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DVAG weist Vorwürfe vehement zurück

„Rufmord“-Kampagne DVAG weist Vorwürfe vehement zurück

Harte Vorwürfe gegen die Deutsche Vermögensberatung: Ein ehemaliger 
 Mitarbeiter behauptet, er habe im Auftrag des 
Finanzdienstleisters eine Rufmord-Kampagne gegen Carsten Maschmeyer und dessen AWD geführt.

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Schwere Vorwürfe gegen die DVAG: Angeblich soll das Unternehmen dafür bezahlt haben, dass ein ehemaliger Mitarbeiter eine Rufmord-Kampagne gegen den AWD startete.

Quelle: Thorsten Richter

Marburg. Stefan Schabirosky stand zehn Jahre lang in Diensten des Finanzvertriebs AWD. Nun bringt der 46-Jährige offenbar ein Buch heraus – mit dem Titel „Mein Auftrag: Rufmord“. Aus diesem Buch veröffentlichte das „Handelsblatt“ Auszüge. Und Schabirosky behauptet darin, er sei von AWD 2003 entlassen worden und habe sich danach bei der DVAG gemeldet – um seinem ehemaligen Arbeitgeber und dem direkten Konkurrenten der DVAG zu schaden.

Schabirosky behauptet weiterhin, er habe monatlich 5000 Euro dafür bekommen, mit seinem Insiderwissen der AWD und Carsten Maschmeyer zu schaden – und somit seinen persönlichen Racheplan in die Tat umzusetzen. Falls sein Plan gelinge, so der Autor, sei ein ­„Erfolgshonorar“ vereinbart worden – laut „Handelsblatt“ in siebenstelliger Höhe, von zwei Millionen Euro ist offenbar die Rede. Laut den Berichten entwendete Schabirosky unter anderem bei seinem alten Arbeitgeber Unterlagen, ließ „Anti-AWD-Seiten“ im Internet lancieren, reichte anonyme Strafanzeigen gegen den AWD ein, munitionierte Anlegeranwälte und frisierte Papiere.

Schabirosky habe das avisierte Erfolgshonorar immer als seinen „Jackpot“ bezeichnet. Und 2008, als Maschmeyer den AWD an den Versicherungskonzern Swiss Life verkaufte, sah sich der heute 46-Jährige am Ziel, forderte seinen „Jackpot“ ein – bekam ihn aber laut eigenen ­Angaben nicht. Folglich habe er sein Buch geschrieben – offenbar als Abrechnung.

DVAG weist erhobene 
Vorwürfe vehement zurück

Das „Handelsblatt“ zitiert aus dem Buch: „Meine Kampagne lief wie geschmiert: Ich ersann wilde Verdächtigungen gegen den AWD. Von der DVAG finanzierte Juristen machten daraus wohlklingende Schriftsätze an Behörden, mit denen ich bei Journalisten hausieren ging.“ Und weiter: „Die Presse stieg auf meine Story ein.“

Gut eine halbe Million Euro habe er über die Jahre von der DVAG kassiert. Und Schabirosky bezichtigt auch den DVAG-Vorstand und ehemaligen Kanzleramtsminister Friedrich Bohl, von Anfang an in die Intrige eingeweiht gewesen zu sein. Bohl war jedoch auf OP-Anfrage nicht zu erreichen.
Die DVAG hat indes vehement bestritten, in die „Rufmord“-Kampagne verwickelt gewesen zu sein. Man weise die Vorwürfe „entschieden zurück“, teilte das Unternehmen mit.

Die DVAG teilte mit, Schabirosky habe der DVAG nach seinem Ausscheiden beim AWD „offenbar aus Verärgerung“ Informationen über den Konkurrenten und weitere Informationen über die Branche angeboten. „Bei diesen Informationen handelte es sich um allgemein zugängliche Informationen, die jeder Handelsvertreter kennt und bereits bei Schulungen ­offenbart werden.“ Da Schabirosky jedoch über umfassende Branchenkenntnisse im Allgemeinen verfügt und die Branche sich im Umbruch befunden habe, habe die DVAG mit ihm einen Beratungsvertrag als Controller abgeschlossen.

Im Anschluss habe Schabirosky den europäischen Markt der Finanzdienstleister für die DVAG beobachtet. Er sei eigen­verantwortlich tätig gewesen und habe weder Weisungen noch konkrete Aufträge seitens der DVAG erhalten.

Schabirosky scheiterte beim Einklagen des „Jackpots“

„Nachdem keine verwertbaren Arbeitsergebnisse geliefert wurden und die Erkenntnis reifte, dass Schabirosky überwiegend und auf Kosten der DVAG einen persönlichen Rachefeldzug gegen den AWD führte, trennte sich die DVAG Ende 2008 von Schabirosky“, heißt es vonseiten des Unternehmens.

Dieser habe in diesem Kontext eine eidesstattliche Versicherung abgegeben, dass mögliche Missachtungen von Gesetzen auf sein eigenes „Tun und Handeln ohne Wissen, ohne Weisung der DVAG geschehen“ seien. Der Finanzdienstleister teilt weiter mit, dass Schabirosky wohl infolge der Beendigung des Beratervertrages begonnen habe, „haltlose und wenig nachvollziehbare Forderungen gegen die DVAG zu erheben“.

So habe er immer wieder einen sogenannten „Jackpot“ eingefordert, und das auch vor Gericht. „Dies jedoch ohne Erfolg. Das Landgericht Frankfurt am Main wies seine Ansprüche mit der Begründung zurück, dass seine Behauptungen ,so vage und so unkonkret gefasst seien, dass diesem Vortrag jegliche Substanz fehlt‘. Diese Entscheidung wurde in zweiter Instanz vom Oberlandesgericht Frankfurt bestätigt“, so die DVAG.

von Andreas Schmidt
 und unserer Agentur

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