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Pharmaserv startet Pilotprojekt

Energieeffizienz Pharmaserv startet Pilotprojekt

Die Herstellung pharmazeutischer Produkte ist energieintensiv. Daher testet Pharmaserv nun eine neue, effiziente Energiequelle.

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Wolfgang Jaske (von links), Carsten Schneider und Thomas Janssen begutachten die neue Anlage.

Quelle: Privatfoto

Marburg. Als Betreiber des Standortes Behringwerke arbeitet die Pharmaserv GmbH & Co. KG an der Optimierung der Energieversorgung im Industriepark. Dabei soll die Energieeffizienz gesteigert werden, ohne der Versorgung zu schaden.  Das soll die Umwelt schonen und zugleich die Attraktivität des Standortes verbessern.

In Zusammenarbeit mit der Entwicklerfirma Jaske & Wolf und dem Ingenieurbüro Horn soll die Gewinnung von Wärme aus dem eigenen Abwasser erprobt werden. Dabei wird das Abwasser aus einem Neutralisationsbecken entnommen und in ein Wärmetauschersystem eingeleitet. Dieses entzieht dem Abwasser Wärme und stellt sie einer Wärmepumpe zur Verfügung. Durch den physikalischen Prozess innerhalb der Wärmepumpe wird das Temperaturniveau dort mit wenig zusätzlicher elektrischer Energie auf etwa 60 Grad erhöht und kann beispielsweise für die Beheizung von Gebäuden genutzt werden.

„Die Herausforderung ist, Wärmetauscher in Abwassersystemen frei von Verschmutzungen zu halten, denn schon wenige Tausendstel Millimeter Belag reduzieren die Wärmeübertragung und damit die Leistung erheblich“, sagt Wolfgang Jaske, Geschäftsführer von Jaske & Wolf und ergänzt, „unser Reinigungssystem funktioniert rein mechanisch und ohne den Einsatz von Chemikalien oder anderen Zusätzen.“

Bundesstiftung begleitet Pilotprojekt

Thomas Janssen, Pharmaserv-Geschäftsführer, sagt: „Die von Jaske & Wolf entwickelte Technologie passt zu unserer Philosophie, umweltschonende aber wirtschaftlich vertretbare Konzepte zu erproben und umzusetzen. Die Industrie benötigt sichere und verlässliche Energie aus den konventionellen Energieträgern wie Gas, Warmwasser oder Dampf.“

Der dreimonatige Testbetrieb am Standort Behringwerke gehört zu einer Reihe von fünf Projekten mit dieser Technologie, die durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt begleitet wird. Wissenschaftlich gestützt wird ermittelt, welche Potenziale für den Standort und die Gebäudeversorgung in dieser Technologie stecken. „Mit der Abwasserwärmetechnik erschließen wir eine Energiequelle, die auch die Bestandsgebäude energetisch deutlich aufwerten könnte“, sagt Carsten Schneider, Produktmanager Facilities.

Die Testanlage hat eine Leistung von 50 Kilowatt. Durch Veränderung der Parameter kann ermittelt werden, welche Größe die Anlage später haben muss, um optimal zu funktionieren. Pharmaserv schätzt das Potenzial der Technologie auf mehr als 40 000 Megawattstunden Wärme pro Jahr, bei 60 Grad. Diese Energiemenge würde 1 000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr einsparen. 30 000 Bäume bräuchten zehn Jahre, um diese Menge Kohlendioxid abzubauen.

Neben den sogenannten Low-Energy Gebäuden, die von der EU-Kommission mit dem „Green-Building“-Label ausgezeichnet wurden ist kürzlich das neue „energetische Herz“ des Hauptwerkes, ein Kesselhaus, entstanden. Daher wurde Pharmaserv für sein Energiemanagement nach DIN ISO 50001 zertifiziert.

von unseren Redakteuren

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