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Rhön-Ausverkauf betrifft auch UKGM

UKGM Rhön-Ausverkauf betrifft auch UKGM

Am 13. September wurde der Verkauf des Großteils der Rhön-Kliniken an den Fresenius-Konzern bekannt. Bei der Betriebsversammlung des UKGM wurde dies entsprechend thematisiert.

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300 Beschäftigte des UKGM nahmen nach Schätzung des Betriebsrats gestern an der Betriebsversammlung teil. In erster Linie ging es um den Verkauf eines Großteils der Rhön-Kliniken an Fresenius. Foto: Tobias Hirsch

Quelle: Tobias Hirsch

Nach OP-Informationen wurde das Thema bei der Belegschaftsversammlung in sorgenvoller Stimmung diskutiert. Fresenius sei bekannt für seinen schlechten Stil im Umgang mit dem Personal hieß dabei unter anderem. Da auch der Gesamtkonzern-Betriebsrat erst drei Tage nach dem Bekanntwerden des Deals informiert worden war, seien auch dort alle sehr verärgert und würden das Schlimmste befürchten. Ein allgemeines Klima der Angst und Verunsicherung, begleitete daher auch die Betriebsversammlung, zu der etwa 300 Beschäftigte erschienen waren.

Zwar wird das UKGM als eine von insgesamt vier Kliniken beim Rest des Rhön-Konzerns verbleiben, jedoch stellten sich die Beschäftigten die Frage, wie lange dies Bestand haben werde. Der Verbleib sei auch das Ergebnis von Kartellamtsüberlegungen hieß es. Dadurch, dass Rhön nicht zu 100 Prozent in Fresenius aufgehe, sei der Verkauf möglich gewesen ohne die Aktionäre zu fragen. Die Frage, ob auch die Restkliniken zu einem späteren Zeitpunkt zu Fresenius übergehen würden, sei daher legitim.

Verkaufserlös fließt (überwiegend) an Aktionäre

Konkret selber betroffen sei das Uniklinikum dadurch, dass die für den Konzern zuständigen Wäschefirma, sowie auch die Reinigungsfirma nicht mehr für das UKGM zuständig sein werden. Auch das Zentrum für Informationsverarbeitung (ZIV), das bislang eine Reihe von Dienstleistungen für die Konzernzentrale in Bad Neustadt erbracht habe, sei gefährdet: „Wir wissen nicht, wie viel Arbeit ein um zwei Drittel geschrumpfter Konzern in dieser Beziehung noch für uns hat“, sagte Betriebsratsvorsitzende Dr. Dirk Gehrke nach der Betriebsversammlung der OP. Rhön strebt offiziell an, den „Kern eines neuen Wachstumskonzerns“ darzustellen. Wie die zukünftige Konzernstruktur aussehen werde, war den Anwesenden jedoch noch unklar.

Der Verkauferlös von über 3 Milliarden Euro fließt zu einem großen Teil an die Aktionäre. Positiv für das UKGM ist jedoch, dass es wie auch andere Kliniken entschuldet werden soll. Dadurch würden ab 2014 etwa 7 Millionen Euro an Zinszahlungen eingespart werden. Das Ziel einer schwarzen Null in der Bilanz wird weiterhin verfolgt. Für den Personaletat soll es aber keine Entlastungen geben.

Verhandlungen stehen an

Der Betriebsrat fordert zwar den „Stop des Stellenabbaus“, eine „reguläre Personalbesetzung als Maßstab“ und eine „sofortige Abdeckung des Personalbedarfs“, doch war nach OP-Informationen zu vernehmen, dass es „keine Belastungen, aber auch keine Entlastungen“ in diesem Bereich geben werde.

Kummer machte dem Betriebsrat laut Gehrke, dass eine schon unterschriftsreife Betriebsvereinbarung über Arbeitsplatzgarantien im Zusammenhang mit dem Aufbau einer Zentralverwaltung für Gießen und Marburg gestoppt wurde. „Möglicherweise hat der Stellenabbau bei verkauften Rhön-Kliniken auch Auswirkungen auf Marburg“, schlussfolgerte Gehrke.

Gehrke teilte außerdem mit, dass am 20. Oktober ein Treffen der UKGM-Geschäftsführung mit der Versicherungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL) stattfinden soll. Dort soll versucht werden, eine Lösung für die tarifvertraglich vereinbarte, aber ausgesetzte Zusatzrente der Mitarbeiter zu finden.

von Peter Gassner

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