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Recyceln und reparieren statt wegwerfen

Aktionstag zum Thema „fairer Handel“ Recyceln und reparieren statt wegwerfen

An den Kaufmännischen Schulen fand ein Aktionstag zum Thema „fairer Handel“ statt, um die Schüler für Nachhaltigkeit zu sensibilisieren.

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In einer Abschlussrunde am Projekttag zum Thema „fairer Handel“ stellten Teilnehmer aus den Workshops ihre Erkenntnisse vor.

Quelle: Freya Altmüller

Marburg. „Mit dem zufrieden sein, was man hat – statt immer mehr, neuer, schöner“, das war das Fazit eines angehenden Verwaltungsfachangestellten am Projekttag zum Thema „fairer Handel“ an den Kaufmännischen Schulen.

In Workshops beschäftigten sich die Schüler der Handelsberufe mit unterschiedlichen Themen. Im „Postwachstums-Workshop“ sollten die Schüler Ideen für eine nachhaltige Wirtschaft entwickeln. Ein Schüler schlug gleiche Preise für Marken- und No-Name-Kleidung vor. Ein anderer Vorschlag war es, dafür zu sorgen, dass Lebensmittel von großen Läden nicht mehr weggeworfen werden dürfen.

Florian Bessel und Anne Rudolph vom Verein „Motivés“ stellten das Konzept der solidarischen Landwirtschaft vor. „Es geht darum, den Bauern zu entlasten und vorzufinanzieren“, so Bessel. In Marburg treffen sich zu Beginn des Jahres 170 Mitglieder zu einer Bieterrunde. „Leute mit wenig Geld sollen es sich genauso leisten können wie alle anderen.“ Ein weiterer Vorteil seien die kurzen Transportwege.

Die Industrie verdient – aber nicht die Kakaobauern

Wolfgang Geiß und Hans-Georg Bartsch stellten das „Repair-Café Cappel“ vor, bei dem Ehrenamtliche bei der Reparatur kaputter Dinge helfen.

Ein anderes Workshop-Thema war der faire Handel von Kakao, bei dem die Schüler sich auf einer Landkarte die Verteilung von Anbau und Konsum anschauten. „In nördlichen Regionen wird mehr gegessen und in südlichen mehr produziert“, erklärte ein Schüler in der Abschlussrunde des Projekttags, bei der aus jedem Workshop zwei Teilnehmer von ihren Erfahrungen erzählten. „Am Verkaufspreis einer Tafel Schokolade verdient die Industrie am meisten, nicht die Kakaobauer.“ Die Großhandelsklasse versuchte auf einer Stadtrallye fair gehandelte Kleidung mit Gütesiegeln zu finden. Fündig wurden sie nur in einem Fairtrade-Laden.

In einem anderen Workshop beschäftigten sich die Schüler mit dem Thema Handys. „Es ist wichtig, sie zu recyceln, weil Rohstoffe wie Gold, Silber und Platin darin enthalten sind“, sagte eine Schülerin. Hinzu kommen noch die sogenannten „Seltenen Erden“.

Marktanteil im nachhaltigen Segment nimmt zu

„Nachhaltigkeit ist ein gemeinsamer Prozess“, erklärte Lydia Koblofsky vom Weltladen Marburg, der den Projekttag gemeinsam mit den Kaufmännischen Schulen veranstaltete. Deshalb sei es wichtig, sich zu dem Thema auszutauschen.

Der Projekttag fand bereits zum dritten Mal statt. Während an einem ersten Termin die Teilzeitschüler teilnahmen, gab es einen weiteren Termin für die Vollzeitschüler. Es sei wichtig, dass die Schüler sich in ihrer Ausbildung mit dem Thema befassten, denn der Marktanteil im nachhaltigen Segment nehme zu und sei auch ein wirtschaftlicher Faktor, sagte Schulleiter Siegmar Günther. „Selbst Discounter haben die Produkte im Sortiment.“

Daher sei es wichtig, dass die Schüler beispielsweise ihre Kunden gut beraten können. „In Betrieben ist es an Einzelnen, das Thema voranzubringen“, ergänzte Schuldezernentin Dr. Kerstin Weinbach (SPD).

von Freya Altmüller

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