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Psychische Erkrankungen nehmen zu

Gesundheitsreport Psychische Erkrankungen nehmen zu

Die DAK hat Menschen zwischen 25 und 39 nach den Ursachen ihrer Fehltage bei der Arbeit befragt. Das Ergebnis: Es gingen mehr Arbeitnehmer aufgrund psychischer Probleme zum Arzt.

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Das Symbolfoto zeigt eine depressive Frau an ihrem Arbeitsplatz. Psychostress im Job gilt als einer der Hauptgründe für Fehlzeiten und Frühverrentung. Foto: Oliver Berg

Quelle: Oliver Berg

Marburg. Der Kreis Marburg-Biedenkopf, bedingt durch seinen großen Anteil an Beschäftigten im produzierenden Gewerbe, hat die meisten Krankheitsfälle im Bereich des „Muskel-Skelett-Systems“: Die psychischen Erkrankungen sind jedoch auch in der Region auf dem Vormarsch. „Seit dem Jahr 2000 sind die Fehltage auf diesem Sektor in Hessen um 90 Prozent gestiegen und allein in unserem Kreis kamen im Jahr 2013 20 Prozent dazu“, erklärt Erhard Gessner von der Krankenkasse DAK in Marburg.

Er stellte den aktuellen Bericht zur Gesundheit der Beschäftigten in Hessen im Rahmen eines Pressegesprächs vor. Dazu waren die Apothekerin Claudia Baniahmad als Expertin der Pharmazie und Landrätin Kirsten Fründt als Vertreterin der Politik gekommen.

„Natürlich sind Beschäftigte bei den großen Arbeitgebern unseres Kreises, wie etwa Ferrero oder Eisengießerei Winter, einer anderen körperlichen Belastung ausgesetzt, als im großen Frankfurter Dienstleistungssektor. Eben diese Unternehmen sorgen andererseits aber auch für eine enorm niedrige Arbeitslosenquote im Kreis Marburg-Biedenkopf,“ ergänzte Fründt.

Das psychische Erkrankungen allerorten auf dem Vormarsch sind, ist für Apothekerin Baniahmad einleuchtend: „Heute wird zum einen natürlich sehr viel mehr erfasst, was früher schlichtweg nicht beachtet wurde und zum anderen ist es eben auch so, dass wir ein ganz anderes Verhältnis zu Lebensrisiken und Misserfolgen haben, als etwa die Nachkriegsgeneration. Heute muss alles perfekt sein und das funktioniert einfach nicht immer.“

Kinder und/oder Karriere?

Tatsächlich zeigten sich befragte Personen mit Kindern als hier weniger anfällig, gingen also auch mit Problemen gelassener um. „Ein großes Thema dieser Zeit ist für die Beschäftigten ganz klar die Koordination von Kindern und Karriere, deswegen haben wir uns ja ganz bewusst in dem Bericht auf die Altersgruppe 25 bis 39 fokussiert,“ bemerkte Gessner. In eben dieser „Rush Hour des Lebens“ muss nämlich meist alles passieren, der Karriereaufstieg ebenso wie die Familienplanung.

„Hier ist aus dem Bericht einerseits heraus zu lesen, dass sowohl Beschäftigte als auch Arbeitgeber sich darin einig sind, dass flexible Arbeitszeitmodelle einfach unumgänglich werden, andererseits sehen aber nach wie vor mehr Frauen ihre Karriere durch den Kinderwunsch gefährdet als Männer“, fasste Fründt zusammen. Es gibt also immer noch einiges zu tun, etwa bei der Versorgung älterer Kinder am Nachmittag.

„Bei den Kindergärten und Krippenplätzen sieht es derzeit in der Region deutlich besser aus als noch vor Jahren, aber bei den weiterführenden Schulen braucht es noch etwas mehr Betreuungsangebote,“ so Fründt und Baniahmad.

von Marcus Hergenhan

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