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Notrufnummern fallen für Stunden aus

Telefonstörung Notrufnummern fallen für Stunden aus

In weiten Teilen des Landkreises fielen gestern Telefonanschlüsse der Telekom aus. Zudem waren die Notrufnummern 110 und 112 nicht zu erreichen, weshalb der Landkreis einen Krisenstab einrichtete.

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Carsten Jöstingmeier hat seinen „Notdienst“ im Feuerwehrstützpunkt der Freiwilligen Feuerwehr in Cappel aufgenommen. Er war nur einer der gut 360 Helfer, die wegen des Ausfalls der Notrufnummern gestern im Einsatz waren.

Quelle: Andreas Schmidt

Marburg. Still war es in der Redaktion der OP gestern ab Mittag. Verdächtig still. Und das, obwohl sonst die Telefone munter klingeln. Denn auch das Verlagshaus der Oberhessischen Presse war von dem gut dreistündigen Telefonausfall betroffen.

Erste Anfragen bei der Telekom ergaben - nichts. Eine Sprecherin sagte gegenüber der OP, dass man „von einer Störung“ zwar wisse, jedoch noch nichts über das Ausmaß sagen könne - und auch nicht darüber, wie lange die Störung andauern solle.

Alle Feuerwehren im Landkreis alarmiert

„Die Kollegen der Technik arbeiten mit Hochdruck an dem Problem“, versicherte die Sprecherin. Worin dieses jedoch bestand, das konnte sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen.

Was in einer Redaktion und zahlreichen Firmen zwar ein Ärgernis, aber kein Beinbruch ist, kann andernorts indes Menschenleben kosten. Denn im Landkreis sind auch die Notrufnummern 110 und 112 ausgefallen - sie sind weder aus dem Festnetz von via Handy zu erreichen. „Wir haben einen Krisenstab eingesetzt und sämtliche Feuerwehren im Landkreis alarmiert“, sagt Stephan Schienbein, Pressesprecher des Landkreises und Kreisfeuerwehrsprecher. Alle gut 170 Feuerwehrhäuser im gesamten Kreisgebiet wurden besetzt. Außerdem fuhren durch einige Ortschaften Feuerwehrwagen und machten mit Lautsprecherdurchsagen darauf aufmerksam, dass der Notruf ausgefallen und die Feuerwehrhäuser besetzt seien. „Dorthin können sich die Menschen im Notfall wenden, die Kameraden können dann mit der Rettungsleitstelle per Funk in Kontakt treten“, so Schienbein. Parallel dazu würden die Notrufnummern auf die Leitstelle in Gießen umgeleitet, diese könne nach Marburg ebenfalls per Funk kommunizieren.

So beispielsweise in Cappel: Dort trat Gruppenführer Carsten Jöstingmeier am Mittag seinen Dienst an. „Ich komme gerade von zuhause und habe heute glücklicherweise frei“, sagt er.

Gegen 15 Uhr war die Störung laut Telekom wieder behoben, sie habe „rund drei Stunden“ angedauert, wie eine Sprecherin erläuterte. Ursache für die Störung war demnach ein beschädigtes Bauteil, das aufgrund eines Fehlers in der Spannungsversorgung ausgetauscht werden musste. Die Sprecherin sagte, es sei „lediglich der Vorwahlbereich 06421“ betroffen gewesen - wie viele Kunden nicht telefonieren konnten, wusste sie nicht.

Doch die Auswirkungen der Störungen machten sich auch über den genannten Vorwahlbereich hinaus bemerkbar. So berichteten Leser beispielsweise, dass in Wetter nicht nur telefonieren, sondern auch bezahlen per EC-Karte nicht möglich gewesen sei. Denn auch die Kartenlesegeräte kommunizieren über das Telefonnetz mit den Transaktionsstellen - so blieb nur die Barzahlung. Auch die Sparkasse berichtete auf Nachfrage, dass einige Geschäftsstellen nicht erreichbar gewesen seien. „Und auch einige Geldautomaten sind ausgefallen - allerdings nur außerhalb Marburgs“, erklärte Eva-Maria Schieke von der Sparkasse.

Warum die Leitungen auch außerhalb Marburgs ausgefallen sind, konnte die Telekom-Sprecherin nicht sagen. „Es kann natürlich sein, dass die Reparaturarbeiten punktuell weiter durchgeschlagen sind“, sagte sie.

Der Krisenstab im Gefahrenabwehrzentrum wurde um kurz vor 17 Uhr wieder aufgelöst, wie Stephan Schienbein erläuterte. Von der Leitstelle in Gießen wurden in dieser Zeit demnach neun Rettungsdienst-Einsätze und zwei Hilfeleistungseinsätze der Feuerwehr weitergegeben. Aus den Feuerwehrhäusern waren keine Einsätze vermittelt worden, „wir waren gut vorbereitet, da darf man keine Kompromisse machen. Denn an einem Notruf kann ein Menschenleben hängen“.

Insgesamt waren im Landkreis laut Schienbein rund 360 Kräfte im Einsatz. Nachdem die Telekom mitgeteilt hatte, dass die Störung behoben sei, habe man zur Sicherheit die Notrufleitungen aus allen Kommunen noch einmal getestet.

von Andreas Schmidt

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Das Telefonnetz in Marburg-Biedenkopf ist gestört. Auch die Notrufnummern 110 und 112 waren zeitweise betroffen. Alle Feuerwehrgerätehäuser im Landkreis werden besetzt und dienen als Anlaufstelle für Hilfesuchende.

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