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Die „Marburger Version“ einer Mall

Allianzhaus Die „Marburger Version“ einer Mall

Vier Wochen lang suchten Stadt, Stadtmarketing und Werner Projektentwicklung mittels Wettbewerb einen neuen Namen für das Allianzhaus – gewonnen hat „2M Marburg Mall“, der Vorschlag von Ursula Schlapp.

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Ursula Schlapp (Mitte) aus Marburg gewann mit „2M Marburg Mall“ den Namenswettbewerb für das Allianzhaus – und damit einen Gutschein für eine Ballonfahrt. Den überreichten Klaus Diegelmann (von links), Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies, Dr. Stefan Blümling und Daniela Maurer.

Quelle: Andreas Schmidt

Marburg. „Eigentlich ist es gar nicht meine Idee, sondern die meines Sohnes“, sagte die 72-Jährige am Dienstag während der Vorstellung. Denn Hans-Thomas Schlapp, der in der Schweiz wohnt, habe seine Mutter im Sommer besucht. In der OP ­habe sie von dem Namenswettbewerb gelesen, „und mein Sohn sagte, dass in der Schweiz demnächst ein großes Einkaufszentrum öffnet – die Mall of Switzerland“, erinnert sich Ursula Schlapp. Also müsse der Name in Marburg auch etwas mit Mall zu tun haben, waren sich die beiden sicher.

„Aber ich habe gar nichts eingesendet, das hat mein Sohn für mich gemacht“, so Schlapp – der Titel „2M Marburg Mall“ kam bei der Jury von Vertretern der Stadt Marburg und der Werner Projektentwicklung GmbH so gut an, dass er das Rennen machte.

Ursula Schlapp kann daher demnächst in die Luft gehen, denn sie gewann eine Ballonfahrt für zwei Personen im Wert von 350 Euro – Flugangst hat sie zumindest nicht, „im Flieger habe ich schon immer am Fenster gesessen, und mein Sohn muss auf jeden Fall mitkommen“, freut sie sich.

Begriffe Carré, Passage oder Arkaden chancenlos

255 Vorschläge seien während des Wettbewerbs, der vom 1. bis zum 30. Juni lief, eingegangen, sagte Daniela Maurer vom Stadtmarketing Marburg. Klaus Diegelmann, Geschäftsführer­ der Werner Projektentwicklung GmbH, erläuterte, dass man mit dem Namenswettbewerb die Öffentlichkeit habe einbinden wollen, „denn die Marburger sind durch die Baustelle mitten in der Stadt genug beeinträchtigt“.

Bei den „vielen guten Vorschlägen“ seien zahlreiche Kombinationen mit Passage, Carré oder Arkaden gewesen, „was man landauf, landab schon kennt – wir verfolgen aber ein nach außen gewandtes Konzept“, so Diegelmann. Es entstehe kein typisches Einkaufszentrum, „das die Kunden wie ein Staubsauger an einer Stelle aufsaugt, sondern wir haben viele Zugänge und wollen, dass das Objekt die umliegenden Straßen belebt“. Aus diesem Grund habe man sich beim Namen in Richtung eines Kunstbegriffs bewegt „und für den Namen ,2M‘ entschieden“.

Keine Konkurrenz zur Oberstadt

Laut Diegelmann soll „2M“ ­eine „dienende Funktion für die gesamte Stadt“ haben – dazu trügen auch die rund 300 Parkplätze bei. „Der Begriff Marburg Mall soll den gesamten Innenstadtbereich beleben“, erläutert Diegelmann.

Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) verdeutlicht, dass „eine Innenausrichtung“, der typisch für eine Mall sei, „dem Projekt fremd ist: Der Zugang zu den Läden findet von außen statt, das Gebäude hat eine öffnende Funktion in die Stadt“. Auch gebe es keinen kleinteiligen Einzelhandel, somit fände keine Konkurrenz zur Oberstadt statt. Vielmehr werde „2M“ das Angebot „fruchtbar ergänzen“.

„Wir bauen in Marburg keine Malls auf die grüne Wiese, sondern wir schaffen es, die Innenstadt zu beleben“, so Spies. Die Jury habe sich lange überlegt, ob man das neue Objekt als Mall bezeichnen könne, da man solche Zentren in der Stadt nicht haben wolle. „Wir drehen das Prinzip aber um – es ist die Marburger Version einer Mall“, sagt Spies, der sich sicher ist, dass man künftig sowieso nur noch von „2M“ reden werde. Mit dem Namen gebe es übrigens noch ein Mosambikanisches Bier und einen Marokkanischen Fernsehsender – „aber unser ,2M‘ ist das Schönste und das Beste“, so Spies.

von Andreas Schmidt

Gewinner
Folgende Einsender gewannen für ihre Teilnahme einen Marburg-Gutschein in ­Höhe von 50 Euro: Luisa Bänfer, ­Volker Beer, Mansour Gonbadi, Niki Haghighatfar, Harald Koch, Silvia Klose-Lapp, Amelie Schneider, Daniel von Stackelber, Jürgen Steiert, Franziska Taube und Dorothea Weber.
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