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Rohrzange für widerspenstige Sparschweine

Weltspartag Rohrzange für widerspenstige Sparschweine

In den Taschen klimpert Kleingeld, meistens steckt es noch in bunten Sparschweinen. Viele Marburger kamen am Freitag mit unauffälligen Beuteln zu ihren Banken, um ihr Erspartes einzuzahlen: Es war wieder Weltspartag.

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Lisa Jentsch, links ihre Mama Christina Justus, leerte ihr Sparschwein aus. Sparkassen-Mitarbeiterin Sina Bendix half ihr dabei.

Quelle: Katrin Westphal

Marburg. Bunte Luftballons schmücken die Hauptfiliale der Sparkasse Marburg-Biedenkopf, zwischen Plüschschäfchen und Spielzeug warten Mitarbeiter auf kleine und große Kunden. Die fünfjährige Lisa Jentsch geht direkt auf den Weltspartagschalter zu.

Wieviel Geld sie gespart habe? „Ganz viel“, erklärt Lisa mit ernster Miene. Sie spart für ein eigenes Schlagzeug und drückt das Kuschelschäfchen, das sie von der Sparkasse fürs Sparen bekommen hat, fest an sich.

Ein konkretes Sparziel hat Sven Rehäuser nicht. Der siebenjährige Marburger will einfach nur sparen und stellt sogar zwei volle Spardosen auf den Schalter. Die nächsten Kunden geben zwei mit Münzen gefüllte Wurstgläser ab, und die Sparkassen-Mitarbeiter sind unterschiedlichste Sparmethoden vorbereitet. „Wir helfen auch, wenn es mal klemmt“, erklärt Frank Muth, Leiter des Kundenzentrums, und holt eine Rohrzange heraus. Damit wurde an diesem Tag bereits ein widerspenstiges Sparschwein geöffnet.

Eingezahlt wird in den meisten Fällen auf das klassische Sparbuch, trotz niedriger Zinsen. „Das vermittelt den Kindern eine gewisse Wertigkeit“, sagt Eva-Maria Schieke von der Marketingabteilung der Sparkasse. Schließlich ginge es beim Weltspartag um den Spargedanken, wie Frank Muth ergänzt.

VB-Sprecher will Spargedanken weitergeben

Das Sparverhalten habe sich insgesamt verändert, viele junge Erwachsene würden bereits frühzeitig die Altersvorsorge im Blick haben und die Sparkasse auf diese Entwicklung mit speziellen Angeboten reagieren. Trotz zahlreicher Besucher hätte der Weltspartag im Vergleich zu früher einen geringeren Stellenwert, erklärt Frank Muth.

Diese Veränderung erlebt auch die Volksbank Mittelhessen. Auch dort gilt: „Den Gedanken des Sparens zu erhalten und an die nachkommende Generation weiterzugeben, erachten wie für sehr wichtig“, wie Dennis Vollmer, Pressesprecher der Volksbank Mittelhessen, betont.

Jonathan Volk betritt mit Papa Torsten die Marburger Volksbank-Filiale am Pilgrimstein. „Ich will mir bald einen großen gelben Lego-Roboter kaufen“, erklärt der Zweitklässler sein Sparziel. Vater Torsten findet den Weltspartag sinnvoll, dadurch könne sein Sohn neben Sparen auch das Bankgeschäft kennenlernen.

Nina-Marie Hartmann ist mit ihrer Mutter zum ersten Mal beim Weltspartag und überreicht ihr Sparschwein aufgeregt dem Kundenberater Bruno Strunkeit. Sie strahlt, als sie ein Kuscheltier als Anerkennung fürs Sparen bekommt. Für den Kundenberater sei dies immer der schönste Moment am Weltspartag: „Das Strahlen der Kinderaugen“.

von Katrin Westphal

Jonathan Volk kam mit seinem Vater zur Volksbank-Filiale, wo Bruno Strunkeit den jungen Kunden bediente. Foto: Katrin Westphal
 
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