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Schrotthändler muss Stunden ableisten

Aus dem Gericht Schrotthändler muss Stunden ableisten

Das Steuerverfahren gegen einen Schrotthändler ist eingestellt worden, weil Zweifel an seiner Schuld aufgekommen waren.

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Ein Schrotthändler kam vor Gericht um eine Verurteilung herum.

Quelle: Thomas Breme

Marburg. Das Verfahren gegen Stefan L. wurde unter der Auflage vorläufig eingestellt, dass er innerhalb von sechs Monaten 240 Stunden gemeinnützige Arbeit ableistet.

Die Staatsanwaltschaft hatte dem Angeklagten zur Last gelegt, von 2009 bis 2011 als Schrotthändler keine Steuer­erklärungen beim Finanzamt eingereicht und so Umsatz-, Gewerbe- und Einkommenssteuer in Höhe von rund 52.000 Euro nicht gezahlt zu haben.

Als Angestellter gefühlt

Im fraglichen Zeitraum arbeitete L. für seinen Auftraggeber Julian H., bei dem er jedoch nicht fest angestellt war, sondern als Selbstständiger geführt wurde. Vor Gericht versicherte der Angeklagte, bei seinem Arbeitgeber Julian H. regelmäßig Abrechnungen zu seiner Tätigkeit eingereicht zu haben. Der habe sie wohl vernichtet, um selbst Steuern zu hinterziehen, vermutete der Angeklagte. Ein Verfahren gegen H. wegen Steuerhinterziehung wurde bereits eingestellt.

Stefan L. habe sich in seiner Arbeit als Angestellter gefühlt. „Er hat die Pflicht zur Steuer nicht erkannt“, erklärte Verteidigerin Katja Huster. Für ihren Mandanten spreche außerdem, dass sich sein Vorgesetzter trotz mehrfacher Nachfrage weigerte, ihn fest anzustellen.

Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die anwesende Vertreterin des Finanzamts kamen schließlich zum Schluss, dass die ausstehende Summe für den Angeklagten nur schwer zu stemmen sei, sodass Richter Dominik Best das Verfahren gegen die Auflage gemeinnütziger Arbeit einstellte.

von Nico Arnold

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