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Organisationstalente mit Überblick

OP-Ausbildungsserie: Groß- und Außenhandelskaufleute Organisationstalente mit Überblick

Kaufleute für Groß- und Außenhandel organisieren im großen Stil Ein- und Verkauf. Neben Verhandlungsgeschick benötigen sie Warenwissen – und müssen immer den Überblick bewahren.

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Als angehender Kaufmann für Groß- und Außenhandel kennt sich Fabian Ochs bereits bestens mit der Produktvielfalt aus. Daneben gehört ein gutes Verständnis für Logistik zum praxisnahen Lehrplan, Gabelstaplerfahren inklusive.

Quelle: Ina Tannert

Marburg. Einkauf, Lagerung, Transport, Weiterverkauf – als wirtschaftliches Bindeglied stehen Großhändler zwischen Herstellern und Abnehmern unzähliger Produkte und sorgen für einen reibungslosen Warenfluss.

Ein Großhandel der Region ist das „Felden Kaiser und Roth Baucentrum“ (FKR) in Marburg. Von Hoch-, Tief- oder Trockenbau, im Sanitär-, Baustoff- oder Energiebereich, verfügt das Unternehmen über ein umfassendes Produktspektrum. Derzeit arbeiten 14 Auszubildende in verschiedenen Abteilungen. Einer von ihnen ist Fabian Ochs. Der 20-Jährige befindet sich im dritten Ausbildungsjahr zum Kaufmann im Groß- und Außenhandel.

Grundsätzlich erwerben Großhändler Waren und verkaufen diese an Einzelhandel, Handwerk und Industrie weiter. Umfangreiche Kenntnisse über die verschiedenen Produkte sind dafür ausschlaggebend. „Man braucht einen guten Überblick, muss die Waren kennenlernen und viel nachfragen“, erklärt Fabian.

Alleine in der Sanitärbranche sind etwa 40.000 unterschiedliche Artikel auf dem Markt, bei FKR stehen rund 4000 davon im Lager, erklären die geschäftsführenden Gesellschafter Klaus-Volker Will und Marc Robert Mensing. Bei den Baustoffen herrscht eine ähnliche Vielfalt. Um diese zu begreifen und den Überblick nicht zu verlieren, ist Büffeln angesagt. „Ein großer Schwerpunkt der Ausbildung sind daher Warenkenntnisse“, erklärt Will. Soll heißen: Die angehenden Kaufleute müssen sich Wissen über die Produktpalette samt Verwendungszwecken aneignen und dieses an Kunden vermitteln können.

Verhandlungsgeschick ist Voraussetzung

Entsprechend arbeitet Fabian neben Büro- und Thekenbereich viel im weiträumigen Lager, lernt die Waren und entsprechende Logistik kennen – den Umgang mit dem Gabelstapler eingeschlossen. „Ein solides Grundwissen ist wichtig – beim Lieferanten anzurufen ohne die Materie zu kennen, bringt einfach nichts“, sagt Mensing.

Aufgrund der umfangreichen Produktvielfalt habe die Branche ein starkes „Beharrungsvermögen“ – die Anbieter haben sich auf bestimmte Abteilungen spezialisiert, bleiben in der Regel in ihrem Produktbereich. Ein Grund dafür, warum Unternehmen ihre eigenen, auf den betrieblichen Schwerpunkt spezialisierten Auszubildenden bevorzugen. Daneben übt sich Fabian im Umgang mit Kunden, dem Erstellen von Angeboten, Abrechnungen und Bearbeitung von Aufträgen. Die dreijährige Ausbildung ist in zwei Fachrichtungen unterteilt.

Kaufleute im Außenhandel organisieren den Austausch von Waren und Dienstleistungen bei Export- und Importgeschäften, beobachten die nationalen und internationalen Beschaffungsmärkte und schließen internationale Verträge ab.
Auch die Großhändler kaufen und verkaufen Waren und Dienstleistungen, beraten Kunden über eine Vielzahl verschiedener Waren und organisieren deren Lieferung. Im Einkauf ermitteln sie Bedarf und Bezugsquellen der Güter, holen Angebote ein und führen Verhandlungen mit Lieferanten. Sie kontrollieren Rechnungen und Lieferpapiere und organisieren die Lagerung der Produkte. Im Verkauf führen sie den Versand der Waren aus, kalkulieren Preise, bearbeiten Verkaufsaufträge.

Kein idealer Beruf für Schüchterne

„Rechnungswesen ist das wichtigste Schulfach“, erklärt Fabian. Da Kaufleute Vertragsverhandlungen über Kaufpreise oder Lieferkonditionen führen, ist ein gewisses Verhandlungsgeschick und Durchsetzungsvermögen von Vorteil. „Der Beruf setzt Kommunikations- und Teamfähigkeit voraus“, betont Will.

Auch die Zusammenhänge von Ankauf, Lieferung und Weiterverkauf sowie den Verwendungszweck der Produkte sollte sich der Verantwortliche klarmachen können, etwa ob und welche Waren nun im kleinen Paket oder per großem Sattelzug geliefert werden. Darüber hinaus ist Kontaktfreude und ein guter Umgang mit Kunden gefragt. „Schüchtern sollte man nicht sein, es ist wichtig, auf Kunden eingehen zu können und Tipps zu geben“, sagt Fabian.

Im Außendienst werden die Händler beispielsweise bei bautechnischen Problemen hinzugezogen, um vor Ort etwa auf der Baustelle Lösungen zu entwickeln. Der abwechslungsreiche Kundenkontakt, Verhandlungsgespräche, die geschickte Organisation des Warenbestands – sein Wunschberuf macht dem Auszubildenden sichtlich Freude. „Ich stehe morgens einfach gerne für die Arbeit auf. Wenn dann noch alles klappt und der Kunde zufrieden ist, weiß ich, dass ich alles richtig gemacht habe“, erzählt Fabian stolz.

  • Über den aktuellen Stand der Ausbildungsvermittlung berät die Agentur für Arbeit Marburg. Noch gibt es freie Stellen in den unterschiedlichsten Branchen im Landkreis. Interessenten, die noch Bewerber oder einen Ausbildungsplatz für 2015 suchen, können direkt beim Arbeitgeberservice nachfragen. Kontakt unter Telefon 06421/605-212 oder per E-Mail an marburg.arbeitgeber@arbeitsagentur.de .

von Ina Tannert

 
Top 10: Freie Ausbildungsstellen
1. Friseure (8 Stellen)
2. Maler/Lackierer – Gestaltung und Instandhaltung (7 Stellen)
3. Elektroniker – Energie- und Gebäudetechnik (3 Stellen)
4. Kaufmann/frau Versicherung + Finanzen (1 Stelle)
= Kaufmann/frau Büromanagement (1 Stelle)
= Schornsteinfeger/in (1 Stelle)
= Hörgeräteakustiker/in (1 Stelle)
= Fachverkäufer/in Konditorei (1 Stelle)
= Trockenbaumonteur/in (1 Stelle)
= Packmitteltechnologe/in (1 Stelle)
 (Quelle: Agentur für Arbeit Marburg)
 
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