Volltextsuche über das Angebot:

13 ° / 9 ° Regen

Navigation:
Ringen um Gesundheitstarifvertrag

Mitarbeiter-Befragung am UKGM Ringen um Gesundheitstarifvertrag

Wie gesund und belastet sind und fühlen sich die Mitarbeiter am UKGM? Das soll eine wissenschaftliche Befragung klären, an der die Beschäftigten anonym und freiwillig teilnehmen können.

Voriger Artikel
Bewegende Trauerfeier für Firmengründer
Nächster Artikel
Kriegsreporterin Antonia Rados in Marburg

Auf der Betriebsversammlung am Mittwoch erfuhren die UKGM-Mitarbeiter, dass eine Befragung zum Thema Gesundheit und Gesundheitsschutz starten soll.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Die Positionen liegen weit auseinander, eine Einigung über das weitere Verfahren wurde aber gefunden: Die Gewerkschaft Verdi und UKGM-Geschäftsführung rufen Mitarbeiter in Marburg und Gießen auf, in den nächsten Monaten an einer Befragung zum Thema Gesundheit teilzunehmen.

Die Gewerkschaft Verdi hatte das UKGM zu Verhandlungen aufgefordert, um einen Gesundheitstarifvertrag für Mitarbeiter in der Pflege, Technik und Verwaltung abzuschließen (die OP berichtete). Bisher hat die Charité in Berlin als bundesweit erstes Krankenhaus einen solchen Vertrag ausgehandelt.

An den UKGM-Standorten Marburg und Gießen gab es bisher keine Einigung. „Es gibt gegensätzliche Positionen“, sagte Michael Kroll, Sprecher der Verdi-Vertrauensleute. Die Gewerkschaft fordere zum Beispiel konkrete Mindestbesetzungen in allen Abteilungen, Entlastungen für Nacht- und Schichtarbeit, Langzeitarbeitkonten.

Der kaufmännische Geschäftsführer Dr. Gunther K. Weiß erklärte im OP-Gespräch, dass die Verdi-Forderungen bei einer Umsetzung zu 100 Millionen Euro Mehrkosten pro Jahr führen würden. Weiß hatte auf der Betriebsversammlung erklärt, dass Personal- und Sachkosten im vergangenen Jahr gestiegen seien und in diesem Jahr aufgrund von Tarifsteigerungen weiter steigen, während die Einnahmen stabil blieben.

Weder Verdi noch UKGM haben Einfluss

„Wir sind aber mit Verdi sehr schnell zu einem Einvernehmen gekommen, eine Belastungsanalyse in Auftrag zu geben“, so Weiß. Ein externes Institut soll im Auftrag der beiden Parteien Mitarbeiter über ihre Belastung am Arbeitsplatz befragen. „Die Fragen sollen anonym und in Papierform gestellt werden“, so Weiß. Auf der Grundlage der Ergebnisse sollen weitere Gespräche geführt werden.

Die Freiburger Forschungsstelle Arbeits- und Sozialmedizin werde ein standardisiertes, wissenschaftliches Verfahren anwenden, sodass weder Verdi noch UKGM Einfluss auf die Fragen hätten. Kroll sagte, die Befragung starte im Sommer. Der Zeitpunkt sei noch nicht endgültig festgelegt, sagte Weiß. Eine solche Befragung, zu der mehr als 9800 Mitarbeiter in Marburg und Gießen aufgerufen werden, sei in der Branche bundesweit einmalig, bestätigte Weiß der OP.

  • Aus Sicht des Aktionsbündnisses „Gemeinsam für unser Klinikum“ hat sich die aktuelle Lage am UKGM grundsätzlich in „dramatischer Weise“ verschärft. Das Bündnis plant weitere Aktionen und will darüber beim nächsten Treffen am Dienstag, 24. Februar, um 18 Uhr beim DGB, Bahnhofstraße 6, sprechen.

von Anna Ntemiris

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr