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Novartis Mitarbeiter wegen angeblicher Bestechung entlassen

Arbeitsgericht Novartis Mitarbeiter wegen angeblicher Bestechung entlassen

Vor dem Marburger Arbeitsgericht klagte am Freitag ein Mitarbeiter der Firma Novartis Behring gegen seine fristlose Kündigung. Diese hatte er erhalten, weil er einen Arzt bestochen haben soll.

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Marburg. Der promovierte Mikrobiologe war zwölf Jahre für das Marburger Pharma-Unternehmen Novartis Behring im Außendienst tätig. Am 9. Juni hatte er vom Unternehmen eine Kündigung erhalten und war fristlos entlassen worden. Dagegen klagte er am Freitag vor dem Arbeitsgericht Marburg. „Mein Mandant wurde entlassen, ohne dass die Hintergründe und der Sachverhalt der Vorwürfe hinreichend aufgeklärt wurden“, sagte der Anwalt des Klägers, Alexei Padva.

Novartis Behring wirft dem Außendienstmitarbeiter vor, einen Arzt bestochen zu haben, indem er ihm einmal im Jahr einen Umschlag mit 300 Euro überreichte. Herausgekommen sei dies, als im April nach einem Gebietswechsel eine neue Außendienstmitarbeiterin bei dem Arzt in Coburg, den der Kläger regelmäßig besuchte, ankam und dieser ihr erklärte, er bestelle bei ihr nur Medikamente, wenn sie ihm den Umschlag mit 300 Euro da ließe.

Dies sei er aus der Vergangenheit so gewohnt. „Die Mitarbeiterin wusste überhaupt nicht, was der Arzt von ihr wollte und versuchte ihm klar zu machen, dass sie ihn nicht für die Bestellung bezahlen dürfe“, erklärte der Rechtsanwalt von Novartis. Eine Apothekenangestellte aus Strullendorf habe sich ebenfalls negativ über den Außendienstmitarbeiter geäußert.

„Die Zahlungen an den Arzt waren ein Ausgleich für Aussendungen von Werbematerial für Grippe-Impfstoffe und sind nur in den Jahren 2005 und 2006 in Höhe von jeweils 200 Euro erfolgt“, erläuterte Padva dem Gericht. Das habe der Arzt in einer schriftlichen Stellungnahme bestätigt. Da sich die Parteien nicht einigten, wurde ein Kammertermin anberaumt, zu dem auch der Arzt und die Apothekerin vorgeladen werden.

von Katharina Kaufmann

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