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Notfall-Regelung für Altersversorgung

UKGM Notfall-Regelung für Altersversorgung

Auch wenn am Monatsende das Nettogehalt steigt: Die Einigung zwischen Verdi und UKGM-Spitze zur betrieblichen Altersversorgung bleibt umstritten. Das wurde bei der Betriebsversammlung deutlich.

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6500 nichtärztlich Beschäftigte arbeiten am UKGM in Marburg und Gießen.Foto: Ntemiris

Marburg. Die Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL) prüft derzeit die Sonderregelung, die das UKGM mit Verdi zur Altersversorgung der nichtärztlichen Beschäftigten abgeschlossen hat. Vertreter des UKGM und der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi erklärten auf der gestrigen Betriebsversammlung vor mehreren hundert Mitarbeitern, dass die Tarifeinigung umzusetzen sei.

Zuvor hatten mehrere Beschäftigte gefragt, ob die VBL tatsächlich den Weg, den die Tarifparteien ausgewählt haben, mitgehen wolle. Den Weg nach Marburg wollte - so die Darstellung des Betriebsrates - auch ein Vertreter der VBL antreten, um über die Altersversorgung zu informieren. Offenbar hätten ihn seine Vorgesetzten aber zurückgepfiffen, erklärte der Betriebsrat. So blieb es die Aufgabe von Georg Schulze-Ziehaus von Verdi, über die Neuregelung zu informieren.

Das UKGM, das eine wirtschaftliche Notlage angezeigt hat, zahlt vorerst nur die Hälfte in die VBL-Kasse ein: Sozialversicherungs- und Steuerbeträge werden gesenkt. Der Arbeitnehmer hat dadurch am Monatsende netto sogar mehr auf dem Konto. Das UKGM kann das eingesparte Geld für die Tarif­steigerung von sechs Prozent nutzen. Für das Unternehmen geht es hierbei um Millionenbeträge, für die Mitarbeiter um die Versicherung im Rentenalter. Und daher meldeten sich gestern insbesondere Mitarbeiter zu Wort, die bald in Rente gehen wollen. Wenn die Einzahlung in die betriebliche Altersversorgung gesenkt werde, bekomme man weniger Rente? Schulze-Ziehaus stellte klar: Die UKGM-Beschäftigten bekommen einen Ausgleich, sodass das Niveau der betrieblichen Altersversorgung erhalten bleibe. Der Arbeitgeber zahlt nämlich 1,4 Prozent mehr in eine zusätzliche Altersversorgung bei der allianz - in eine kapitalgedeckte Lebensversicherung, die seit 2008 besteht. Die Beschäftigten der Uni-Klinik Frankfurt erhalten solche Ausgleichszahlungen nicht, hieß es.

Man könne entscheiden, ob man das Geld, das man nun Ende Juni zusätzlich erhalte, zum Ausgehen ausgebe oder damit freiwillig die Altersversorgung aufstocke, so Verdi-Vertreterin Marita Kruckewitt. Verdi empfiehlt, den Netto-Gewinn zurückzulegen. Sie erklärte, dass das System der VBL längst nicht mehr das beste Altersversorgungsmodell sei. Dies wiede­rum veranlasste Beschäftigte, die Frage aufzuwerfen, ob hier für andere Lebensversicherungen geworben werde. Andere wollten wissen, ob sie jetzt selbst aktiv werden müssen, um aufzustocken. Und einige erklärten schlicht, dass ihnen alles zu kompliziert sei. Jeder Arbeitnehmer müsse die frei­willige Aufstockung selbst initiieren, so die Antwort. Und ja, das System sei kompliziert, so Verdi. Aber, so die Botschaft der Gewerkschaft: Die Tarifeinigung lohne sich für alle Beteiligten. von Anna Ntemiris

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