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Neues „Herz“ des Stadtwalds

Nahversorgermarkt eröffnet Neues „Herz“ des Stadtwalds

Nach einem Jahr Bauzeit wurde auf dem Platz der 
Weißen Rose im Stadtwald ein neues Wohn- und Geschäftshaus eingeweiht. Nun hat der Stadtteil den lange ersehnten Lebensmittelmarkt.

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Am Samstag wurde das neue Wohn- und Geschäftshaus im Stadtwald eingeweiht.

Quelle: Heiko Krause

Marburg. Gebaut hat das Gebäude die Gefra Wert und Grund GmbH. 28 Wohnungen von 28 bis 101 Quadratmetern Größe sind entstanden.

Wie Gefra-Geschäftsführerin Frauke Nolting berichtete, werde zweigleisig mit Vermietung und Verkauf gefahren. „Anvisiert ist auch noch ein Bistro, wir suchen noch 
einen Pächter“, so Nolting. Dieser soll neben einer bereits bestehenden Physiotherapiepraxis und dem Markt einziehen.

Dass es einen Bedarf für einen Nahversorger gibt, zeigten bereits vor der offiziellen Eröffnung zahlreiche Kunden. Auf knapp 300 Quadratmetern betreibt ihn der „Lebensmittelpunkt“, eine Tochter des Lebenshilfewerks, in Kooperation mit Tegut.

„Wir wollen die Lebensmittel wieder in die Dörfer und kleinen Städte bringen“, sagte Knut John, Projektleiter bei Tegut. Das erreiche das Unternehmen mit kleineren Märkten, mit denen natürlich kein Geld zu verdienen sei, aus sozialer Verpflichtung. Insgesamt gebe es in Hessen schon 28 „Lädchen“, die wie der neue Laden im Stadtwald in erster Linie der Integration von Menschen mit Behinderung diene.

Roland Wagner, Geschäftsführer von „Lebensmittelpunkt“, erläuterte, dass 25 bis 50 Prozent der Mitarbeiter Behinderungen hätten. Dies sei der dritte Integrationsbetrieb nach dem Dorfladen in Michelbach und einem Lädchen in der Psychiatrischen Klinik am Ortenberg.

Spies: „Jetzt kann der Stadtwald weiter wachsen“

Der Integrationsgedanke sei ganz wichtig bei dem Laden, so John. Daneben garantiere er, dass die Preise die gleichen seien, wie in allen Tegut-Märkten. Das Sortiment sei mit 4500 Produkten zwar kleiner, aber immer noch dreimal so groß, wie das der Discounter.

Das Konzept beinhalte auch, regionale Erzeugnisse anzubieten, so John weiter. Gelungen sei dies im Stadtwald bisher mit einem Metzger und einer Bäckerei. Darüber hinaus soll in zwei Wochen auch eine Postfiliale einziehen.

John, Wagner und Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies forderten die Bewohner des Stadtteils auf, dafür zu sorgen, dass „Lebensmittelpunkt“ am Markt bestehen kann. Denn, so Wagner, man stehe durchaus im Wettbewerb. „Kaufen Sie hier nicht nur, was sie anderswo vergessen haben“, sagte er und das Stadtoberhaupt ergänzte, „fahren Sie gar nicht erst mit dem Auto weg.“

Mit dem Lebensmittelmarkt, so Spies, erhalte der Stadtteil nicht nur einen Nahversorger, sondern ein „Herz“, denn hier fänden zukünftig auch viele Begegnungen statt. „Nur wenn es Nahversorgung gibt, ist es auch wirklich ein Stadtteil“, zeigte 
sich Spies überzeugt. Jetzt 
könne der Stadtwald noch weiter wachsen. Nolting kündigte in diesem Zusammenhang an, dass Gefra demnächst auch das gegenüberliegende Grundstück bebauen werde.

von Heiko Krause

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