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Ralf Lüttebrandt "ist der Motor, der das Lager am Laufen hält"

50 Jahre bei Spielwaren Sulzer Ralf Lüttebrandt "ist der Motor, der das Lager am Laufen hält"

Seltenes Arbeitsjubiläum: Ralf Lüttebrandt ist seit 50 Jahren bei der Firma Spielwaren Sulzer beschäftigt. Dafür wurde er am Mittwoch ausgezeichnet.

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Henner Geil von der IHK Kassel Marburg (links) und Firmenchef Wieland Sulzer (rechts) ehrten ­Jubilar Ralf Lüttebrandt für seine 50-jährige Treue zum Unternehmen.Foto: Marcus Hergenhan

Marburg. „Ich komme ja von Berufswegen oft dazu, Urkunden für diverse Betriebsjubiläen auszuhändigen. Aber 50 Jahre in einer Firma, das ist auch für mich eine echte Seltenheit.“ Henner Geil, Leiter des Servicezentrums Marburg der IHK ­Kassel-Marburg, war sichtlich beeindruckt angesichts der besonderen Treue von Ralf Lüttebrandt zu seinem Arbeitgeber Spielwaren Sulzer. Und für diese Treue wurde er am Mittwoch ausgezeichnet.

Am Anfang stand das Kunstgewerbe

Seine Ausbildung zum Großhandelskaufmann absolvierte Lüttebrandt demnach noch unter dem ehemaligen Firmenchef Wolfgang Sulzer, mittlerweile war es aber dessen Sohn Wieland, der die richtigen Worte für den seltenen Anlass fand.

„In all den Jahren war Ralf Lüttebrandt immer zur Stelle, er ist der Motor, der das Lager am Laufen gehalten hat und immer noch hält. Und auch, wenn er heute nur noch einmal die Woche kommt, ist er trotzdem mein wichtigster Angestellter.“

Diese besondere Arbeitszeitregelung hat einen einfachen Grund, Lüttebrandt ist nämlich eigentlich schon seit Ende 2013 in Rente.

„Ich freue mich aber trotzdem immer auf meinen Arbeitstag, das ist für mich eine willkommene Abwechslung“, sagte er.

In seiner langen Zeit bei Spielwaren Sulzer habe es natürlich auch große Veränderungen gegeben. Machte in den 60er Jahren noch das Kunstgewerbe einen großen Teil des Umsatzes aus, konzentrierte die Firma sich bald alleine auf Spielwaren, zeitweilig mit Filialen im Umland, als reiner Großhändler und heute nur noch als großes Spielwarenhaus für Endkunden. „Wir sind ja 1991 von Niederweimar hierher in das Industriegebiet gezogen, damals war das aber noch fast alles grüne Wiese vom ehemaligen Flugplatz“, erinnert sich Sulzer.

Der Computer, für viele langjährige Angestellte die gravierendste Veränderung, sei für den findigen Lagerchef schon eher ein alter Bekannter. „Wir hatten hier schon seit 1974 die ersten alten Rechner verwendet, die waren damals noch riesengroß und bei jedem Stromausfall musste man alles neu eingeben“, erinnert sich Lüttebrandt lachend und ergänzt: „Irgendwann kam dann einer mit so einem kleinen Kasten an - und das Ding war dann mit einem Schlag um Welten besser. Und heute ist das natürlich nochmal eine ganz andere Sache.“

Jubilar konnte seine Kollegen mitziehen

Doch egal, was die Jahre auch mit sich brachten: Auf Lüttebrandt sei immer Verlass gewesen. Auch, als etwa kurz nach der Wende einmal der große Firmen-Lastwagen durch einen Totalschaden zeitweilig durch ein viel zu kleines Fahrzeug ersetzt werden musste. „Damals war der Markt für Nutzfahrzeuge wie leergefegt und wir waren ja noch Großhändler, also mussten wir mit dem kleinen Ding bis tief in die Nacht noch Lieferungen ausfahren. Aber Ralf war immer der Erste, der sich dazu bereit erklärt hat - und dann hat der Rest der Belegschaft wie selbstverständlich mitgezogen, dafür bin ich bis heute dankbar“, sagte Firmenchef Wieland Sulzer.

von Marcus Hergenhan

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