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Puttrich warnt vor Grenzschließungen

Wirtschaftsrat Hessen Puttrich warnt vor Grenzschließungen

Die Zukunft der EU war das Thema der Hessischen Staatsministerin für Deutschland- und Europaangelegenheiten Lucia Puttrich (CDU), zu der die Sektion Marburg-Biedenkopf des Wirtschaftsrats Hessen eingeladen hatte.

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Staatsministerin Lucia Puttrich sprach vor Vertretern der heimischen Wirtschaft und von Verbänden zur Zukunft der EU.

Quelle: Heiko Krause

Fronhausen. Sektionssprecher Stefan A. Oberhansel begrüßte die Ministerin und zahlreiche Unternehmer in den Räumen der Firma Seidel. Er freute sich, betonte er, auch Mitglieder der Sektionen Gießen und Wetzlar begrüßen zu können, „denn im größeren Netzwerk entstehen bessere Dialoge“. In diesem Sinne hielt Puttrich auch nur einen relativ kurzen Impulsvortrag, um anschließend mit den Unternehmern ins Gespräch zu kommen und Fragen zu beantworten.

Zuvor stellte Dr. Andreas Ritzenhoff, geschäftsführender Inhaber der Seidel GmbH & Co. KG sowie der Carus GmbH & Co. KG, kurz das Unternehmen vor, das seit langem ein Weltmarktführer hochwertiger Verpackungen etwa für die Kosmetikindustrie ist und seit etwas mehr als einem Jahr auch LED-Lampen produziert. Ritzenhoff betonte, dass es auch aus ökologischer Sicht wichtig sei, Produkte in Deutschland herzustellen, um umweltschädliche Transportwege zu vermeiden.

Puttrich lobte die heimische Wirtschaft unter anderem als Ausbilder. Sie sei mit verantwortlich, dass hier – anders als in anderen europäischen Ländern – die Jugendarbeitslosigkeit gering sei. Anschließend setzte sie sich eindringlich für Europa ein, auch und gerade in heutigen schwierigen Zeiten. „Es bleibt Europa gar nichts anderes übrig, als zusammenzurücken“, sagte die Ministerin. Denn nur so könnten Stabilität und damit verbunden Sicherheit gewährleistet werden.

„Für die Wirtschaft ist es eine extrem schwierige Situation“

Auch Puttrich kam am die Nachrichten bestimmenden Thema Flüchtlingskrise und dem Umgang damit nicht vorbei. Vor allem wirtschaftlich starke Länder wie Deutschland, Schweden oder Dänemark müssten zudem die Herausforderung der steigenden „Armutszuwanderung“ bewältigen. Dass beispielsweise Osteuropa keine Flüchtlinge aufnehmen wolle erkläre man dort damit, dass man keine Erfahrungen mit dem Thema habe, so Puttrich. Generell sei die Akzeptanz von Flüchtlingen in Staaten höher, denen es wirtschaftlich gut gehe.

Zur Diskussion der Grenzsicherung mahnte sie, dass innerhalb der Europäischen Gemeinschaft eine Schließung verheerende Auswirkungen auf den Binnenmarkt habe – dabei sei dieser für die EU-Mitgliedsstaaten enorm wichtig. Schon jetzt mache es sich bemerkbar, wenn beispielsweise LKW verstärkt kontrolliert würden. „Für die Wirtschaft ist es eine extrem schwierige Situation“, betonte Puttrich. Und Europa werde derzeit leider zu sehr nur unter dem Aspekt der Flüchtlinge betrachtet, während es in der Vergangenheit oft um Bürokratie gegangen sei.

Im Umgang der Staaten untereinander müsse nach Lucia 
Puttrichs Auffassung auch beachtet werden, dass es gravierende Unterschiede gebe. 
Osteuropa habe beispielsweise noch keine so langjährige Demokratieerfahrung. Dort sei durch die Nähe zur Ukraine aber umgekehrt die Angst vor dem Verhalten Russlands stärker als etwa im Westen und Süden.

Ausstieg Großbritanniens wäre ein „falsches Signal“

„Europa soll den Rahmen geben“, verdeutlichte Puttrich. Entscheidungen müssten nach wie vor auch die einzelnen Staaten treffen. Gleichzeitig dürfe Europa aber auch nicht abhängig von den Interessen einzelner Staaten sein. Sie räumte ein, dass es seitens anderer Angst vor einem zu starken Deutschland gebe.

„Aber Europa braucht ein starkes Deutschland und Deutschland braucht ein starkes Europa.“ Zum diskutierten Ausstieg Großbritanniens sagte die Staatsministerin, dass dies ein falsches Signal wäre.

Abschließend lud die Ministerin die Anwesenden ein, die Ländervertretung in Brüssel zu besuchen. Dort, so versprach sie, würden passende Gesprächspartner vermittelt und die Unternehmen fänden offene Ohren zu ihren Problemen.

von Heiko Krause

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