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Rekordbilanz nach dem Generationenwechsel

Deutsche Vermögensberatung (DVAG) Rekordbilanz nach dem Generationenwechsel

Die Deutsche Vermögensberatung (DVAG) erzielte im vergangenen Jahr mehr Umsatz und mehr Gewinn. Mit Spannung wurde die erste Bilanz erwartet, die Andreas Pohl als Nachfolger des DVAG-Patriarchs Reinfried Pohl am Mittwoch vorlegte. Er spricht vom erfolgreichsten Jahr in der Geschichte der DVAG, die der 2014 verstorbene Marburger Dr. Reinfried Pohl gegründet hat.

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Der betreute Gesamtbestand der Deutschen Vermögensberatung in Euro (Stand 15. März).

Quelle: Privatfoto

Marburg. 2015 war in emotionaler Hinsicht ein besonderes Jahr: Die Deutsche Vermögensberatung (DVAG) feierte ihr 40-jähriges Bestehen. Und es war das erste Jahr ohne den Mann an der Spitze, der das Familieunternehmen gegründet und bis zu seinem Tod geführt hat: Dr. Reinfried Pohl war im Juni 2014 verstorben. Sein jüngerer Sohn Andreas Pohl (52) legte nun als Vorstandsvorsitzender seine erste Bilanz vor. Und die enthält Rekordzahlen: Umsatz und Gewinn kletterten nach oben. „Für mich war 2015 ein ganz besonderes Jahr. Der herausragende Geschäftserfolg zeigt, dass der Generationenwechsel im Jahre 2014 eindeutig gelungen ist“, erklärte Andreas Pohl.
 
Wachstum

Der Jahresüberschuss des Konzerns stieg um 20,7 Prozent auf 186,3 Millionen Euro. In der vergangenen Bilanz hatte das Unternehmen noch einen Gewinn-Rückgang zu vermelden. Der Umsatz stieg um 5,5 Prozent auf 1,26 Milliarden Euro. Mit dem Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit in Höhe von 286,4 Millionen Euro habe der Finanzvertrieb ebenfalls eine Rekordzahl zu vermelden, denn das bedeute ein Plus von 7,3 Prozent. „Das Geschäftsjahr 2015 war damit das erfolgreichste in der 40-jährigen Firmengeschichte“, so Andreas Pohl. „Ein Ergebnis, auf das ich mehr als stolz bin.“
 
Das Neugeschäft verlief besonders in der Baufinanzierung gut und brachte 2,8 Milliarden Euro aus. Das ist ein Plus gegenüber dem Vorjahr in Höhe von 22,9 Prozent. Der Finanzvertrieb profitierte von den niedrigen Zinsen, die Investitionen in Immobilien fördern. Im Bauspargeschäft erzielte das Unternehmen ein leichtes Plus und kommt auf 2,1 Milliarden Euro.

DVAG-Vorstandsvorsitzender Andreas Pohl

Lebensversicherungen haben an Attraktivität verloren, einer der Gründe ist die Absenkung des Garantiezinses. Dennoch erzielt das Unternehmen beim Verkauf von neuen Lebensversicherungen 2015 einen leichten Zuwachs von 1,5 Prozent. Bei den Lebensversicherungen liege der Marktanteil der DVAG im Neugeschäft bei 6,4 Prozent. Beim Neugeschäft in fondsgebundenen Lebensversicherungen ist die DVAG nach eigenen Angaben mit 24 Prozent Marktführer. Ein Minus gibt es bei den anderen Versicherungen: Der Gesamtbetrag des Neugeschäfts lag mit 1,6 Milliarden Euro knapp unter dem Vorjahresergebnis.

Das Eigenkapital des Unternehmens – ein wichtiger Indikator für die Stabilität eines Unternehmens – sei mit 56,4 Prozent über dem Marktdurchschnitt und damit solide Grundlage für dauerhaftes Wachstum.

Ähnlich wie Kreditinstitute landauf landab beklagt auch die DVAG die strengeren Vorgaben der Europäischen Union sowie die langanhaltende Niedrigzinspolitik. Die DVAG geht davon aus, dass das Marktumfeld im Jahre 2016 anspruchsvoller wird als 2015. „Zumal sich aus heutiger Sicht keinerlei positive Sondereffekte abzeichnen, wie zuletzt Ende 2014 in Zusammenhang mit der Absenkung des Garantiezinses in der Lebensversicherung“, heißt es im Konzernlagebericht. Die Bilanz der DVAG trage auch wesentlich zum Erfolg der Partnergesellschaften wie zum Beispiel dem Generali-Konzern bei.
 
Standortbestimmung
 
Die DVAG mit rund 3 400 Direktionen und Geschäftsstellen betreut nach eigenen Angaben rund sechs Millionen Kunden und sei damit die größte eigenständige Finanzberatung. Die Zahl der hauptberuflichen Vermögensberater stieg auf nun mehr als 14 000. Das Familienunternehmen wird in der zweiten Generation von Andreas Pohl als Vorstandsvorsitzendem geführt, sein älterer Bruder Reinfried Pohl junior ist Geschäftsführer und Gesellschafter der DVAG Holding GmbH.

„Mein Bruder und ich haben immer wieder betont, die DVAG als Familienunternehmen in die dritte Generation führen zu wollen“, erklärt Andreas Pohl. Diese Entschlossenheit spiegele sich in zwei Neubesetzungen des Aufsichtsrats wider. Seine Ehefrau Jaqueline Pohl sowie seine Schwägerin Dr. Ana Pohl als neue Mitglieder des Aufsichtsrats erfüllen nicht die Frauenquote, „sondern stärken das familiäre Element in diesem wichtigen Gremium“, sagt er. Aufsichtsratschef ist der Marburger Friedrich Bohl, der frühere Kanzleramtschef.

von Anna Ntemiris

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