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Leser verwundert: Pole leert Briefkasten

Im Auftrag der Post Leser verwundert: Pole leert Briefkasten

OP-Leser Walter Breker wundert sich. In der Frankfurter Straße hat er beobachtet, dass der Briefkasten geleert wurde – und zwar vom Fahrer eines Autos mit polnischem Kennzeichen.

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Die Post greift beim Leeren der Briefkästen auf Servicepartner zurück.

Quelle: Oliver Berg / dpa

Marburg. „Dass die Kästen immer mal wieder von Autos, die nicht zur Post gehören, geleert werden – das habe ich schon häufiger gesehen“, sagt Breker im Gespräch mit der OP. Aber diese Fahrzeuge seien mit einem Schild „Im Auftrag der Deutschen Post“ gekennzeichnet. „Das polnische Auto hatte dieses Schild jedoch nicht“, wundert er sich.

Alexander Böhm, Pressesprecher der Deutschen Post, erläutert, dass sich Breker keine Sorgen machen müsse, „dass sich jemand an dem Briefkasten zu schaffen gemacht hat, der nicht hätte drangehen dürfen“. Dafür spreche schon die Zeit, zu der der OP-Leser die Leerung beobachtet habe. „Der Kasten wird um 16 Uhr und um 18 Uhr geleert“, erläutert Böhm – Walter Breker hatte gesehen, dass die Leerung gegen 18.10 Uhr erfolgte. „Das passt“, so Böhm, „eigentlich war es etwas zu spät, aber für jeden Kunden, der um 18 Uhr noch etwas eingeworfen hat, genau richtig.“

Schon seit mehreren Jahren lasse die Post auch Leerungen der Briefkästen von sogenannten Servicepartnern vornehmen. Es sei dabei legitim, dass in deren Auftrag auch Fahrzeuge mit polnischen Kennzeichen zum Einsatz gelangen. „Wir bedienen uns den unterschiedlichsten Firmen“, erläutert der Pressesprecher. So könnten beispielsweise Taxi-Unternehmen ebenso zum Einsatz kommen, wie Speditionen, die ohnehin in der Stadt unterwegs seien.

Firmen zur Einhaltung von Mindestlohn verpflichtet

„Natürlich bekommt jede Firma, die für uns arbeitet, einen Katalog an Rechten und vor allem Pflichten an die Hand“, erläutert Alexander Böhm. Dass der Unternehmer das Schild „Im Auftrag der Deutschen Post“ nicht im Fahrzeug gehabt habe, könne mehrere Gründe haben. „Vielleicht ist es runtergefallen, vielleicht war es auch ein Ersatzfahrzeug – aber er war im Auftrag der Post unterwegs“, versichert der Pressesprecher.

Doch wie kommt die Post zu den Servicepartnern? „Wir schreiben eine Leistung aus – etwa das Leeren von Briefkästen im Stadtgebiet Marburg – und eine Firma bietet diese Leistung an.“ Es gebe verschiedene Kontrollmechanismen, mit denen der Partner gemessen werde. „Wenn etwas nicht läuft, dann würden wir mitunter auch den Vertrag wieder lösen.“

Zu den Pflichten gehöre auch, dass der Servicepartner beispielsweise den Mindestlohn zahle. „Inwieweit er sich daran hält, ist allerdings unternehmerische Freiheit – wenn wir ­allerdings auf solche Sachen aufmerksam werden, dann würden wir uns von dem Partner trennen“, versichert Böhm.

von Andreas Schmidt

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