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Orientierung mit „gewissem Charme“

Messe „Ansage Zukunft“ Orientierung mit „gewissem Charme“

Insgesamt rund 1500 Schüler informierten sich an zwei Tagen im Cineplex über heimische
Betriebe und deren Ausbildungsangebote. Zum ersten Mal wird die Messe auch am Samstag fortgesetzt.

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Auch am zweiten Tag der „Ansage Zukunft“ drängten sich viele Schüler um die Informationsstände der Betriebe.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Das Zwischenfazit falle „überwiegend positiv“ aus resümierte am Freitag Berufsberater Sascha Becker von der Agentur für Arbeit. Trotz der Befürchtungen wegen des Busfahrerstreiks seien alle Klassen gekommen, die sich im Vorfeld angemeldet hatten. Die meisten waren zu Fuß gekommen, einzelne Schulen hatten sogar extra einen eigenen Bus angemietet, war zu hören.

Insgesamt fiel der Besuch – nach Eindruck der Aussteller – am zweiten Tag etwas geringer aus als am ersten. Dafür aber seien die Schüler etwas „besser vorbereitet“ gewesen. Im Schnitt waren sie ein wenig älter als die Jugendlichen, die die Messe am ersten Tag besucht hatten. „Am Freitag waren zum Teil auch Schüler aus 11. und 12. Klassen dabei“, sagte Becker.

Die Agentur für Arbeit richtet die Messe in Kooperation mit der Kreishandwerkerschaft, der IHK Kassel-Marburg und dem Medienhaus HITZEROTH im Cineplex aus. Da, wo junge­ Leute sonst eher ihre Freizeit verbringen, konnten sie nun bei über 70 Ausstellern aus der ­Region ihre Karrieremöglichkeiten ausloten. In einer besonderen Atmosphäre „mit gewissem Charme“, wie Becker sagte.­ 
Zwar sei die über vier Etagen verteilte Ausstellungsfläche manchmal etwas eng, „das ­Gedränge kann manchmal aber umso interessanter sein“, sagte­ er.

Insgesamt rund 1500 Schüler informierten sich an zwei Tagen im Cineplex über heimische
 Betriebe und deren Ausbildungsangebote. Zum ersten Mal wird die Messe auch am Samstag fortgesetzt.

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Für die Schüler sei es eine „Orientierungsmesse, bei der man einfach mal gucken kann, was es überhaupt so an Angeboten gibt“. Für die Betriebe im Gegenzug die Gelegenheit, auch außergewöhnlichere Ausbildungsberufe bekannt zu machen. „Gerade im Handwerksbereich steht manches sonst nicht so im Fokus“, sagte ­
Becker. „Oder wer weiß zum Beispiel, dass es bei Ferrero ­
den Beruf des Süßwarentechnologen gibt?“

Die meisten Schüler zeigten­ sich dementsprechend zufrieden. „Die vielen Stände hier sind sehr ansprechend und die Beratung ist gut. Ich würde auf jeden Fall wieder kommen, vielleicht ja sogar nächstes Jahr“, sagte Realschülerin Saskia Egert (17). Sie könne sich beispielsweise ­eine Ausbildung bei der Sparkasse Marburg-Biedenkopf vorstellen, da sie gut in Mathematik sei. Phillip Breuer (16) besucht eine Gesamtschule in Marburg. Er habe schon vorher gewusst, was er gerne machen wolle, dennoch seien die Beratungen gut gewesen. „Eine­ Ausbildung bei Seidel oder CSL Behring kann ich mir gut vorstellen, da man dort gut verdient und ich was Handwerkliches arbeiten möchte“.

Freiwilliges Soziales Jahr zum „ausprobieren“

„Ich möchte gern etwas Handwerkliches machen. Sachen bauen und reparieren macht mir nämlich Spaß. Daher kann ich mir gut eine Ausbildung, als Anlagenmechaniker bei den Stadtwerken Marburg vorstellen“, sagte Tobias Kluge (18). Auch dort sei die Beratung gut gewesen.  Neuntklässlerin Sandra K. (15) will nach dem Abitur zunächst ein Freiwilliges Soziales Jahr im Ausland machen. Sandra interessierte sich sehr für die Stände über Freiwilligenarbeit. Sie stimmte ebenfalls zu, dass die Beratung sehr gut sei und die Personen freundlich gewesen seien.

„Es waren schon einige dabei, die wirklich interessiert waren“, berichtete Petra Fischer von der DRK-Schwesternschaft. Für viele, die sich noch nicht sicher seien, was sie machen wollten, sei das Freiwillige Soziale Jahr eine „gute Zwischenstation“. Für Heranwachsende sei es nicht immer einfach, sich frühzeitig festlegen zu müssen. „Es ein Jahr lang auszuprobieren“, beispielsweise in der Alten- oder Krankenpflege oder der Jugendhilfe sei da nicht das Schlechteste. Der Vorteil bei der „Ansage Zukunft“ sei, dass man darüber mit den Jugendlichen direkt ins Gespräch kommen könne,­ „und nicht von einer Bühne ­herunter“ rede.

„Man muss die 
 jungen Leute abholen“

Den Austausch suchen zu können, sei nicht nur im Umgang mit den Schülern ein Vorteil, „wir haben hier auch den Kontakt mit Konkurrenten und anderen Unternehmern aufgenommen“, berichtete Christian Kaiser von der Volksbank Mittelhessen. Die Messe sei „vom Zulauf her durchaus interessant“, es habe viele Schüler gegeben „die bewusst angehalten und Fragen gestellt haben“. Er halte es für möglich, dass „der ein oder andere sich dann später mal meldet“. Die Gespräche seien aber eher perspektivisch zu sehen, da nicht alle unmittelbar vor dem Ausbildungsbeginn stünden.
„Wir hoffen, dass später die ein oder andere Bewerbung kommt“, sagte auch Johanna­ Erke vom Pharmaunternehmen GSK. Sie zeigte sich, wie viele­ andere Aussteller, zufrieden. Manche Jugendliche seien anfangs ein wenig scheu – „man muss die jungen Leute abholen“, sagte sie. Sobald man sich aber im Gespräch befinde, sei häufig ein tatsächliches Interesse zu spüren.

  • Erstmals wird die „Ansage Zukunft“ in diesem Jahr auf drei Tage ausgeweitet. Nachdem bisher vor allem Schulklassen die Messe besuchten, besteht am Samstag (9.30 Uhr bis 13 Uhr) auch die Gelegenheit für Eltern mit ihren Kindern, Studienzweifler oder andere Interessierte. Im Fokus stehen besonders Vorträge im Kinosaal 7.

von Peter Gassner
 und Tom Gärtner

Vorträge am Samstag

10 Uhr: „Studium Plus Duales Studium in Mittelhessen“

10.30 Uhr: „Arbeit und Ausbildung im Kontext von Flucht und Migration“

11 Uhr: „Kinder – Küche – Kompetenzen. Möglichkeiten für beruflichen 
 Wiedereinstieg inklusive: 
Minijob – mach mehr draus“

11.30 Uhr: „Chancen der dualen Ausbildung aus dem Blickwinkel von Handwerkskammer (HWK), Kreishandwerkerschaft (KH) und Industrie- und Handelskammer (IHK)“

12 Uhr: „Studienzweifel – meine Möglichkeiten“

 
 
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Im Marburger Cineplex geht es seit Donnerstag um die Zukunft. Mit Science-Fiction hat das aber nichts zu tun. Auf der „Ansage Zukunft“ können sich junge Menschen über Ausbildungsberufe informieren.

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