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Bewerbungstraining führt direkt zum Praktikum

Lahntalschule 
Biedenkopf Bewerbungstraining führt direkt zum Praktikum

In der Lahntalschule 
Biedenkopf hat Roth-­Personalleiter Michael Donges geübt, worauf die Schüler bei einem Bewerbungsgespräch achten müssen – und zwei Praktikumsplätze vergeben.

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In einem echten Bewerbungsgespräch konfrontierte Michael Donges (rechts) Hayk Saribekyan auch mit einigen ungewöhn­lichen Fragen.

Quelle: Sascha Valentin

Biedenkopf. Mit Hayk Saribekyan und Jonah Naumann hatten sich zwei Schüler der Klasse 9c für einen Platz im Rahmen des Schulpraktikums im kommenden Januar bei den Roth-Werken in Buchenau beworben. Donges nahm dies zum Anlass, beiden in einem realen Bewerbungsgespräch vor ihren Mitschülern auf den Zahn zu fühlen.

„Wo hat man das schon mal, dass man die Praktikanten vorher kennenlernen kann?“, freute sich Donges über die gegenseitige Gewinnsituation. Denn auch die Schüler profitierten von dieser Zusammenarbeit zwischen Schule und Wirtschaft deutlich. Das sah auch Deutschlehrerin Uta Schröder so, in deren Unterricht das Bewerbungstraining stattfand. Als Berufspraktiker könne Donges den Schülern ganz andere, realistischere Einblicke in eine solche Prüfungssituation vermitteln. Und das tat er auch mit einigen ungewöhnlichen Fragen.

So ließ er die beiden Bewerber etwa Assoziationen zu bestimmten Begriffen nennen, die ihnen spontan einfielen, oder fragte danach, wie die Lehrerin ihren Charakter beschreiben würde und welches Tier sie wären, wenn sie eins sein könnten. Das seien eben keine typischen Fragen, die man als Lehrer mit seinen Schülern trainiere, gab Schröder zu, sondern geheime Tricks der Personalabteilungen.

Vorteil für vorbereitete Bewerber

Auf diese Weise erfahre er auch viel über das Denken und den Charakter der Bewerber, sagte Donges. Darüber hinaus vermittelte er den Schülern aber auch die bekannten Grundlagen für ein Bewerbungsgespräch, das einem ersten Date gleiche, erklärte er: In beiden Fällen zählt der erste Eindruck. Deswegen sollte man hier wie da sein Gegenüber nicht anstarren, aber dennoch den Blickkontakt suchen, während des Gesprächs nicht mit anderen Dingen in den Fingern herumspielen, ordentlich angezogen sein und idealerweise vorab schon Informationen über seinen Gegenüber – bei einem Bewerbungsgespräch über den Betrieb – in Erfahrung gebracht haben.

Gerade die Vorabinformation sei wichtig, so Donges, weil der Bewerber dadurch signalisiere, dass er sich wirklich für den Betrieb interessiere. „Von 100 Gesprächen merkt man aber nur bei 20 Bewerbern, dass diese sich vorbereitet haben“, erklärte Donges. Solche Bewerber hätten natürlich einen Vorteil. Von den beiden Lahntalschülern zeigte sich der Personalleiter beeindruckt. Beide hätten eine sehr gute Vorstellung abgeliefert, was unter den Blicken der Mitschüler sicherlich nicht ganz einfach sei. Für ihr Alter hätten beide sehr gut reagiert und die Praktikumsplätze mehr als verdient, urteilte Donges.

von Sascha Valentin

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