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„Respekt macht Unternehmen erfolgreicher“

Unternehmertag Stadtallendorf „Respekt macht Unternehmen erfolgreicher“

Rund 290 Gäste kamen zum zweiten Stadtallendorfer Unternehmertag, um nicht nur zu „netzwerken“, sondern auch, um den Ausführungen von René Borbonus zum Thema „Respekt“ zu folgen.

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René Borbonus referierte humorvoll zum Thema „Respekt“ – und regte zum Nachdenken an.

Quelle: Andreas Schmidt

Stadtallendorf. Im vergangenen Jahr hatten die Stadt Stadtallendorf und die „Division Schnelle Kräfte“ der Bundeswehr zur Premiere des Unternehmertags eingeladen – und das mit Erfolg, sodass sich die Veranstalter zu einer Neuauflage der Veranstaltung entschlossen. Und die stieß auf noch größere Resonanz: Waren es im vergangenen Jahr noch etwas mehr als 200 Gäste, folgten dieses Mal 290 Unternehmer der Einladung am Dienstag in die Stadthalle.

„Die zweitgrößte Stadt im Landkreis versteht sich mit rund 13 000 versicherungspflichtigen Arbeitsplätzen als eine aufstrebende Industrie- und Garnisonsstadt in Mittelhessen“, verdeutlichte Bürgermeister Christian Somogyi.

Industrie- und Dienstleistungsunternehmen leisteten ebenso, wie Bundeswehr, Handwerk und Einzelhandel in der Summe „einen großen Beitrag zum Erfolg des Wirtschaftsstandorts Stadtallendorf“, so der Bürgermeister. Das zeige sich auch in der Arbeitslosenquote, die von 5,6 Prozent in 2013 auf 4,2 Prozent im Jahr 2014 gesunken sei.

Investitionen werten Stadtallendorf weiter auf

Er bewerte als ein „besonderes Zeichen für unternehmerische Weitsicht“, dass die Unternehmen jüngeren Menschen einen Ausbildungsplatz und somit ­eine Perspektive böten. Stellvertretend gab Somogyi einige Beispiele: So projektiere Ferrero derzeit eine erhebliche Erweiterung der Logistik-Anlagen mit einem zusätzlichen Hochregallager und zwei neuen Fertigungslinien in Stadtallendorf.

Auch die Eisengießerei Fritz Winter investiere derzeit „Kosten in zweistelliger Millionenhöhe“ in eine Erweiterung der Produktionsstätten. Dadurch und auch durch weitere Investitionen verschiedener Firmen werde „Stadtallendorf weiter aufgewertet“, wie Somogyi sagte. Er forderte die Unternehmer auf, auch weiterhin „mit unternehmerischem Mut und unternehmerischer Weitsicht“ zu führen.

Generalmajor Eberhard Zorn von der „Division Schnelle Kräfte“ betonte die enge Verflechtung zwischen privatwirtschaftlichen Unternehmen „und dem ganz speziellen öffentlichen Unternehmen Bundeswehr“, die beide gleichermaßen Personal benötigten. So benötige die Bundeswehr jährlich rund 2000 neue Zeitsoldaten – und diese kämen zum Teil aus den Unternehmen.

Wirtschaft kann von Offizieren profitieren

„Zur Qualitätssicherung benötigen wir etwa die gleiche Anzahl an Bewerbern“, verdeutlichte Zorn. Das sei derzeit noch kein Problem, in der Zukunft aber vielleicht schon. Denn jährlich verließen auch etwa 2000 Soldaten die Bundeswehr – und strebten wieder auf den Arbeitsmarkt. „Diesen Soldaten möchten wir einen Wiedereinstieg möglichst reibungslos ermöglichen“, so Zorn.

Das sei auch für die Unternehmen personalwirtschaftlich interessant, denn: „Alle Offiziere bringen ein akademisches Studium und alle Feldwebel einen von der IHK zertifizierten Abschluss auf Meisterebene mit“, betonte der Generalmajor. Hinzu kämen Führungserfahrung, Fremdsprachenkenntnisse und Auslandserfahrung – davon könne die Wirtschaft profitieren.

Im Anschluss trat René Borbonus auf, der als häufig genannter „Meister der Rhetorik“ zum Thema „Respekt“ referierte. Seine These direkt zu Beginn: Wer Respekt in die Welt trägt, bekommt auch Respekt zurück. Dennoch gebe es reichlich Respektlosigkeit – „Sie alle sind respektlos, ich auch – aber meistens sind wir es aus Versehen“, sagte er.

Jede zweite „Warum-Frage“ ist laut Borbonus überflüssig

Dabei setze Respekt Energie frei und mache Menschen und Unternehmen nachweislich erfolgreicher und gesünder. Borbonus präsentierte die Top-Fünf-Respektlosigkeiten im Alltag. Auf Platz eins rangiere die Bagatellisierung mit Sätzen wie „ach komm, ist doch nicht so schlimm, das schaffst du schon“.

Platz zwei sei der Kampf zwischen zwei Bedürfnissen: Verbundenheit und Unabhängigkeit. „Dabei bezahlt man das eine mit dem anderen – etwa in einer Beziehung“, erläuterte Borbonus. „Wenn Menschen aufeinandertreffen und für ihre Bedürfnisse eintreten und diese gegenläufig sind – dann wird es respektlos.“ Die dritte Respektlosigkeit des Alltags sei die „Warum-Frage“, davon sei „jede zweite überflüssig“. Denn häufig seien es unechte Fragen, „und die machen Menschen fertig“.

Das „Infragestellen der Konsistenz“ rangiere auf Platz vier. „Wer für die Grünen im Stadtrat sitzt und Demos für den Klimaschutz organisiert, wird keinen Q7 fahren, der 14 Liter schluckt – das wäre nicht konsistent“, so der Referent. Wer die Konsistenz infrage stelle, der stelle die Glaubwürdigkeit einer Person infrage, „und das tut furchtbar weh“. Und die fünfte vorgestellte Respektlosigkeit war der Vergleich. „Der Mitarbeiter des Monats – können wir den leiden?“, fragte er. Dadurch mache man „Kollegen zu Konkurrenten“.

von Andreas Schmidt

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