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Größer, aber noch überschaubarer

VR Bank Lahn-Dill Größer, aber noch überschaubarer

Drei Volksbanken aus Mittelhessen wollen sich 2018 zusammenschließen. Die wichtigsten Fragen und Antworten, Zahlen und Daten zur Fusion im Überblick.

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Drei VR Banken führen Fusionsgespräche auf Augenhöhe.

Quelle: Tim Reckmann / pixelio.de

Gladenbach. Die VR Bank Biedenkopf-Gladenbach, die Volksbank Dill und die Volksbank Herborn-Eschenburg fusionieren 2018 zur neuen VR Bank Lahn-Dill ( die OP berichtete). Der letztliche Startschuss zur Verschmelzung soll im Mai kommenden Jahres per Beschluss der Vertreterversammlung fallen. Die Fusion wird dann rückwirkend auf den 
1. Januar 2018 datiert.

Was bedeutet das für den Kunden?
Für die soll sich zunächst mal wenig ändern. Die neue VR Bank Lahn-Dill mit 34 Filialen starten. Das sind 15 der VR Bank Biedenkopf-Gladenbach, 14 der Volksbank Dill und fünf der Volksbank Herborn-Eschenburg. Und diese sollen weiterhin erste Anlaufstelle für die Kunden bleiben. Veränderungen im Filialnetz sollen kurz nach der Fusion dort anstehen, wo zwei Geschäftsstellen in einem Ort sind. Dies ist in Sinn der Fall. Zudem soll es bestimmte Schwerpunkte geben. In Eibelshausen soll ein Kunden-Service-Center etabliert werden. Der Bereich „Private Banking“ soll in Herborn konzentriert werden. Ein Zentrum für den Vorstand sei in Dillenburg denkbar, während im Hinterland die Verwaltung sitzen könnte.

Was sind die Gründe für die Fusion?
Insbesondere zwei Trends möchten die drei Genossenschaftsbanken mit der Fusion begegnen. Vor allem der demografische Wandel als auch die zunehmende Digitalisierung, nennt Wolfgang Brühl, Sprecher der VR Bank Biedenkopf-Gladenbach, als Gründe. Darüber hinaus hoffen die Partner aber auch, von Synergieeffekten zu profitieren: Man wolle Arbeitsabläufe straffen und rationalisieren und der stärker werdenden Regulatorik begegnen.

Sind die drei Fusionspartner unterschiedlich groß?
Ja. Dies zeigt sich bei einem Blick auf die Anzahl der Kunden. Alle drei gemeinsam haben 107.500. Davon gehören 91.000 zum Stamm der VR Bank Biedenkopf-Gladenbach und Volksbank Dill. Auch bei der Bilanzsumme zeigt sich der Unterschied. 782.920 Euro der VR Bank Biedenkopf-Gladenbach stehen 676.075 Euro der Volksbank Dill und 338.132 Euro der Volksbank Herborn-Eschenburg gegenüber. Wolfgang Brühl betont deswegen: „Die bisherigen Gespräche über die Fusion liefen allesamt auf Augenhöhe ab – und so wird es auch nach der Verschmelzung weitergehen.“ Klar ist aber auch, dass die VR Bank Biedenkopf-Gladenbach als größter im Bunde die aufnehmende Bank in dem neuen Verbund sein wird.

Sind durch die Fusion ­Arbeitsplätze gefährdet?
Alle derzeitigen Arbeitsverhältnisse – das sind 360 – sollen in die VR Bank Lahn-Dill übertragen werden und die Betriebsräte aller drei Genossenschaftsbanken seien von Beginn an eingebunden, teilen die Vorstände mit. Im Falle der VR Bank Biedenkopf-Gladenbach sind das 177 Beschäftigte, bei der Volksbank Dill 125 und bei der Volksbank Herborn-Eschenburg 58.

Was sagt die heimische Wirtschaft zu den Plänen?
Andreas Tielmann ist Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Lahn-Dill. Er schickt voraus, dass es sich bei der Fusion zunächst natürlich um eine unternehmerische Entscheidung handle. „Diese scheint von innen heraus sehr gut vorbereitet“, erklärt er. „Und alle weiteren Schritte bedürfen der Zustimmung der Vertreterversammlung.“

Dass der Wirtschaftsraum der neuen Genossenschaftsbank nach der Fusion „überschaubar“ und „in der Region verankert“ bleibe, sei ein großer Pluspunkt der neuen VR Bank Lahn-Dill. Zudem decke sich dieser mit einem Teil des Gebiets der IHK Lahn-Dill, die Verantwortung trägt für den Lahn-Dill-Kreis, den Altkreis Biedenkopf sowie die Gemeinden Biebertal und Wettenberg.

Andreas Tielmann sagt: „Auch die mittelständischen Unternehmen, die unsere Region prägen, sind in den vergangenen Jahren immer weiter gewachsen – und sie brauchen weiterhin einen verlässlichen Bankpartner.“ Positiv wertet es der IHK-Lahn-Dill-Hauptgeschäftsführer auch, dass „da Menschen entscheiden, die aus der Region stammen“.

von Christian Röder

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