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Regionalität steht hoch im Kurs

Jahreshauptversammlung der Bäcker-Innung Regionalität steht hoch im Kurs

Über eine gute Ertragslage kann sich die Bäcker-Innung Marburg freuen. Elf Innungsbetriebe 
wurden zudem bei der diesjährigen Brotprüfung zertifiziert.

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Margot Schneider (rechts) überreichte die Zertifikate der Brotprüfung an Reinhold Bierau (von links), Volker Knapp, Dirk Holzapfel, Obermeister Karl-Friedrich Junk, Andreas Carle und Frank Bubenheim. Ebenfalls erfolgreich waren Udo Engelbach, Andrea Horst, Bernhard Nau, Markus Schautes und Heinrich Steitz, die bei der Übergabe nicht anwesend sein konnten.

Quelle: Ina Tannert

Marburg. „Die Umsätze sind stellenweise steigend“, verkündete Obermeister Karl-Friedrich Junk zufrieden während der Jahreshauptversammlung der Innung. Ein Grund dafür: Derzeit profitieren die Bäcker von günstigen Energie- und Rohstoffpreisen. Auch vor größeren Skandalen wurde die Zunft verschont. Im Gegensatz zu anderen Branchen aus dem Lebensmittelbereich – „die Politik ist mit dem Bäckerhandwerk zufrieden“, lobte Junk.

Als Erfolgskonzept stellte sich ebenfalls die diesjährige Brotprüfung der heimischen Bäckereien Anfang des Jahres heraus. (die OP berichtete). Nach Veröffentlichung der Prämierung stieg das Interesse der Kunden und der Andrang vor den Brotregalen sprunghaft an, berichteten mehrere Teilnehmer. Zum Teil wurden manche, bislang nur wöchentlich angebotene Brote, dermaßen beliebt, dass diese nun tagtäglich für die Kunden im Ofen landen.

Wachsendes Interesse erntet zudem die regionale Vielfalt der heimischen Bäckerzunft: Ein stetes Thema der Innungsbetriebe ist der Bekanntheitsgrad ihrer Backwaren und die Bedeutung eines regionalen Bezugs für die Kunden. Diese achten zunehmend auf Herkunft und Verarbeitung der Waren, „Regionalität liegt seit Jahren im Trend“, berichtete Margot Schneider vom Fachbereich Ländlicher Raum und Verbraucherschutz des Landkreises.

Vermarktung entscheidet

Sie gab den Bäckern Tipps für eine erfolgreiche Vermarktung und richtige Bewerbung regionaler Produkte. Um dabei die heimische Herstellung und Verarbeitung zu verdeutlichen, müsse der Weg, den das Brot vom Landwirt bis zum Verbraucher zurücklegt, für die Käufer klar nachvollziehbar sein.

„Ehrlichkeit und Transparenz müssen rüberkommen“, und das über ein einfaches Logo hinaus. „Unser Brot wächst hier, der Weg vom Getreidefeld bis zur Ladentheke ist gut dokumentiert – darauf können wir stolz sein“, stimmte der Obermeister zu. Ziel sei es, die Kunden emotional anzusprechen, dabei „ein gutes Gefühl“ zu vermitteln und „das Brot nicht nur einfach als Brot“ zu vermarkten, betonte Schneider.

Auch ein „ganz heikles Thema“ der Branche kehrte mal wieder auf den Tisch der Innung zurück: Die Schulstandorte, die regelmäßig auf dem Prüfstand stehen, teilte Junk mit. Allgemeiner Nachwuchsmangel und sinkende Schülerzahlen bedrohen bundesweit regelmäßig die Schulstandorte, deren Effizienz und Auslastung von den Ländern im Auge behalten werden.

Schutz vor Ladendiebstahl

In Marburg findet die Ausbildung der Lehrlinge in der Käthe-Kollwitz-Schule statt. Momentan lernen landkreisweit 19 angehende Bäcker sowie 49 künftige Verkäufer in den Mitgliedsbetrieben der Innung. Natürlich wünschen sich die Arbeitgeber eine ortsnahe Beschulung ihres Nachwuchses – darunter könnten bei sinkenden Lehrlingszahlen jedoch Klassengröße und Schulausstattung leiden, gab Meinhard Moog, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, zu bedenken. Er riet dazu, Rücksprache mit der Schule über unklare Lehrinhalte und technische Ausstattung zu halten.

Darüber hinaus informierten sich die Bäcker über den Schutz zur Vermeidung von Ladendiebstählen. Tipps zur Prävention gab Kriminalhauptkommissar Claus-Dieter Jacobi. Auch wenn die Geschäfte und Produkte der Bäckerbranche nicht eben auf der Top-Ten-Liste von Straftätern stünden – „man muss Vorsorge treffen“, betonte er.

Neben einer Auswahl an technischem Schutz gebe es angebrachte Verhaltensregeln im Falle eines möglichen Diebstahls oder Einbruchs. Als oberste Regel im Ernstfall gilt: „Eigenschutz, Leib und Leben gehen immer über Geld.“ Daneben stehe die Vorsorge im Mittelpunkt. So sollte die Ladenkasse regelmäßig abgeschöpft werden und auch sicher positioniert stehen und nicht vom Kundenbereich aus einsehbar sein, um einen Griff in die Kasse gar nicht zu ermöglichen.

Als offiziellen kriminalpolizeilichen Berater des Landkreises kann man den Experten für eine kostenlose Überprüfung des eigenen Betriebes oder eine Schulung zum Umgang mit Ladendieben buchen. Die Innung plant demnächst eine gemeinsame Präventionsschulung für die Betriebe.

von Ina Tannert

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