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Selbstbewusstsein gegen Sucht

Präventionstage an der KSM Selbstbewusstsein gegen Sucht

Karate, Kunst oder Musik – sich selbst stärken statt Süchten nachgeben war eine der Botschaften beim Gewalt- und Suchtpräventionstag an den Kaufmännischen Schulen Marburg.

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Im Trommel-Workshop unter der Leitung von Kerstin Itzenhäuser lernten die Schüler, mehrstimmig zu spielen.

Quelle: Freya Altmüller

Marburg. „Du musst du selbst sein, aber nicht so, wie du bist“ – mit dieser widersprüchlichen Botschaft würden Frauen in den Medien täglich konfrontiert, sagt Christine Weiß. Frauenzeitschriften vermittelten ihren Leserinnen, sie sollten sich besser schminken, besser anziehen – aber dabei möglichst sie selbst sein.

An den Kaufmännischen Schulen Marburg hielt die Referentin einen Workshop zum Thema „Körperbilder in den Medien“ zum 10. Sucht- und Gewaltpräventionstag.

„Essstörungen sind ein sensibles Thema“, erklärt Oberstudienrat Marcus Ghiai. Deswegen beschäftigen sich die Schüler der 11. und 12. Klassen des beruflichen Gymnasiums sowie ein Unterstufenkurs in diesem Workshop zum Beispiel mit dem Werbespot einer Kosmetikfirma.

Er beginnt damit, dass sich eine gewöhnlich aussehende junge Frau auf einen Stuhl setzt. Im Zeitraffer sieht man, wie sie geschminkt und gestylt wird. Das Foto, das anschließend von ihr gemacht wird, wird per Bildbearbeitung verändert. Die Augen werden größer, der Hals länger. „Kein Wunder, dass unsere Wahrnehmung von Schönheit verzerrt ist“, steht am Ende auf dem Bildschirm.

Lena Reschny hat sich in einen Kunst-Workshop zu experimenteller Druckgrafik bei Lehrerin Ellen Schneider eingewählt. Aus Gelatine, Glycerin und Alkohol hat die 17-Jährige eine Gelatineplatte gegossen, die sie nun mit roter Farbe bestreicht. Dann legt sie ein Zwiebelnetz darüber und presst schließlich eine runde Pappe darauf. Das Ergebnis ist ein Bierdeckel mit Netzmuster.

Auch Kampfsport ist eine Möglichkeit der Prävention

Workshops wie dieser sollen den Schülern zeigen, wie sie auch ohne Drogen entspannen können, erklärt Schulleiter Klaus Denfeld. Auch Trommeln und Yoga gibt es im Angebot. „Wir versuchen, Abhängigkeiten breiter zu sehen als in der klassischen Suchtprävention.“ Auch zu Glücksspielsucht gibt es einen Kurs. Kerstin Itzenhäuser, die den Trommel-Workshop leitet, erklärt, dass sie mit den Schülern noch keine Stunde geübt hat und sie schon fast dreistimmig spielen können. Später wollen sie aufführen, was sie gelernt haben.

„Das Selbstbewusstsein zu stärken ist für uns auch ein suchtvorbeugender Aspekt“, erklärt Oberstudienrätin Katja Weiß, die für Sucht- und Gewaltprävention an den Schulen zuständig ist. Auch das Abbauen von Aggressionspotenzial durch Kampfsport sei eine Möglichkeit der Prävention.

Karatelehrer Anton Schock trainiert mit einer Gruppe Schülerinnen Selbstverteidigung. Nach dem Kurs erkundigen sich vier Schülerinnen nach den Trainingszeiten der Karateschule.

Die Sucht- und Gewaltprävention ist für die Kaufmännischen Schulen Teil ihres Zertifikats als gesundheitsfördernde Schule. Stadträtin Dr. Kerstin Weinbach lobte das Engagement. Gesundheit sei für alle Altersgruppen ein wichtiges Thema, der Zeitpunkt für Suchtprävention bei den 17- bis 18-Jährigen sei richtig gewählt.

Auch mit dem Thema Rassismus beschäftigten sich die Schüler. In dem Workshop „Gewalt-Sehen-Helfen“ gingen sie der Frage nach, wann man eingreift und wie.

von Freya Altmüller

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