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„Neuorganisation ist Rückschlag für die Pflege“

UKGM „Neuorganisation ist Rückschlag für die Pflege“

Leitende Pflegekräfte an deutschen Universitätskliniken lehnen die geplante Neustrukturierung am Uni-Klinikum in Marburg entschieden ab.

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Krankenpfleger im Operationssaal sollen nach den Plänen des UKGM künftig einer ärztlichen Leitung und nicht der Pflegedirektion unterstellt werden.Archivfoto

Quelle: Klaus-Dietmar Gabbert

Marburg. Das UKGM werde in Marburg mit der geplanten Neuorganisation des Personals erheblich die Kompetenzen der Pflegedirektion einschränken, erklärt der Verband der Pflegedirektoren der Unikliniken in Deutschland. Die Interessengemeinschaft vertritt leitende Pflegekräfte in 33 Uni-Kliniken. „Die Neuorganisation ist ein Rückschlag für die Pflege“, sagt Irene Maier, Vorsitzende des Verbands, das seinen Sitz in Berlin hat.Die UKGM-Geschäftsführung plant unter anderem das Pflegepersonal in Operations-Teams künftig einem neu eingerichteten Management zu unterstellen, das unter ärztlicher Leitung stehen soll.

Diese soll zum Beispiel für die Dienstzeiten des Pflegepersonals verantwortlich sein. So könnte die Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Pflegern im Sinne der Patienten verbessert werden, argumentiert das UKGM. Der Verband der Pflegedirektoren entgegnet, nur mit einer zentralen Organisation könnten moderne Pflegestandards  betriebswirtschaftlich sinnvoll umgesetzt werden.

Dass das UKGM derzeit einen neuen Pflegedirektor sucht, sei zu begrüßen. Doch noch vor dessen Amtsantritt habe das privatisierte Klinikum eine Neustrukturierung beschlossen, die die Kompetenzen des künftigen Pflegedirektors erheblich einschränken werden. Die Aufgaben der derzeit sechs Pflegedienstleistungen sollen nach Angaben der UKGM-Geschäftsführung künftig von vier neu geschaffenen Bereichsleitungen übernommen werden. Die Aufgabenfelder Operation und Anästhesie sollen dabei aus der Verantwortung der Pflegedirektion ausgegliedert werden und einem neu eingerichteten OP-Management unter ärztlicher Leitung unterstellt werden (die OP berichtete).

„Weltweit hat sich für den Pflegedienst eine zentrale Organisation als unabdingbare strukturelle Voraussetzung dafür erwiesen, dass moderne wissenschaftsbasierte Pflegestandards klinikweit betriebswirtschaftlich sinnvoll umgesetzt werden können. Wenn die im OP-Bereich eingesetzten Pflegefachkräfte der ärztlichen Leitung unterstellt werden, ist diese zentrale Organisation nicht mehr gegeben“, so Irene Meier, Vorsitzende des Verbands und Pflegedirektorin in Essen.

Mit der neuen Struktur werde es innerhalb des UKGM künftig zwei Organisationsstrukturen geben - und das sei ungewöhnlich, so der Verband. Die Marburger Geschäftsführung hatte erklärt, dass die Pläne nur für den hiesigen Standort vorgesehen sind.

In Gießen sei die Bereichsleitung vor zwei Jahren abgeschafft worden, merkt Meier an. Daher sei nicht zu erwarten, dass nun diese Struktur dort wieder eingeführt wird.

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