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Schmied „brütet“ ein Metall-Ei aus

Gisselberger „hohe Kunst“ Schmied „brütet“ ein Metall-Ei aus

Nein, mit Ostern hat sein Ei nichts zu tun, sagt Rüdiger Horn: Der Schmied 
erstellt als Auftragsarbeit derzeit ein Riesen-Ei als Kunstwerk – rund 100 Stunden hat er dafür bisher investiert.

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Der Schmied Rüdiger Horn schweißt eine der Metallplatten an das rund 400 Kilo schwere Ei.

Quelle: Tobias Hirsch

Gisselberg. Rüdiger Horn steht in seiner Schmiede in Gisselberg auf einer kleinen Leiter: Mit einem Hammer klopft er ein grob zurechtgeschnittenes Blech an seinen zukünftigen Platz.

Dann greift er zum Schweißgerät und sorgt mit einigen Punkten dafür, dass das Blech – mittlerweile leicht gebogen – nicht mehr verrutscht. Aus den einzelnen Blechen entsteht derzeit ein knapp drei Meter großes Ei.

Die Idee zu dem Ei geistere seinem Auftraggeber „bestimmt schon seit fünf Jahren im Kopf rum“, sagt Horn. Und nun verwirklicht der Schmied das Projekt: Kurz vor Weihnachten hat er mit der Umsetzung begonnen, „und es macht riesigen Spaß“. Zunächst hat Horn einen Rahmen gebaut: Aus insgesamt 80 Metern Flacheisen formte­ er die Unterkonstruktion des Eies,­ verschraubte diese auf dem Fußboden seiner Schmiede.

Werkstatt ist nicht hoch genug

Nachdem das Gerüst stand, fertigte Rüdiger Horn die Platten für die „Eierschale“: Mit einem Plasma-Schneider schnitt er einzelne Stücke grob aus sogenanntem „Corten-Stahl“, der später den derzeit so begehrten Edelrost ansetzen wird. Stück für Stück brachte er die Teile­ in Form. Doch warum sind die nicht akkurat geschnitten? „Ganz einfach, wenn eine Eierschale reißt, entstehen auch unregelmäßige Muster“, erklärt er. Das wolle er mit dem Projekt ansatzweise nachempfinden.

Anfangs konnte der Schmied noch bequem auf dem Boden stehend arbeiten – doch nun muss er auf die Leiter. „Eigentlich sollte das Ei sogar drei Meter hoch werden, aber die Werkstatt ist nur gut 2,90 Meter hoch“, sagt er lachend. Überhaupt sind die Dimensionen des Kunstwerks gewaltig – so hat es einen Durchmesser von 2,16 Metern und wird später wohl um die 400 Kilogramm wiegen. Das stellt den Schmied vor ganz andere Herausforderungen: Wie kommt es wieder aus der Werkstatt? Denn die Eingangstür ist dafür zu schmal.

„Ich werde wohl Ende dieser Woche fertig werden. Der Plan ist, das Ei dann auf einem Rollwagen zu verzurren und es aus der Seitentür zu schieben“, erläutert Horn. Denn die sei breit genug. Doch gibt es dabei – ­neben Maschinen und ­einem Montagetisch, die erst abgebaut werden müssen – eine weitere Hürde: Ein Durchbruch, durch den das Ei muss. „Der ist 2,17 Meter breit, es sollte also gerade passen“, sagt Horn. Und wenn nicht? „Dann habe ich mir ein Ei ins Nest gelegt“, sagt er ­lachend.

von Andreas Schmidt

 
 
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