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Sanitär-Handwerk profitiert von guter Konjunktur

Innung sucht dringend Nachwuchs Sanitär-Handwerk profitiert von guter Konjunktur

Der Bericht zur konjunkturellen Lage im Handwerk, Ehrungen und 
 Vorstandsnachwahlen standen im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung der Sanitärinnung Marburg.

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Nach Ehrung und Wahl: Steffen Köster (von links), Wolfram Möller, Harry Heckeroth, Meinhard Moog, Christian Liebmann, Jürgen Pfalz, Peter Dörr und Konrad Schweinsberger.

Quelle: Klaus Böttcher

Anzefahr. „Der konjunkturelle Aufwärtstrend des Handwerks hat zum Jahresende 2015 Bestand“, erklärte der Obermeister der Innung für Sanitär-, Heizung- und Klimatechnik (SHK), Konrad Schweinsberger, in seinem Bericht.

Dafür verantwortlich sieht er die gute Binnenkonjunktur, den Aufwärtstrend am Arbeitsmarkt, die gestiegenen Reallöhne und die niedrigen Energiepreise.

„90 Prozent der Betriebe bezeichnen ihre Geschäftslage als gut“, erklärte Schweinsberger den 22 Innungsmitgliedern. Der Wohnungsbau habe kräftig zugelegt und die Errichtung von Flüchtlingsunterkünften dürfte zusätzlich anregend gewirkt haben, vermutet der Obermeister und meint: „Im SHK-Handwerk ist die Sanierung von Bädern und Heizungsanlagen der treibende Konjunkturmotor.“

Auch die Aussichten sieht Schweinsberger positiv. So sollen gemäß einer Studie bis 2020 rund 30 Milliarden Euro in energetische Haussanierungen investiert werden. „Maurer, Stuckateure, Isolierer und Installateure sowie Heizungsbauer und viele weitere Gewerke sind dafür unverzichtbar.“

Mindestens 1,5 Millionen Wärmepumpen würden in Deutschland in den nächsten Jahren eingebaut. „Damit sollen dann bis 2030 etwa vier Prozent aller Wohnungseinheiten mit Wärmepumpen beheizt werden.“ Sorgen bereitet der Innung ein großes Problem: „Dem Handwerk fehlt der Nachwuchs.“ Nur knapp die Hälfte der in Rente gehenden Handwerker könnten durch Auszubildende besetzt werden.

Schon jetzt bleibt jede zweite Lehrstelle frei

„Schon heute bleibt in Kleinstbetrieben jeder zweite Ausbildungsplatz frei“, betonte Schweinsberger. Ebenso fehlen Meister. Mehr als 180.000 Inhaber würden in den nächsten fünf Jahren einen Nachfolger suchen, so eine Umfrage des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks.

Die Wirtschaft setze große Hoffnungen auf Flüchtlinge als Facharbeiter von morgen. „Viele Flüchtlinge wollen – und müssen – aber schnell Geld verdienen, statt eine Ausbildung zu beginnen und nehmen daher lieber Aushilfsjobs an“, sagte Schweinsberger.

„Sie wollen und müssen damit häufig ihre Angehörigen in der Heimat finanziell unterstützen, manchmal auch noch horrende Schulden an Schlepperbanden zurückzahlen.“ Zusammenfassend betonte er: „Die Helferjobs, die bringen Flüchtlinge nicht weiter. Wir brauchen nicht Hunderttausende Schubkarrenschieber, wir brauchen qualifizierte Fachkräfte, und das in einer sehr, sehr großen Zahl.“

Nach einem Fachvortrag durch Sven Lemme mit aktuellen Informationen zu Trinkwasserhygieneschulung und zum Brandschutz ehrte der Obermeister gemeinsam mit Meinhard Moog, dem Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Jürgen Pfalz für sein 25-jähriges Meisterjubiläum und Christian Liebmann zum 40-jährigen Meisterjubiläum. Zudem wurde Wolfram Möller für seine langjährige ehrenamtliche Tätigkeit im Gesellenprüfungsausschuss der Innung geehrt.

Steffen Köster und Peter Dörr wurden zu zusätzlichen Beisitzern in den Vorstand gewählt.

Der Lehrlingswart Nils Löser beklagte die mangelnde Motivation bei vielen Auszubildenden. So hätten im Januar von den 17 Prüflingen nur 10 bestanden – und das nicht mit herausragenden Leistungen. Das liege aber nicht an den Ausbildungsbetrieben und der Berufsschule, betonte Löser.

von Klaus Böttcher

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