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Neues Leben im „Alten Brauhaus“

Marburger Traditionslokal Neues Leben im „Alten Brauhaus“

Nach monatelanger Vakanz gibt es bald wieder neues Leben im „Alten Brauhaus“: Thorsten Stei wird dort spätestens im Oktober sein neues Restaurant eröffnen.

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Der Großseelheimer Gastronom Thorsten Stei steht auf der Treppe des „Alten Brauhauses“ in Marburg: Stei hat das Restaurant übernommen und wird dort künftig Schnitzel anbieten – von  S bis XXL.

Quelle: Andreas Schmidt

Marburg. Stei betreibt bereits seit mehreren Jahren in Großseelheim „Barny‘s Schnitzelscheune“. Warum also das Interesse am „Alten Brauhaus“?

„Ich wollte schon immer ein Restaurant in der Stadt haben“, sagt Stei im Gespräch mit der OP. Mit dem Brauhaus verbinden ihn viele Erinnerungen. „Hier war ich schon als Kind, meine Frau hat ihre Konfirmation hier gefeiert. Und mein Schwager hat hierher eingeladen, als er seinen ersten Lohn erhalten hat“, erzählt Thorsten Stei.

Er habe ein Faible für alte, gemütliche Restaurants, „wenn ich bei meinem Kumpel in München bin, dann zieht es mich immer in solche Häuser – die faszinieren mich einfach“, sagt er.

Als er mit seinem „Schnitzeltaxi“ – dem Lieferdienst der Schnitzelscheune – vor einigen Monaten auf dem Weg zu einer Marburger Firma gewesen sei, habe er gesehen, dass im Brauhaus kein Licht gebrannt habe. „Ich habe mich gefragt, ob die Inhaber nur Betriebsferien machen – und als ich einige Wochen später immer noch kein Licht gesehen habe war klar, dass das Brauhaus geschlossen hat.“

Also habe er über seinen Getränkehändler den Kontakt zum Pächter hergestellt – und erfahren, dass dieser einen Nachfolger sucht. Es folgten monatelange Verhandlungen, denn Stei war nicht bereit, die hohe Abschlagzahlung, die der Pächter verlangte, zu bezahlen. Letztendlich übernahm eine Brauerei das Brauhaus, verpachtet es an den Großseelheimer.

Erste Termine schon geblockt

„Es ist eine große Ehre für mich, zu versuchen, eines der ältesten und traditionellsten Restaurants wieder mit Leben zu füllen“, sagt Stei. „Ich will nicht behaupten, dass ich der große Messias bin und weiß, wie alles läuft“, sagt er im Hinblick auf die Misere der vorherigen Pächter. „Aber ich weiß, dass es schon Gäste gibt, die sich auf uns freuen, weil sie dann nicht mehr bis Großseelheim fahren müssen.“

Die ersten Veranstaltungen seien bereits gebucht – Kommunionen und Konfirmationen, außerdem hätten sich für den Winter bereits die ersten Wandergruppen angemeldet. „Und auch Stammtische haben sich bereits angekündigt“, freut sich Stei. Die Resonanz ist also schon groß.

Angst habe er nicht vor der Aufgabe. „Aber einen gewissen unternehmerischen Respekt“, sagt Stei. Von dem Namen „Altes Brauhaus“ wird er sich jedoch verabschieden. „Wir sind mit ,Barny‘s Schnitzelscheune‘ bekannt geworden, die Leute kennen unsere Schnitzel – und das wollen wir beibehalten.“

Auch das Konzept aus Großseelheim will Thorsten Stei beibehalten: Schnitzel in den Größen S, L und XXL. Und auch den Lieferdienst mit seinem „Schnitzeltaxi“ wird er fortführen. Die Idee zu dem Lieferservice kam ihm übrigens im Urlaub. „Ich lag auf der Luftmatratze und habe überlegt, wie ich die Schnitzelscheune etwas mehr in Schwung bekomme“, erzählt er. Für ihn war klar: „Wenn die Leute nicht zu mir kommen, dann müssen die Schnitzel eben zu ihnen kommen – und nach dem Urlaub ging das ,Schnitzeltaxi‘ an den Start.“

Eröffnungstermin hängt von Lieferzeit für Küche ab

Dazu solle in Marburg noch ein schneller Mittagstisch kommen, „bei dem die Gäste innerhalb von 10, 15 Minuten ein günstiges und gutes Essen bekommen, damit sie noch genug Zeit haben, den Rest ihrer Mittagspause zu genießen“. Und auch für die Studierenden soll es Angebote geben – ebenso wie für Vegetarier.

Nur wann er genau eröffnet – das steht noch nicht fest. „Wir bekommen eine neue Küche, und die hat Lieferzeiten, von denen alles abhängt“, sagt der Gastronom. Die Schwierigkeit: „Es ist ein altes Haus, es gibt keinen rechten Winkel – also muss alles genau angepasst werden“, so Stei. Und das brauche Zeit. Diese Zeit nutzt Stei, um sein Team für das Brauhaus zusammenzustellen. Einen Koch hat er bereits gefunden, und auch einige Service-Kräfte sind bereits am Start. Insgesamt plant er mit rund 15 Kräften in Marburg.

Den Betrieb in Großseelheim wird Stei fortführen – mit geändertem Konzept: Es sollen Dart-Automaten aufgestellt werden, Restaurant-Betrieb gibt es dann nur noch für Gesellschaften, „etwa für Weihnachtsfeiern oder die Jahreshauptversammlungen unserer vielen Vereine“.

von Andreas Schmidt

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