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Neuer Einstieg ins Abwasser-Geschäft

Stadtwerke Marburg Neuer Einstieg ins Abwasser-Geschäft

Sie wollen Kläranlagen betreiben und die Abwasserentsorgung technisch und kaufmännisch organisieren: Drei Firmen, darunter die Stadtwerke Marburg, haben eine neue Gesellschaft gegründet.

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Marburg.. Lahn-Eder-Diemel-Abwasser GmbH, abgekürzt Leda, heißt ein neu gegründetes Unternehmen, das drei Energieversorger zu Partnern macht: Am Montag unterzeichneten die Stadtwerke Marburg, die Verbands-Energie-Werk-Gesellschaft (VEW), Tochterfirma der Energie Waldeck-Frankenberg (EWF), sowie die Remondis Aqua GmbH aus Lünen den Gründungsvertrag für Leda.

Leda will mit Wasserversorgung, Abwasserbehandlung oder Bau und Betrieb wassertechnischer Anlagen Kommunen unterstützen.

Jeder der drei Partner ist zu einem Drittel beteiligt, erklärte Rainer Kühne, technischer Geschäftsführer der Stadtwerke Marburg im OP-Gespräch. Vor vier Wochen habe die EWF die Stadtwerke angefragt, ob man kooperieren wolle, um die kommunale Seite im Abwassergeschäft zu stärken, berichtete Kühne. Das städtische Tochterunternehmen haben zugesagt, da dies zu ihrem Geschäft passe: Die Stadtwerke führten den Abwasserverband Marburg und hätten das Knowhow.

Nun geht es darum, dass die drei Partner einen neuen Knowhow-Pool bilden, um bei anstehenden Renovierungen von Kläranlagen Dienstleistungen anzubieten. Viele Kommunen werden in den nächsten Jahren Bedarf haben, zahlreiche Kläranlagen müssen modernisiert werden. Nur ein Beispiel: In Gemünden sorgte das erste Ausschreibungsergebnis für die neue Kläranlage für Ärger, weil der Anbieter fast eine Million Euro über dem Haushaltsansatz lag. Eine zweite Ausschreibung ist nun geplant. In diesem Wettbewerb könnte Leda also eine Rolle spielen.

Aufsichtsrat in Marburg muss noch zustimmen

Nach den Vorstellungen der Gesellschafter soll Leda Ausschreibungen für Abwasser-Projekte und Planungen übernehmen oder als Betreiber auftreten. „Wir haben alle Kompetenzen“, so Kühne. „Wir wollen als zusätzliche Gesellschaft, am Wettbewerb teilhaben.“ Das Geschäftsgebiet werde sich vorrangig auf die Region Nordhessen konzentrieren, konkret Waldeck-Frankenberg.

Die Gesellschafterversammlung der Leda GmbH besteht aus zwölf Stimmen. Die beiden Geschäftsführer der Stadtwerke Marburg, Kühne und Norbert Schüren, haben jeweils zwei. Vorerst. Es könnte noch sein, dass der Aufsichtsrat der Stadtwerke Marburg Mitglieder entsendet, sodass noch mehr Marburger in dem neuen Unternehmen das Sagen haben. Der Aufsichtsrat der Stadtwerke Marburg wird sich am 11. September mit dem Thema befassen, auch müsse er der Beteiligung formal noch zustimmen, erklärte Kühne.

Schüren für kaufmännische Aufgaben verantwortlich

Im OP-Gespräch wies Kühne Meldungen zurück, wonach der Prokurist von Leda von den Stadtwerken Marburg gestellt werde. „Das haben wir nicht beschlossen“, so Kühne. Richtig sei, dass Schüren als Geschäftsführer für kaufmännische Aufgaben verantwortlich sein werde. „Die Aufgaben Rechnungswesen, Zentraler Einkauf, Buchhaltung übernehmen wir“, so Kühne. „Das können wir von Marburg aus übernehmen, sodass wir keine weite Anreise haben.“ Für das Technische werde VEW zuständig sein, weil man davon ausgehe, dass die meisten Projekte im Raum Waldeck-Frankenberg stattfinden werden.

Harald Plünecke, der frühere SPD-Bürgermeister von Vöhl und Aufsichtsratsmitglied von EWF wird Geschäftsführer von Leda. Noch sei die Gesellschaft nicht im Handelsregister geführt, das formale Prozedere laufe noch. Remondis Aqua gehört zur Remondis-Gruppe, nach eigenen Angaben einem der weltweit größten Dienstleister für Recycling, Service und Wasser.

von Anna Ntemiris

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