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„Pommes-Dieter“ darf doch bleiben

Imbiss-Streit „Pommes-Dieter“ darf doch bleiben

Der öffentliche Einsatz hat sich gelohnt: Anita und Dieter Kuhl dürfen ihren Imbiss doch noch ein Jahr lang auf dem Gelände der Adolf-Reichwein-Schule betreiben.

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Es ist geschafft: Anita und Dieter Kuhl freuen sich, dass der Vertrag für ihren Imbiss an der Adolf-Reichwein-Schule nun doch verlängert wurde. Foto: Andreas Schmidt

Marburg. Seit 33 Jahren führt das Ehepaar „Kuhl‘s Imbiss“ auf dem Schulhof der Adolf-Reichwein-Schule (ARS). Doch Mitte Juni kam die böse Überraschung: Der Vertrag der Kuhls sollte nicht verlängert werden – denn am Ende der Sommerferien soll die neue Schul-Cafeteria eröffnen. Und dazu hätte der Imbiss der Kuhls eine direkte Konkurrenz bedeutet (die OP berichtete).

Kuhls sind eigentlich auch in einem Alter, in dem sie den Ruhestand verdient hätten: Dieter Kuhl feierte vergangene Woche seinen 70. Geburtstag, seine Frau Anita ist 64. Und genau dort liegt das Problem: Anita hat „die Jahre bis zur Rente noch nicht voll, wenn wir schließen müssten, landet sie direkt in Hartz IV“, so Dieter Kuhl.

Unterstützung auch im sozialen Netz

Aus diesem Grund starteten zunächst einige Lehrer der ARS eine Unterschriften-Aktion für den Verbleib des Imbisses für ein weiteres Jahr. Und dann trat auch noch die Internet-Gemeinde auf den Plan: Die Facebook-Seite „Dieters Pommesbude muss bleiben“ verzeichnet mittlerweile knapp 1 050 Fans, eine Online-Petition zum Erhalt des Imbisses wurde bisher von 1 056 Unterstützern unterzeichnet.

Jetzt kam die Wende im Streit um den Imbiss, wie Dieter Kuhl berichtet: „Am Dienstag haben wir einen neuen Vertrag bekommen – jetzt dürfen wir bis zum 31. Juli 2016 bleiben.“ Das Ehepaar ist begeistert und bedankt sich bei allen Freunden und Bekannten für die Unterstützung – auch bei Facebook. „Ohne die hätten wir es nicht geschafft“, postet Dieter Kuhl – und er bedankt sich auch bei den Lehrern für die Unterschriften-Aktion, wodurch der Stein ins Rollen gebracht wurde.

Doch was hat zum Umdenken geführt? „Ich hatte mich zunächst bei der IHK beschwert, bei der ich Mitglied bin. Denn wenn jemand sagt, hier muss alles weg, weil er Geld verdienen will – das ist ja unlauterer Wettbewerb“, sagt Dieter Kuhl.

Aktionen sind Anlass für neue Gespräche

Daraufhin habe es ein weiteres Gespräch gegeben – und letztendlich habe Stadträtin und Schuldezernentin Kerstin Weinbach (SPD) den neuen Vertrag angeboten.

Die Kuhls sind zufrieden. „Bis 31. Juli ist in Ordnung, dann sind sowieso Sommerferien, es wären dann nur noch 70 Tage bis Jahresende übrig geblieben – darauf können wir verzichten“, sagt Anita Kuhl. Und „Pommes-Dieter“, wie er genannt wird, ist auch zufrieden: „Nach so langer Zeit wollte ich den Zeitpunkt, an dem wir aufhören, selbst bestimmen – und nicht einfach vom Hof gejagt und abgeschoben werden.“

Und was hat die Stadt dazu bewegt, dass die Kuhls letztendlich doch einen neuen Vertrag bekommen haben?
„Wir hatten dem Ehepaar ja zunächst einen Vertrag bis Ende des Jahres angeboten, darauf erfolgte keine Reaktion“, erläutert Kerstin Weinbach. Von daher sei man von der Facebook- und Unterschriften-Aktion überrascht gewesen, habe diese aber zum Anlass genommen, erneut das Gespräch zu suchen. „Und dabei kam es recht schnell zur Einigung“, erläutert die Schuldezernentin im Gespräch mit der OP. Man habe dem Wunsch des Ehepaars entsprechen können, dass es bis zum Schuljahresende seinen Imbiss weiterführen dürfe.

Und auch mit dem künftigen Betreiber der Schul-Cafeteria, der Firma Integral, habe man über die geänderten Rahmenbedingungen gesprochen – auch mit ihm habe man eine Übereinstimmung erzielen können.

von Andreas Schmidt

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