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Praktiker beginnt Abverkauf in 51 Märkten

Insolvenz Praktiker beginnt Abverkauf in 51 Märkten

Am Donnerstag sollte am Afföller in Marburg eigentlich eine Feier stattfinden - anlässlich der geplanten Umstellung des Praktiker-Marktes auf Max-Bahr. Doch seit der Insolvenz herrscht dort gähnende Leere.

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Der Praktiker-Markt in Marburg ist geschlossen. Kurz nachdem die Baumarktkette verkündete, dass in Marburg aus Praktiker Max Bahr wird, kam der Insolvenzantrag.Archivfoto

Marburg. Die Suche nach Investoren für die insolvente Baumarktkette Praktiker läuft auf Hochtouren. Aber schon jetzt ist klar: Fast ein Drittel der Praktiker-Standorte hat keine Zukunft. Bei der insolventen Baumarktkette Praktiker beginnt in 51 Filialen der Ausverkauf. An den betroffenen Standorten werde die Ware zu Sonderpreisen verkauft, bis die Märkte spätestens Ende Oktober leer seien, teilte der vorläufige Insolvenzverwalter Christopher Seagon am Freitag in Hamburg mit. Darunter sind drei extra Bau- und Hobby-Märkte.

Diese Märkte erwirtschafteten seit Längerem deutliche Verluste und belasteten damit die anderen Filialen, heißt es in der Mitteilung. Der Abverkauf mit hohen Rabatten beginne voraussichtlich in der kommenden Woche. Insgesamt besteht die Kette gegenwärtig aus 168 Praktiker-Märkten, 14 extra Bau- und Hobby-Märkten sowie 132 Märkten unter der Marke Max Bahr. Davon sind 78 alte Max-Bahr-Märkte und 54 erst vor kurzer Zeit von Praktiker zu Max Bahr umgeflaggte Standorte. Sie werden ebenfalls von Seagon verwaltet. In den übrigen Praktiker-Filialen des Konzerns gehe der Verkauf mit allen Beschäftigten unverändert weiter, heißt es in der Mitteilung. Die Warenversorgung sei auf der Grundlage eines Massekredits sichergestellt. Für die alten Max-Bahr-Märkte gilt das noch nicht, soll aber in Kürze unter Dach und Fach sein. Max Bahr hatte zwei Wochen nach der Muttergesellschaft Praktiker den Insolvenzantrag gestellt. Für die Tochtergesellschaft wurde ein eigener vorläufiger Insolvenzverwalter berufen, ebenso für die Holding.

1500 fest Angestellte haben eine Chance

Den insgesamt 1500 festen Angestellten sowie weiteren 1000 geringfügig Beschäftigten an den 51 Standorten werde zunächst nicht gekündigt. „Diese Märkte haben unter dem Dach von Praktiker oder Max Bahr keine Perspektive“, sagte Seagon. „Ein leer verkaufter Markt aber ist insbesondere für potenzielle Investoren anderer Branchen interessanter als ein Markt mit Ware.“ Deshalb gebe es die Chance, dass Standorte und Beschäftigte übernommen werden könnten.

Entsprechende Anfragen seien bereits eingegangen. Wie es mit den weiteren Standorten der Praktiker-Gruppe weitergehe, werde der laufende Investorenprozess zeigen. Dazu seien weitere Detailprüfungen notwendig. Verschiedene strategische und Finanzinvestoren hätten bereits ihr Interesse an der Gruppe als Ganzes oder Teilen davon bekundet. Mit konkreten Angeboten sei Anfang kommenden Monats zu rechnen. Praktiker hatte vor einem Monat einen Insolvenzantrag gestellt, nachdem das Unternehmen durch Managementfehler in eine hartnäckige Krise geraten war. Zunächst führte eine verfehlte Rabattstrategie zu Verlusten, dann erodierte die Kundenbasis. Der Konzern war zu geschwächt, um die Branchenflaute des ersten Halbjahres wegen des schlechten Wetters noch zu überstehen.

Wie soll es weitergehen?

Der Marburger Markt ist bereits seit Wochen geschlossen. „Weil wir uns auf die Umstellung und den Umbau zu einem Max-Bahr-Markt vorbereitet hatten“, erklärte am Freitag ein Mitarbeiter. Der Abverkauf hatte in Marburg daher schon vorher begonnen. Der Markt am Afföller sei leer geräumt.

Ein Teil der Beschäftigten warte nun zu Hause auf die Nachricht, wie es weitergehen könnte. Vor September werde aber sicherlich keine Entscheidung verkündet werden. Der In­sol­venz­ver­wal­ter hofft, dass sich In­ves­to­ren eher für leere Märk­te in­ter­es­sie­ren als für sol­che, die noch mit Ware voll­ge­stellt sind. Den Mit­ar­bei­tern der Märk­te werde vor­erst nicht ge­kün­digt. Wie die Le­bens­mit­tel Zei­tung be­rich­tete, hat der Me­tro-Kon­zern als einer der grö­ß­ten Prak­ti­ker-Ver­mie­ter in Europa für das erste Halb­jahr 2013 Rück­stel­lun­gen ge­bil­det - wegen dro­hen­der Miet­aus­fäl­le. Das Blatt nennt einen Be­trag von 20 Millionen Euro.

von Anna Ntemiris und unserer Agentur

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