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Rhön ruft radikalen Sparkurs aus

Sparziele Rhön ruft radikalen Sparkurs aus

500 Stellen sollen in den nächsten zwei Jahren an den Standorten in Marburg und Gießen gekürzt werden. Hauptgrund für die angepeilten Sparziele ist laut Geschäftsführung der Kostendruck im Gesundheitssystem.

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Der Betriebsrat des Uni-Klinikums Marburg sieht sich seit Freitag in seinen symbolischen Befürchtungen bestätigt, dass die Krankenversorgung am Standort droht, den Bach hinunterzugehen. Ein massiver Stellenabbau steht in den nächsten zwei Jahren an.

Quelle: Archivfoto

Marburg. „Es ist einfach unglaublich, was hier passiert“, empört sich Bettina Böttcher, Vorsitzende des Betriebsrates des Marburger Universitätsklini­kums. „Verraten und verkauft“ fühle sie sich und spricht damit wohl auch für alle anderen rund 8.000 Mitarbeiter der Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) GmbH. An beiden Klinik-Standorten sollen in den nächsten zwei Jahren insgesamt 500 Stellen abgebaut werden. Das zumindest sind die Pläne der Rhön-Klinikum AG, der das UKGM zu 95 Prozent gehört.

In einer internen Mitteilung informierte der Betriebsrat am gestrigen Freitagvormittag die Belegschaft in Marburg über den drohenden Stellenabbau. In einer Arbeitsgruppe, der Vertreter des Konzerns und des UKGM angehören, würden derzeit Zielvorgaben für neue Soll-Stellenpläne entwickelt. „Noch in diesem Jahr sollen in Gießen und Marburg insgesamt 250 Stellen gestrichen werden, im nächsten Jahr noch einmal genauso viele“, erklärt Böttcher gegenüber der OP und betont: „Das alles wird von Rhön forciert.“

Die Geschäftsleitung begründet ihre Sparpläne damit, dass allein das UKGM in diesem Jahr eine Belastung des geplanten Ergebnisses von mehr als zehn Millionen Euro durch Verschlechterung externer Rahmenbedingungen hinnehmen müsse. „Trotz guter Leistungsentwicklung müssen wir feststellen, dass wegen der anhaltenden Unterfinanzierung im Gesundheitswesen der Kostendruck auch bei uns weiter zunimmt. Es ist absehbar, dass die Erlösentwicklung beider Standorte nicht dauerhaft mit der Kostenentwicklung Schritt halten kann“, heißt es in einem Schreiben der Vorsitzenden der UKGM-Geschäftsführung, Dr. Irmgard Stippler, und des Aufsichtsratsvorsitzenden des UKGM und Vorstandsvorsitzenden von Rhön, Wolfgang Pföhler, das am Freitag an die Mitarbeiter ging.

von Katharina Kaufmann

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