vergleich zur alten Glühbirne oder Halogenstrahler. „Energieeffizienz ist immer ein Thema, alles läuft heute auf LED hinaus“, erklärte Lehrlingswart Stefan Gläser, der sich über anhaltendes Interesse am Beruf des Elektronikers freuen konnte.

„Ich finde elektronische Sachen generell interessant, in diese Richtung möchte ich auch beruflich gehen“, entschied nicht nur der 15-jährige Yassin ( Foto: Tannert) von der Richtsberg-Gesamtschule. 
Wie einige seiner Mitschüler plant er bereits eine Weiterbildung und vielleicht eine spätere Lehre in diesem Bereich. Mit der Wärmebildkamera gingen die Jugendlichen der Technik ganz genau auf den Grund, ermittelten Wärmeverlust und Haltbarkeit der Lampen oder überprüften auch mal die eigene Körpertemperatur – der Spaß kam am Schnuppertag sowieso nicht zu kurz.

Gut besucht war ebenso die Werkstatt der Tischlerinnung, in der sich die Schüler über die Arbeit mit Holz, den Umgang mit großen Maschinen informierten und selber Hand an Werkstück und Hobel legten. „Ich arbeite total gerne mit Holz, das macht einfach Spaß“, berichtete Teilnehmer Patrick.

Der 15-Jährige sieht seine Zukunft definitiv im Handwerk, überlegt bereits ein Praktikum in der Tischlerwerkstatt. Zu diesem rieten auch die Ausbilder, die über den Alltag ihres traditionellen Berufes informierten und gleichzeitig mit überholten Klischees der Branche aufräumten: Statt wie vor Jahrzehnten im Dreck und Staub der herumfliegenden Sägespäne arbeiten zu müssen, sorgen heutzutage große Absauganlagen für Ordnung, Sauberkeit und gutes Klima in der Werkstatt. „Es ist sauberer als man denkt. Wir erzeugen weniger Staub als beim Betten aufschütteln“, stellte der stellvertretende Obermeister Guido Textor klar.

Limbacher: Alles durchweg positiv gelaufen

Ebenfalls um sauberes Arbeiten und jede Menge Farben ging es in den Räumen der Maler- und Lackiererinnung, wo die Besucher mit Pinsel, Schablone und Airbrusher hantierten. Beim Schablonieren übertrugen sie bunte Motive und Schriftzüge auf die Pappe, nahmen das kreative Werk als Andenken mit nach Hause. „Man sieht gleich, was man alles geschafft hat – so ist das im Handwerk eben“, betonte Simon Isser vom Landesinnungsverband.
Das Interesse an der bunten Berufsmesse blieb 
 ungebrochen, insgesamt nutzten über 800 Schüler das Angebot, mehr noch als im Jahr zuvor.

„Ich habe nichts zu meckern, es ist durchweg positiv gelaufen“, lautete das zufriedene Fazit von Kreishandwerksmeister Rolph Limbacher. Alle 15 vertretenen Branchen konnten sich nicht über mangelndes Interesse beklagen, selbst die eher weniger beliebten Ausbildungsberufe mit teils hohem Nachwuchsmangel hatten „durchweg volle Räume“. Auffallend dabei war die gute Vorbereitung der Schüler, die häufig mit klaren Vorstellungen und gezielten Fragen an die Ausbilder herantraten. „Die meisten lassen sich nicht einfach berieseln, sondern zeigen echtes Interesse“, lobte Limbacher.

Auch in ihrem 14. Jahr war die Resonanz an der Aktionswoche hoch, das Interesse am Handwerk nimmt zu. „So viele Berufe zum Anfassen auf einem Fleck – das ist schon fast einmalig und immer noch ein Erfolgsmodell“, resümierte Meinhard Moog, 
 Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft. Er hob den großen Einsatz von 50 freiwilligen Mitarbeitern der Innungsbetriebe hervor, die für die Info-Tage auf die gewohnte Mannstärke im Betrieb verzichten.

von Ina Tannert

An der großen Säge der Zimmerer-Innung legten sich Salima (rechts) und Charline ins Zeug. Foto: Ina Tannert
 
 
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