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Pharmaserv verdoppelt Lagerfläche

Neues Logistikzentrum in Görzhausen Pharmaserv verdoppelt Lagerfläche

Am Montag wurde in Görzhausen der Pharmaserv-Neubau M 486 eingeweiht – er komplettiert das 
Logistikzentrum des Standortbetreibers, das nun an einem Ort konsolidiert wurde.

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Der Leiter von Pharmaserv Logistics, Dr. Martin Egger, (von links) beim Rundgang durch das Logistikzentrum mit Finanzminister Dr. Thomas Schäfer, Bürgermeister Dr. Franz Kahle, Erstem Kreisbeigeordneten Marian Zachow, Werner Hesse und Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Das „Central Pharma Distribution Center“ am Standort Görzhausen ist komplett – zumindest vorerst.

Denn dank des 4000 Quadratmeter umfassenden Neubaus steht dem Standortbetreiber Pharmaserv für seine im vergangenen Jahr gegründete Sparte „Pharmaserv Logistics“ am Standort Görzhausen des Industrieparks Behringwerke nun eine Kapazität von rund 8000 Quadratmetern Lagerfläche zur Verfügung – mit verschiedenen Temperaturbereichen, um allen Anforderungen von Pharma- und Biotech-Firmen gerecht zu werden.

Mit einem Festakt weihte Pharmaserv am Montag seinen Logistik-Neubau am Standort Görzhausen ein – er komplettiert nun das 
„Central Pharma Distribution Center“.

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Der Neubau, der am Montag eingeweiht wurde, bietet Platz für etwa 4500 Palettenstellplätze. Außerdem entstand ein Kopfbau mit Büroflächen, in dem die Mitarbeiter des Logistik-Bereichs arbeiten.

Thomas Janssen, Geschäftsführer von Pharmaserv, erläuterte, dass dies der dritte Erweiterungsbau sei, den man in den vergangenen drei Monaten eingeweiht habe (die OP berichtete) – 20 Millionen Euro habe Pharmaserv dabei investiert, „eine namhafte Summe für ein mittelständisches Unternehmen“, wie Janssen betonte.

Der Logistik-Neubau sei „das anspruchsvollste dieser drei Großprojekte“, denn nun könne nahezu das gesamte Logistik-Geschäft am Standort Görzhausen konsolidiert werden. Darüber hinaus markiere das Projekt „eine neue Positionierung unseres Logistik-Produkts, denn wir haben festgestellt, dass wir die Zielkunden außerhalb des Standorts mit dem bisherigen Auftritt von Pharmaserv nicht erreichen“. Dies solle sich durch Pharmaserv Logistics ändern, denn man wolle auch Kunden außerhalb des Industrieparks Behringwerke gewinnen.

Investitionen zeugen 
„von Mut und Vertrauen“

Beim Neubau habe man erneut die Energieeffizienz im Blick gehabt: So kommt ein Eisspeicher ebenso zum Einsatz wie thermische Kollektoren auf dem Dach oder eine Wärmepumpe – kombiniert mit Betonkernaktivierung, „die funktioniert wie eine groß dimensionierte Fußbodenheizung“, so Janssen. So könne man 85 Prozent des Energiebedarfs regenerativ erzeugen, außerdem seien die bestehenden Gebäude ebenfalls angeschlossen.

Janssen betonte, dass die Erreichbarkeit des Standorts gewährleistet sein müsse – vor allem bei der Nord-Anbindung gebe es noch „Luft nach oben“, sagte er in Anspielung auf die unfertige Autobahn 49. Zur funktionierenden Infrastruktur gehöre aber auch „ein leistungsfähiger Flughafen. Denn annähernd 40 Prozent der Waren, die hier hergestellt werden, verlassen Deutschland per Luftfracht. Und für ein funktionierendes internationales Geschäft ist es von Bedeutung, dass wir weiterhin von einem grenzenlosen Europa ausgehen dürfen.“

Finanzminister Dr. Thomas Schäfer (CDU) betonte, dass das Geschäft „internationaler und auch volatiler – aber nicht weniger erfolgreich wird“. Die kontinuierlichen Investitionen von Pharmaserv zeugten von Mut und Vertrauen in den Standort – „daraus erwächst auch eine Perspektive für die nächsten 10, 15 oder 20 Jahre“, so Schäfer. Auch er sieht für Mittelhessen noch Verbesserungspotenzial, was die Verkehrsinfrastruktur betreffe, doch es gebe nun Sicherheit für den Weiterbau der A 49.

Die Frage der Logistik sei bei einigen Unternehmen eher ein Randthema gewesen, „die eigentliche Konzentration der Wertschöpfungskette hat im Produktionsprozess stattgefunden“. Mittlerweile hätten die Unternehmen gelernt, dass „der größere Wettbewerbsvorteil in der funktionierenden Logistik liegt“, betonte der Finanzminister. Und die Frage, ob der Frankfurter Flughafen eine Wachstumsperspektive habe, sei „unmittelbar mit den Arbeitsplätzen hier am Standort Marburg verknüpft“.

Entwicklung orientiert sich an Kunden-Anforderungen

Dr. Martin Egger, Leiter von Pharmaserv Logistics, betonte, dass der Neubau notwendig geworden sei, „weil unsere bisherigen Bestandsgebäude aus allen Nähten geplatzt sind“. Schon seit der Einweihung des in 2010 neuen Logistikgebäudes sei man in der Lage, temperatursensible Produkte fachgerecht zu lagern und auch für den Export vorzubereiten. Doch Pharmaserv sei auch ein Großhändler von Verbrauchsmaterialien bis hin zur Schutzausrüstung für Pharmaunternehmen. „Und auch Endverpackungen nach Arzneimittelrecht gehören zu unserem Portfolio“, so Egger.

„Unsere Gebäude entwickeln sich also weiter – je nach Anforderung unserer Kunden“, betonte Egger, „das ist schon seit Dekaden so und soll auch so bleiben.“ Neben den Firmen am Standort Behringwerke wolle man aber auch für weitere Unternehmen aus der Pharma- und Biotech-Branche ein zuverlässiger Logistikpartner sein.

Marburgs Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) verdeutlichte, wie wichtig der Standort Behringwerke für die Universitätsstadt sei: „Wenn der Standort hustet, hat die Stadt Lungenentzündung“, so Spies. Daher freue man sich sehr über jede neue Entwicklung am Standort, „denn jede Investition schafft Sicherheit und Stabilität“.

Marburg werde daher auch weiterhin in seinem möglichen Rahmen als zuverlässiger Partner für die Firmen am Standort bereitstehen. Denn, so Spies: „Die Prosperität der Stadt hängt vom Erfolg des Pharma-Standorts ab – aber genauso profitiert der Standort von den Fortschritten der Stadt.“

von Andreas Schmidt

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