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Raiffeisenbank verwaltet 490 Millionen Euro

Genossenschaftsbank Raiffeisenbank verwaltet 490 Millionen Euro

Die Raiffeisenbank eG für Ebsdorfergrund, Fronhausen und Niederwalgern ist weiter gewachsen. Doch das Zinstief geht auch an der kleinen Genossenschaftsbank nicht spurlos vorüber: Der Überschuss sank leicht.

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Vorstand Harald Emmerich (von links) gratuliert den frisch gewählten Aufsichtsratsmitglieder Walter Horn, Reiner Röder und Holger Piscator, ebenso wie Vorstand Friedhelm Kemper, das scheidende Aufsichtsratsmitglied Bernhard Peil und der stellvertretende Vor­sitzende des Aufsichtsrats, Walter Lemmer.

Quelle: Patricia Grähling

Fronhausen. „Wir können wieder gute Zahlen präsentieren“, kündigte Vorstand Friedhelm Kemper bei der Mitgliederversammlung der Raiffeisenbank Ebsdorfergrund an, deren Geschäftsbereich neben dem Ebsdorfergrund auch Fronhausen und Niederwalgern umfasst.

Zwar habe das Hauptprodukt Geld keinen Preis mehr und das Zinstief sei eine große Herausforderung – dennoch ist das Kundengesamtvolumen gestiegen: Während die Genossenschaftsbank 2009 noch 341 Millionen Euro verwaltete, sind es nun 490 Millionen Euro, im Vergleich zum Vorjahr legte die Bank um 5,5 Prozent zu, wie Vorstand Harald Emmerich im Geschäftsbericht ausführte.

Insgesamt wurden laut Emmerich rund 40 Millionen Euro in 500 neuen Krediten vergeben, davon gingen 60 Prozent an Privatkunden. Insgesamt sind derzeit 202 Millionen Euro Kundenkredite vergeben. Die Bilanzsumme liegt bei 237,4 Millionen Euro und ist damit um 8,4 Prozent gewachsen. Das Eigenkapital wird um zehn Prozent erhöht auf rund 20 Millionen Euro. Erstmals sei der Zinsüberschuss leicht zurückgegangen – um rund 100.000 Euro.

„Bank für die Zukunft wetterfest machen“

„Für 2018 rechnen wir mit einem Rückgang um 600.000 Euro“, prognostizierte Emmerich. Auch das Betriebsergebnis hat sich leicht verschlechtert: Machte die Bank 2015 ein Plus von 300.000 Euro, so sind es für 2016 noch 269.000 Euro. Ein Großteil davon wird laut Mitgliederbeschluss zum 1. Juni in Form von fünf Prozent Dividende ausgeschüttet: 132.000 Euro gehen an die 4329 Mitglieder der Raiffeisenbank.

„Es gilt nun, die Bank für die Zukunft wetterfest zu machen“, betonte Kemper. Die Kundenfrequenz in den Filialen sei deutlich rückläufig, daher habe die Bank ihre Öffnungszeiten angepasst – unter der Prämisse, dass jede Filiale jeden Tag geöffnet habe. „Wir bleiben da, wo unsere Kunden sind“, versprach der Vorstand. So habe die Raiffeisenbank gegen den Trend 50.000 Euro in einen neuen Geldautomaten in Wittelsberg investiert. Der steht nun im Grundtreff und könne auch von den Kunden der Sparkasse gebührenfrei genutzt werden.

„Unser regional ausgerichtetes Geschäftsprinzip ist jedoch mittlerweile massiv gefährdet“, warnte Kemper. Das gelte für Genossenschaftsbanken ebenso wie für Sparkassen. Daher müsse gegengesteuert werden: Kosten müssen gesenkt und Erträge stabilisiert werden. „Auch Kooperationen mit Nachbarbanken sind jetzt schon nötig.“

Wirtschaftsmotor 
im ländlichen Raum

„Unsere Raiffeisenbank ist ein Wirtschaftsmotor im ländlichen Raum“, sagte Fronhausens Bürgermeisterin Claudia Schnabel. Kritik an der Verlegung des Geldautomaten in Wittelsberg und der Streichung eines Überweisungsautomaten kam während der Versammlung seitens eines Mitglieds auf. Kemper erklärte, dass die bisherigen beiden Automaten den technischen Anforderungen nicht mehr genügten.

Der Standort im bisherigen Raiffeisengebäude sei zudem nicht mehr sicher genug – und auch nicht mehr versicherbar. Für einen Überweisungsautomaten war laut Kemper die Nutzungsquote zu gering. Auf die Nachfrage fügte Emmerich an, dass die Raiffeisenbank das Gebäude, in dem die Automaten bisher untergebracht waren, gerne verkaufen oder der Dorfgemeinschaft zur Nutzung zuführen würde.

Ebsdorfergrunds Bürgermeister Andreas Schulz widersprach der Kritik, betonte, dass die Bank ihrer sozialen Verantwortung gerecht werde, investiere und Automaten erhalte, während die Sparkasse im Nachbarort eine Filiale streicht und keinen Geldautomaten dort belässt.

Zum Programm gehörte auch ein Vortrag von Hans Joachim Reinke, Vorstandsvorsitzender bei Union Asset. Er sprach über Anlagen an einem herausfordernden Kapitalmarkt. Eine­ Zinswende erwarte er „wenn überhaupt frühestens ab 2018“. Aktien hingegen seien als Beimischung immer noch attraktiv. „Die Kurse und Gewinne steigen, die europäischen stärker als die amerikanischen“, sagte er und verwies darauf, dass Anlagekonzepte individuell zugeschnitten werden sollten.

von Patricia Grähling

Wahlen
Bei der Mitgliederversammlung der Raiffeisenbank eG standen Neuwahlen von Aufsichtsratmitgliedern an: Der Aufsichtsratsvorsitzende Walter Horn wurde wiedergewählt, ebenso Aufsichtsratsmitglied Reiner Röder. Bernhard Peil schied aus dem Aufsichtsrat aus, weil er die Altersgrenze erreicht hat. Er war 37 Jahre in dem Gremium tätig. Für ihn wurde der Steuerberater Holger Piscator aus Dreihausen neu in den Aufsichtsrat gewählt. Alle Mitglieder wurden einstimmig von der Versammlung gewählt.
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