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Rekordgewinn für CSL Behring

Verkäufe auf 4,65 Milliarden Euro gestiegen Rekordgewinn für CSL Behring

Erstmals in der Unternehmensgeschichte knackte die CSL-Gruppe beim ­Umsatz die Marke von 
6 Milliarden Dollar, ­unterm Strich bleibt ein Gewinn von umgerechnet 1,1 Milliarden Euro.

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Eine Mitarbeiterin von CSL Behring in der Produktion.

Quelle: CSL Behring

Marburg. Paul Perreault, Chef der Gruppe, zeigte sich mit den Zahlen zufrieden. Vor allem CSL Behring, die mit ihren Biotherapeutika das Kerngeschäft der Gruppe bildeten, seien im abgelaufenen Geschäftsjahr zweistellig gewachsen. Um dieses Wachstum weiter zu unterstützen, werde man auch weiterhin in die Standorte investieren.

Auch das defizitäre Geschäft mit Grippe-Impfstoffen, das den guten Zahlen der Gruppe einen leichten Dämpfer versetzte, sei auf einem guten Weg: Die Zahlen habe man erwartet. Durch den Kauf der Sparte von Novartis sei – in Verbindung mit dem eigenen Grippegeschäft – nun „Seqirus“ entstanden – der weltweit zweitgrößte Hersteller von Grippe-Impfstoffen. Perreault betonte, dass der Konsolidierungskurs von Seqirus auf einem guten Weg sei – man erwarte, in 2018 schwarze Zahlen zu schreiben.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Geschäftsentwicklung gehe er auch für das kommende Jahr von einem zweistelligen Wachstum der CSL-Gruppe aus.

Auch in Marburg blickt man positiv auf das abgelaufene Geschäftsjahr: Die Produktverkäufe von CSL Behring seien um 10 Prozent auf umgerechnet 4,65 Milliarden Euro angestiegen. Einen wichtigen Beitrag zum guten Geschäftsergebnis hätten dabei auch erneut die am Standort Marburg hergestellten Medikamente zur Behandlung von Gerinnungsstörungen und Spezialprodukte, die bei schweren seltenen Krankheiten eingesetzt werden, geleistet. Der Umsatz der CSL Behring GmbH in Marburg sei auch im abgelaufenen Geschäftsjahr gestiegen – Zahlen nannte das Unternehmen jedoch nicht.

Standort profitiert von Investitionsprogrammen

„Wir haben einige neue Märkte erschließen können. Aber es war auch ein gutes Jahr in Europa und besonders in einigen osteuropäischen Ländern“, erläuterte Standortsprecher Hans Herberg. Zum positiven Ergebnis hätte die weltweit weiter gestiegene Nachfrage nach Medikamenten aus Humanplasma beigetragen, insbesondere die sehr positive Entwicklung der Umsätze in Nordamerika.

Der Standort Marburg profitiere darüber hinaus von gleich zwei Investitionsprogrammen: Zum einen laufe jetzt noch drei Jahre lang ein globales, fünf-
jähriges Programm. „Dabei werden viele neue Projekte angestoßen und es werden technische Upgrades vorgenommen“, so Herberg. Zudem entstehe in einem zweiten Programm eine neue Basisfraktionierung mit Investitionen in Höhe von 245 Millionen Euro ( die OP berichtete).

Die Anforderungen der kommenden Jahre an die Produkte von CSL Behring werde steigen – um im CSL-Verbund auch adäquat darauf reagieren zu können, müssten die Kapazitäten zur Verarbeitung erhöht werden. „Dazu ist die Basisfraktionierung ein wichtiger Schritt“, betonte Herberg.

Für Craig Shelanskey, den Geschäftsführer der CSL Behring GmbH, ist klar: „Unser Standort Marburg hat mit seiner guten wirtschaftlichen Entwicklung erneut hervorragende Beiträge zur Wertsteigerung der CSL-Gruppe geliefert. Daran werden wir weiterarbeiten, auch, um den zukünftig weltweit zu erwartenden Bedarfssteigerungen bei Plasmaprodukten von CSL Behring entsprechen zu können.“ In den vergangenen Jahren habe das Wachstum immer zwischen 7 und 15 Prozent betragen. In Marburg werde auch weiterhin stark investiert, „das stärkt unsere Zukunft und gibt uns und unseren Mitarbeitern Sicherheit“, so Shelanskey.

Darüber hinaus sei die beständige Kostenoptimierung der operativen Prozesse ein wichtiger Bestandteil des Erfolgs, um in einem sehr wettbewerbsgeprägten Markt und bei anhaltendem Ausgabendruck bestehen zu können. Das ist die Aufgabe des neuen Finanzchefs: Frank Liesner ( Foto: CSL Behring) hat diesen Posten seit dem 1. Juni inne.

„CSL hat mich gefunden, vor zehn Wochen habe ich hier angefangen“, sagt Liesner. Der Diplom-Wirtschaftsingenieur und Master of Finance hat viele Jahre in der Konsumgüter- und Chemie-Industrie gearbeitet und war sieben Jahre im Ausland beschäftigt – unter anderem in Spanien und Südamerika.
„Die Aufgabe, die ich jetzt hier wahrnehme, ist mehr oder weniger ein Endergebnis der Erfahrungen, die ich in den vergangenen Jahren sammeln konnte“, sagt der 43-Jährige. In den vergangenen Wochen habe er ein intensives Programm absolviert, bei dem er auch die ausländischen Standorte und den Stammsitz kennengelernt habe – das sei wichtig, „um zu verstehen, wie die Zentrale funktioniert – und auch, um die Interessen Marburgs vernünftig vertreten zu können“.

Um die Wachstumsziele weiter erfüllen zu können sei es wichtig, „dass auch die Strukturen mitwachsen, die Abläufe müssen sich mitentwickeln – das ist eine der größten Herausforderungen“, sagt er. Es sei eine „große Chance, die internen Abläufe auf eine globalisierte Organisation hin auszurichten“.

Wichtig sei Liesner, dass er die Mitarbeiter auf diesem Weg mitnehme und alles transparent kommuniziere. Auch das Identifizieren der „nachfolgenden Generation von Managern hier am Standort“ sieht Liesner als eine wichtige Aufgabe an, denn der Fachkräftemangel mache auch vor CSL Behring nicht Halt.

von Andreas Schmidt

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