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Novartis-Impfstoff gegen Meningitis zugelassen

Novartis Novartis-Impfstoff gegen Meningitis zugelassen

Das Unternehmen Novartis rechnet damit, in den nächsten Wochen den neuen Meningitis-B-Impfstoff „Bexsero“ auf den Markt zu bringen. Ein wesentlicher Bestandteil des Stoffs wird in Marburg entwickelt.

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Marburg. Die EU-Kommission hat die Marktzulassung für den Meningitis-Impfstoff Bexsero zur Anwendung bei Personen ab einem Lebensalter von zwei Monaten und älter erteilt. Das gab der Impfstoffhersteller Novartis gestern bekannt.

Meningokokken-B-Erkrankungen sind eine bakterielle Infektion. Sie sind die Hauptursache von Meningitis (Hirnhautentzündung) in Europa, insbesondere bei Säuglingen. Trotz ihrer Seltenheit ist die Erkrankung sehr gefürchtet, da sie rasch und ohne Vorwarnung gesunde Personen treffen kann. Aufgrund grippeähnlicher Symptome wird „MenB“ im Frühstadium häufig fehldiagnostiziert.

"Meilenstein im Kampf gegen Meningitis"

Oft können infizierte Patienten nicht früh genug behandelt werden, um schwerwiegende Folgen zu verhindern. Etwa eine von zehn erkrankten Personen stirbt trotz intensivmedizinischer Behandlung und rund einer von fünf Überlebenden trägt lebenslange schwere Behinderungen wie beispielsweise Hirnschäden, Gehörschäden oder den Verlust von Gliedmaßen davon. Daher besteht der beste Schutz vor dieser schweren Erkrankung in einer wirksamen Impfung.

„Bexsero ist der weltweit erste Impfstoff gegen Men B und gibt uns die Möglichkeit alle Altersgruppen inklusive der Hauptrisikogruppe der Säuglinge gegen diese lebensbedrohende Erkrankung schützten zu können. Diese Zulassung ist ein Meilenstein im Kampf gegen Meningitis“, erklärte Jürgen Reutter, Geschäftsführer von Novartis Vaccines and Diagnostics GmbH in Marburg auf Anfrage der OP. „Bexsero hat einen herausragenden Stellenwert für unsere Firma“, so Reutter.

Der neue Meningitis-Impfstoff treffe auf einen hohen medizinischen Bedarf. Produziert wird Bexsero zwar im italienischen Sienna, doch ein wesentlicher Bestandteil wird in Marburg - im Produktionsbereich „Medien und Adjuvantien“ - hergestellt. Dort arbeiten zirka 40 Mitarbeiter. Auch die Tests laufen in der Universitätsstadt.

100 Marburger an Bexsero „beteiligt“

„Am Standort Marburg freuen wir uns besonders über die Zulassung von Bexsero, weil wir hier eine der Komponenten - das Adjuvans - für den neuen Impfstoff produzieren und weil unsere Serologie mit der Testung der Seren aus allen weltweit durchgeführten Bexserostudien erheblich zur Entwicklung dieses innovativen MenB-Impfstoffs beigetragen hat. Wir sind stolz darauf, dass in jeder Dosis auch ein bisschen Marburg steckt“, sagt der Geschäftsführer.

Die Produktion von Bexsero laufe planmäßig, um in den nächsten Monaten den Markt mit ausreichend Ware versorgen zu können.

Die 60 Mitarbeiter aus der Serologie in Marburg testen die (Blut-)Seren aus allen Studien, die weltweit von Novartis Vaccines and Diagnostics durchgeführt werden. Sie waren damit auch maßgeblich an der Entwicklung von Bexsero beteiligt, insbesondere beim Entwickeln neuer Tests, die für den Nachweis von Antikörpern in Seren aus den Bexserozulassungsstudien benötigt wurden.

„Jedes Jahr sterben Tausende Kinder vor den Augen ihrer Eltern durch MenB oder erleiden schwere Behinderungen durch diese zerstörerische Krankheit. Dank der 20-jährigen engagierten Arbeit vieler Fachleute sind wir dem Ziel, diesem Leid ein Ende zu setzen, heute näher gekommen als je zuvor“, sagte Andrin Oswald, Division Head, Novartis Vaccines and Diagnostics.

von Anna Ntemiris

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