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Personal Trainer macht Belegschaft fit

Gesundheit im Betrieb Personal Trainer macht Belegschaft fit

Seit einem Jahr trainieren die Mitarbeiter von Aschenbrenner Werkzeug- und Maschinenbau täglich mit einem eigenen Personal Trainer.

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Fitter im Job: Personal Trainer Volker Kleinert (vorne, Mitte) bringt die Mitarbeiter von Aschenbrenner Werkzeug- und Maschinenbau samt Chef Markus Lauer (Dritter von rechts) ordentlich ins Schwitzen.

Quelle: Ina Tannert

Anzefahr. Nachhaltige, firmeneigene Gesundheitsprogramme für die eigenen Mitarbeiter werden in Unternehmen immer beliebter, gerade vor dem Hintergrund des steigenden Fachkräftemangels. Immer mehr Arbeitgeber bieten ihren Angestellten Gesundheitsvorsorge, kosten­lose sportliche Betätigung, Ernährungsberatung oder soziale Förderprogramme an.

Das Unternehmen Aschenbrenner Werkzeug- und Maschinenbau will noch einen Schritt weitergehen und hat ein tägliches Trainingsprogramm für die Mitarbeiter in den Betriebs­alltag integriert.

Vor zwei Jahren entwickelte die Geschäftsleitung gemeinsam mit Personal Trainer Volker Kleinert ein Konzept für ein intensives betriebliches Gesundheitsmanagement namens Bewegungs-Impuls. Dieses beinhaltet unter anderem ein tägliches, intensives Sportprogramm auf dem Gelände des Unternehmens.

„Wir möchten einfach gesunde und fitte Mitarbeiter. Vereinzelte Besuche im Fitnessstudio oder die Angebote der Krankenkassen waren uns zu wenig“, teilt Geschäftsführer Markus Lauer mit. Gerade im handwerklichen Bereich würden bestimmte Knochen und Muskeln besonders beansprucht. Genick, Hals, Schultern, Wirbelsäule, Becken - „die gesamte Haltestützmuskulatur spielt eine große Rolle im menschlichen Bewegungsapparat“, weiß Coach Kleinert, der seit Juni vergangenen Jahres an jedem Werktag mit den Mitarbeitern trainiert.

Täglich eine halbe Trainings-Stunde

Für eine halbe Stunde versammelt sich täglich die Belegschaft zu gemeinsamen Dehn- und Streckübungen oder zum Training mit mobilen Sportgeräten, wie Bändern, Flexi-Bars, Gymsticks oder Minihanteln. „Die Resonanz ist sehr hoch. Wir trainieren alle zusammen, vom Azubi bis zum Chef“, betont Lauer.

Das strategische Gesundheitsmanagement beinhalte ein komplettes Bewegungsprogramm für Kopf und Körper, je nach Arbeitsbelastung - sowie ein Anti-Burnout-Coaching für geistige Fitness, außerdem Massagen oder eine Ernährungsberatung. Die Teilnahme ist freiwillig, jeder Mitarbeiter kann entscheiden, ob und an welchen Tagen er teilnimmt. Das Programm findet zudem nicht in der Pause, sondern während der bezahlten Arbeitszeit statt. „Der Zeitverlust lohnt sich. Ich habe die Verantwortung für meine Leute. Maschinen kann man reparieren, Menschen nicht - und auf die kommt es an“, verdeutlicht Geschäftsführer Markus Lauer.

Regelmäßig würden die Leistungssteigerungen der Teilnehmer vom Coach anonym gemessen, die Geschäftsleitung erhalte jedoch nur eine Gesamtübersicht des allgemeinen Fitnessstands der Belegschaft.

Krankheitszeiten haben sich bereits halbiert

Nach rund 15 Monaten zeige das Programm sichtbare Verbesserungen und Erfolge: Die Mitarbeiter seien motivierter, leistungsfähiger und gesünder. Der frühere Krankenstand von rund acht Prozent konnte mittlerweile halbiert werden, Erkrankungen und damit einhergehende Produktionsausfälle seien stark zurückgegangen.

Für ihr ganzheitliches Gesundheitsmanagement wurde das Unternehmen im Juni vom Netzwerk der Burnout-Lotsen mit dem betrieblichen Präventionsindex als bestes Unternehmen in Europa ausgezeichnet, sagt Lauer und empfiehlt allen Firmen, umfangreichere Gesundheitsprogramme zu etablieren.

Deutschland hänge im Ländervergleich beim Thema betriebliches Gesundheitsmanagement hinterher.

Vielen Unternehmen mangele es am nötigen Know-how für ein umfassendes Konzept. Sie scheuten die Finanzierung - etwa­ eines professionellen Coachs - oder wissen nicht, was der Markt an Möglichkeiten bietet. „Ich sehe nur Vorteile, die Finanzierung des Programms rentiert sich heute schon“, zeigt sich der Chef zufrieden.

von Ina Tannert

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