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Neues Leben im alten Möbelhaus

Outlet in Simtshausen Neues Leben im alten Möbelhaus

Das Möbelhaus Hinkel hatte Tradition: 30 Jahre lang verkaufte Friedhelm Hinkel in Simtshausen Polstermöbel und Schränke. Im vergangenen Jahr schloss er, weil er keinen Nachfolger fand. Nun gibt es dort ein Möbel-Outlet.

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Polstermöbel, Tische und Schränke aus Insolvenzen verkauft die Firma MHZ GmbH aus Berlin seit November im ehemaligen Möbelhaus Hinkel in Simtshausen.

Quelle: Patricia Grähling

Simtshausen. „Es war Friedhelm Hinkel sehr wichtig, dass hier weiter Möbel verkauft werden“, sagt Michael Müller, Geschäftsführer der MHZ GmbH aus Berlin. Den Wunsch hat Müller erfüllt: In den Räumen des ehemaligen Möbelhauses Hinkel hat das Berliner Unternehmen ein Möbel-Outlet eröffnet. Nur ein halbes Jahr lang war der Laden geschlossen.

„Wir haben das Möbelhaus Hinkel letztes Jahr von Januar bis April beim Abverkauf der Möbel unterstützt“, erklärt Müller. So knüpfte die Berliner Firma erste Kontakte nach Simtshausen. Denn das Unternehmen ist Profi im Bereich Möbelverkauf und hat sich laut Müller darauf spezialisiert, Waren aus Insolvenzen zu übernehmen.

„Wir agieren deutschlandweit und führen Räumungsverkäufe für Möbelhäuser durch oder kaufen Insolvenzware auf“, erklärt der MHZ-Geschäftsführer. Die Möbel stammen dann von insolventen Möbelhäusern oder auch von den Herstellern selbst. „Wir kaufen auch Überproduktionen und Sonderposten auf“, sagt Müller. Der Warenbestand sei daher hoch und die Lagerräume der MHZ GmbH immer gut gefüllt.

„Unser Sortiment wechselt ständig“

Die Berliner Firma hat sich daher nun in ein neues Geschäftsfeld gewagt und den ersten eigenen Möbel-Outlet eröffnet. „Wir kaufen Möbel etwa in Cuxhaven auf und bringen sie dann hierher“, erklärt Müller. Auf 3000 Quadratmetern sind Stühle, Sofas, Couchtische, Wohnzimmerschränke, Betten, Teppiche und Dekorationsartikel aufgebaut – auf 1500 Quadratmetern Lagerfläche stapeln sich weitere Möbel. „Dadurch wechselt unser Sortiment ständig.“

Müller erklärt das Verkaufskonzept: So kann in dem Möbel-Outlet kein Sofa in der Lieblingsfarbe bestellt werden. Gekauft wird, was da ist und wie es im Laden steht. „Dadurch entfallen Lieferzeiten“, sagt Müller. „Wir sind gut sortiert. Aber für die Kunden muss natürlich das Passende vorhanden sein.“

Für Simtshausen habe die Berliner Firma sich entschieden, weil es zentral in Deutschland gelegen sei. „Von hier aus können wir andere Räumungen bedienen.“ Simtshausen solle allerdings nur der Anfang sein: Es ist laut Müller zwar das erste Outlet von MHZ, weitere sollen aber in Deutschland folgen.

Friedhelm Hinkel hatte das Möbelhaus in Simtshausen 30 Jahre lang geführt. Mit 79 Jahren hatte er sich zu der Schließung entschlossen – er fand keinen Nachfolger, wie er im Gespräch mit der OP berichtete. Er wolle aber auch nicht mehr, weil sich die Branche stark verändert habe und gerade kleine und mittelständische Möbelhäuser mit der Marktsituation zu kämpfen hätten.

von Patricia Grähling

 
 
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