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Riesen-Bus steuert auf Marburg zu

Verträge unterschrieben Riesen-Bus steuert auf Marburg zu

Die Stadtwerke investieren zwei Millionen Euro, um die Linie 7, die auf die Lahnberge fährt, mit Buszügen zu bedienen.

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Die Vertragspartner Dirk Schneider (MAN, von links), Bernhard Fischer (Stadtwerke), Eberhard Mengel (MAN), Sebastian Finck und Andreas Bartsch (beide Sparkasse) sowie Norbert Schüren (Stadtwerke) präsentieren ein Buszug-Modell.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Die Probefahrten vor einem Jahr liefen reibungslos, dennoch gab es Anlaufschwierigkeiten: Das Vorhaben der Stadtwerke, Buszüge anzuschaffen, die jeweils aus einem Bus und einem daran angehängten weiteren Bus bestehen, platzte zwischenzeitlich, wie bei einer Ausschusssitzung auf eine Nachfrage der Marburger Linke herauskam: Die Herstellerfirma des Buszugs, den die Stadtwerke bereits getestet hatten, war insolvent geworden.

In den vergangenen Monaten holten sich die Stadtwerke dann bei drei anderen Unternehmen neue Angebote ein, um nach adäquatem Ersatz zu suchen, sagte der kaufmännische Geschäftsführer der Stadtwerke Marburg, Norbert Schüren, am Dienstag. Der Hersteller MAN bekam letztendlich den Zuschlag. Die Firma soll im August den ersten Buszug liefern, der für die stark frequentierte Linie 7 vom Lahntal zum Klinikum benötigt werde.

Mit 360 PS locker die Lahnberge hoch

Angeschafft werden sollen insgesamt vier Buszüge. Der erste Marburger Buszug, hessenweit eine Besonderheit, soll dann ab dem 7. September, also mit Beginn des neuen Schulhalbjahres, starten. Das insgesamt 23 Meter lange Fahrzeug bietet Platz für 180 Personen und soll insbesondere in den Stoßzeiten zum Einsatz kommen – zum Beispiel morgens im Berufsverkehr und sonntags am Abend, wenn viele Zugreisende vom Hauptbahnhof in den Bus umsteigen. Der Buszug befördere 30 Prozent mehr Personen als ein normaler Bus, so Dirk Schneider von der Firma MAN.

Auch sei es möglich, dass der Buszug die Schüler-Sonderfahrten von Schröck nach Marburg ins Schulzentrum übernimmt, sagte Schüren. Wichtig sei vor allem, dass die Beförderung auf die Lahnberge dadurch optimiert werde. „Dadurch, dass der Anhänger in exakt derselben Spur fährt wie das Zugfahrzeug ist der Buszug sehr wendig. Außerdem wird das Fahrzeug mit einem 360 PS starken Motor ausgestattet, damit er mühelos hoch auf die Lahnberge fahren kann“, so Schneider.

Vorhandene Busse bekommen Fahrradanhänger

Der jeweilige Busfahrer wird in „ruhigeren“ Zeiten den Anhänger Am Krekel abkoppeln, sodass er dann in kleinerer Variante unterwegs ist. Somit sei der Bus sparsamer und umweltschonender als ein Gelenkbus, erklärte Bernhard Fischer, Werkstattleiter der Stadtwerke. Der Buszug ist barrierefrei und der Anhänger ist videoüberwacht, über eine Gegensprechanlage können Fahrgäste mit dem Fahrer in Kontakt treten.

Die Stadtwerke haben für die Finanzierung der neuen Flotte einen Leasing-Vertrag mit der Sparkasse Marburg-Biedenkopf abgeschlossen, erklärten Schüren und Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Andreas Bartsch. Auf Anfrage der OP bestätigte Schüren, dass die Stadtwerke vorhandene Busse umbauen wollen, um bald mit Fahrradanhängern auf die Lahnberge zu fahren. Details nannte er dazu nicht.

von Anna Ntemiris

 
Hintergrund
Die Möglichkeit zur Mitnahme von Fahrrädern in Bussen der Stadtwerke vom Lahntal auf die Lahnberge ist eine der diskutierten Möglichkeiten, den motorisierten Individualverkehr vom Lahntal auf die Lahnberge durch attraktive Alternativen zu reduzieren. Jenseits der Seilbahn-Debatte schlägt ein Gutachten der Planungsgruppe Nord im Auftrag der Stadt daneben unter anderem den Ausbau einer schnellen Direktverbindung für Busse und den Aufbau eines Fahrrad-/Pedelec-Verleihsystem vor. (Studie zum Download unter www.marburg.de)
 
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