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Partikeltherapie vor dem Aus

Siemens stellt "Rückbauantrag" Partikeltherapie vor dem Aus

Am Mittwoch, nur drei Tage nach der Landtagswahl, beantragte der Siemens-Konzern beim Wissenschaftsministerium den Rückbau der Partikel­therapieanlage auf den Lahnbergen.

Marburg. Marburg. „Dieser Antrag kommt für uns nicht überraschend“, sagte Dr. Ulrich Adolphs, Pressesprecher des Wissenschaftsministeriums Mittwochabend auf OP-Anfrage. Man sei von dem Schritt bereits vorab per E-Mail informiert worden.

Gleichwohl betonte Adolphs, dass diese Entscheidung nicht das Aus für die Partikeltherapie in Marburg bedeute. „Es laufen derzeit zwei Schienen: Zum Einen setzt Siemens nun formal seinen 2011 gefassten Beschluss um, aus der Partikeltherapie auszusteigen“, sagte Adolphs. Da bei dem Rückbau nukleartechnische Vorgaben zu beachten seien, könne sich der endgültige Bescheid bis zu sechs Monaten hinziehen. „Bis dahin wird die Anlage in einen technischen Erhaltungsbetrieb versetzt“, sagte Adolphs. Dies bedeute, dass „die Techniker die Anlage weiter warten. So kann sie innerhalb von zwei Tagen wieder hochgefahren werden.“

Ministeriumssprecher glaubt immer noch an PTZ

An der Aussage, man wolle die Partikeltherapie in Marburg erhalten, habe sich indes nichts geändert. „Das ist die zweite Schiene, die derzeit läuft: Die Gespräche zwischen dem Universitäts-Klinikum Gießen-Marburg, den Rhön-Kliniken und dem Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrum des Universitätsklinikums Heidelberg laufen weiter, wie im Letter of Intent festgehalten“, versicherte der Ministeriumssprecher. „Ich sehe gute Chancen, dass die Partikeltherapie in Marburg erhalten bleibt“, so Adolphs.

Ähnlich äußerte sich der Sprecher der Rhön-Klinikum AG. Der Konzern sei „sehr zuversichtlich, dass jetzt kurzfristig die noch offenen Fragen zu der Zulassung der Anlage geklärt werden können, sodass im Anschluss daran die bereits fortgeschrittenen Gespräche zur Bildung einer gemeinsamen Betriebsgesellschaft für die Anlage zwischen dem Universitätsklinikum Heidelberg und der Rhön-Klinikum AG weiter vorangetrieben werden können.“

Marburgs Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) kann diesen Optimismus nicht teilen. Für ihn ist die gestrige Nachricht „die traurigste Nachricht für Marburg überhaupt, seitdem ich hauptamtlich Politik mache.“

Die Landesregierung habe jetzt eine hohe Verantwortung für den Standort Marburg. „Sie kann den Abbau der Partikeltherapie nicht als Randnotiz abhaken.“

Weitere Informationen folgen.

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