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„Schicken Sie uns Studenten“

Technische Hochschule Mittelhessen „Schicken Sie uns Studenten“

Die Technische Hoch­schule Mittelhessen hat ihr Ziel, 100 Studenten in Biedenkopf, noch nicht erreicht. 54 sind dort derzeit eingeschrieben.

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54 Studenten studieren an der Technischen Hochschule in Biedenkopf. 100 sollen es nach dem Willen der Initiatoren werden.

Quelle: Hartmut Bünger

Biedenkopf. Einen eindringlichen Appell hat Eberhard Flammer in den Räumen der Technischen Hochschule in Biedenkopf an Vertreter heimischer Unternehmen gerichtet: „Schicken Sie uns Studenten!“, sagte der Präsident der IHK Lahn-Dill.

Seit mehreren Jahren besteht der Campus Biedenkopf. 54 Studierende sind dort momentan eingeschrieben, im Sommer wird der 50. Student sein Studium beenden. In diesem Jahr haben die Dozenten und die Studenten neue Räume bezogen. Insgesamt 12,5 Millionen Euro hat sich der Landkreis Marburg-Biedenkopf das neue Gebäude kosten lassen, etwa ein Viertel der Räume nutzt die Außenstelle der THM.

„Lohnt sich das Engagement?“, habe ihn vor einigen Wochen ein Dozent aus Gießen gefragt, berichtete Professor Gerd Manthei. Er habe ihn auf die Zahl der bisherigen Absolventen verwiesen. „Das ist ein Investment in unsere Zukunft, dass junge Menschen, die hier studiert haben, dann auch in der Region bleiben“, sagte der Leiter der Außenstelle. Das diene im Übrigen nicht nur den Unternehmen, sondern auch den Vereinen und – Stichwort: Kaufkraft – dem örtlichen Handel.

„Jetzt an die Zukunft denken“

Flammer erinnerte an die Anfänge der Außenstelle. Vor sieben Jahren habe er erstmals das Gespräch mit Vertretern der Technischen Hochschule gesucht. Sein klarer Hintergedanke: Die Unternehmen müssen angesichts der demografischen Entwicklung jetzt schon an die Arbeitskräfte der Zukunft denken. „Wir haben unser Schicksal selbst in der Hand“, sagte der IHK-Präsident, „wir müssen junge Leute aus der Region in der Region für Arbeit qualifizieren“.

Flammer ist zuversichtlich, das angestrebte Ziel zu erreichen. Von Anfang an hat sich die Industrie- und Handelskammer ein klares Ziel gesetzt: Mindestens 100 Studenten sollen es werden. Mit derzeit 54 Studenten ist das Ziel noch nicht erreicht. Die Außenstelle der THM im Hinterland sei eine großartige Möglichkeit, verdeutlichte Flammer den Unternehmern. Jetzt gelte es, an die Zukunft zu denken und die Hochschule mit jungen Menschen zu füllen – unabhängig davon,wie es im aktuellen Geschäftsjahr gerade laufe. Der Biedenkopfer Unternehmer zeigte sich zuversichtlich, das gesetzte Ziel auch zu erreichen: „Das müssen wir bringen, und das können wir auch.“

Vier Studiengänge sind es, die derzeit in Biedenkopf belegt werden können. Dazu gehört neben Ingenieurwesen Maschinenbau in den Fachrichtungen Formgebung und Hygiene Design, Betriebswirtschaftslehre für das Mittelstandsmanagement und Wirtschaftsingenieurwesen für den Vertrieb.

Unternehmer erhalten Überblick über Kosten

Die Hälfte der ab August dreieinhalb Jahre Studienzeit verbringen die jungen Leute an der Hochschule, die andere Hälfte sind sie in den Unternehmen tätig. Professor Gerd Manthei betonte, dass die Hochschule neben den spezifischen Fachinhalten auch „Schnittstellenkompetenzen“ vermittelt: beispielsweise Kreativitätstechniken und Zeitmanagement, aber auch Wirtschaftsenglisch und Betriebsethik.

Die Unternehmer erfuhren zudem, mit welchen Kosten sie rechnen müssen, wenn sie jemanden an der THM studieren lassen. Zum einen zahlen sie den Studenten eine monatliche Vergütung. Darüber hinaus fallen bei einem Bachelor-Studiengang pro Monat und Student 250 Euro an. Schließlich hat das Unternehmen an das CompetenceCenter Duale Hochschulstudien pro Jahr zwischen 100 und 1000 Euro zu zahlen.

„Wie kommen wir denn überhaupt an Studenten heran?“, fragte ein Firmenvertreter. „Das liegt in der Eigenverantwortung der Unternehmen“, sagte Manthei. Es sei Sache der Firmen, die Studenten auszusuchen und anzustellen. Allerdings unterstütze die THM die Unternehmen dabei. So stehen laut Manthei etwa 200 Schulbesuche pro Jahr auf dem Terminplan der Mitarbeiter. Darüber hinaus informiert die Hochschule über die Unternehmen, die Studienplätze anbieten.

Ebenso wie Flammer appellierte Manthei an die Unternehmen, das Angebot zu nutzen. Entscheidende Vorteile von Studium Plus seien der rasche Praxiseinsatz, die Bindung von Nachwuchs, sowie der Wissenstransfer von der Hochschule in die Firma.

von Hartmut Bünger

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