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Neues Wohnviertel als Kapitalanlage

Bauprojekte im Nordviertel Neues Wohnviertel als Kapitalanlage

Es ist ein Projekt in Höhe von 30 Millionen Euro: 200 neue Wohnungen 
 sollen in der Neuen Kasseler Straße unter der 
Marke „Allee Nordend“ entstehen.

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Noch weist nur ein großes Plakat auf die geplante „Allee Nordend“ hin. Das soll sich mit dem Spatenstich am Samstag ändern – 
S+S Immobilien investiert an der Neuen Kasseler Straße rund 30 Millionen Euro und schafft 200 Wohnungen.

Quelle: Nadine Weigel

Marburg. Das Bauprojekt Allee Nordend wird nicht nur die ­ganze Neue Kasseler Straße, sondern das gesamte Nordviertel verändern, sagt Karsten Schreyer, Geschäftsführer und Eigentümer der S+S Grundbesitz GmbH. Der Spatenstich soll diesen Samstag erfolgen. In fünf neuen Gebäuden sollen insgesamt 200 Wohnungen auf 12.000 Quadratmeter entstehen.

Es ist für das Unternehmen das größte Projekt im Nordviertel. Auf der einstigen Industriebrache und dort, wo zuletzt Bahnparkplätze und Gebrauchtwagen standen, sollen moderne Wohnungen entstehen, die finanzkräftige Privatleute als Kapitalanlage kaufen können.

Zunächst sollen drei Häuser mit insgesamt 150 Wohneinheiten und einem Parkdeck errichtet werden. Der zweite Bauabschnitt sei für das vierte Quartal dieses Jahres geplant. Im ersten Quartal 2018 sollen alle Häuser bezugsfertig sein. Fast 80 Prozent der Wohnungen seien bereits verkauft. „Die meisten Käufer sind private Kapitalanleger, die in Universitätsstädte investieren“, sagt Schreyer.

Etwa 30 Prozent dieser Käufer wohnen im Ausland, er habe zum Beispiel Kunden in den USA und Südafrika. Und es gebe Kunden, die gleich 15 Wohnungen als Vermietungsobjekte kaufen. „Sie glauben an den Standort Marburg und an unser Konzept“, so der Immobilienvermarkter, dessen Firma die Vermietung der Wohnungen übernimmt.

Unternehmer wünscht sich eine Verkehrsberuhigung

Je nach Kategorie verkauft Schreyer möblierte Klein-Appartements, die insbesondere Bahnpendler aufgrund der Nähe zum Hauptbahnhof nutzen, Ein- bis Dreizimmer-Wohnungen oder sogenannte Budgetwohnungen, die als geförderter Wohnungsbau gelten – das seien zehn Prozent der Wohnungen.

Für die künftigen Bewohner, der Komplex soll sich auf einen halben Kilometer erstrecken, wünscht sich Schreyer eine „neue“ Kasseler Straße, die nur für Anlieger geöffnet ist. „Am Tag fahren dort 10.000 Autos durch. Tempo 30 oder eine Verkehrsführung auf die Stadtautobahn wären meines Erachtens eine Lösung, die auch schon Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies vorgeschlagen hat“, so Schreyer. Mit der Stadt hat er vertraglich bis zum Eingang des Jägertunnels die Sanierung des Bürgersteigs vereinbart.

Das Projekt Allee Nordend sei für das Marburger Familienunternehmen eine Investition von 30 Millionen Euro, sagt Schreyer. Die fast 1200 Wohneinheiten seiner Firma im ganzen Nordend beziffert er im Zeitraum von acht bis zehn Jahren auf insgesamt mehr als 100 Millionen Euro.

Eine andere Zahl verdeutlich, wie sich das Nordviertel mit den Schreyer-Bebauungen nach und nach verändert: insgesamt 2500 Menschen werden dort bald neue Einwohner sein. Mit ihnen haben sich Geschäfte angesiedelt, Gastronomie fehle noch, so Schreyer.

Das Marburger Familienunternehmen will expandieren. Nachdem es bereits mehrere große Bauprojekte in Frankfurt umgesetzt hat, soll dort eine Filiale errichtet werden, kündigt Schreyer an. Mit den Projekten ist auch das Team auf 13 Personen gewachsen: Er habe fünf neue Mitarbeiter eingestellt. Letztlich seien aber 250 bis 300 Menschen am Bau beteiligt. Es sei schwierig, heimische Firmen in dem Umfang zu bekommen, daher kooperiere er vorwiegend mit Bauunternehmen und Handwerksbetrieben aus Mittel- und Südhessen.

Auch in Marburg hat Schreyer noch einiges vor. Er verhandele derzeit mit einem Betreiber eines Bed-and-Breakfast-Hotels, und in der alten Kasseler Straße habe er ein weiteres Grundstück erworben, um dort 30 Wohnungen zu bauen. Details zu diesem Vorhaben nennt Schreyer allerdings derzeit noch nicht.

von Anna Ntemiris

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