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Negative Signale am Arbeitsmarkt

Arbeitslosenzahlen Negative Signale am Arbeitsmarkt

Der Agentur für Arbeit in Marburg wurden im März 23 Prozent weniger neue Stellen gemeldet als im Vorjahresmonat. Das war der schlechteste März-Wert seit zehn Jahren.

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Im März gibt es auf dem Arbeitsmarkt keine Frühjahrsbelebung. Bauarbeiten im Freien fanden kaum statt.

Quelle: Marijan Murat

Marburg. Marburg. Im März 2013 waren 0,7 Prozent weniger Menschen im Landkreis als vor einem Jahr arbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Februar ist dies ein Rückgang von 0,4 Prozent.

Die Arbeitslosenquote bleibt bei 5,1 Prozent und ist damit marginal kleiner als im März vergangenen Jahres. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit ist saisonüblich, sagt der Chef der Arbeitsagentur Marburg, Volker Breustedt. Die Marburger Arbeitsagentur ist sogar die einzige in Hessen, die weniger Arbeitslose meldet als im Vorjahr. Der Rückgang ist allerdings klein.

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Und andere Zahlen stimmen den Leiter der Arbeitsagentur weniger optimistisch: Im Vergleich zum Vorjahresmonat registriert die Behörde 20 Prozent mehr Arbeitslosengeldempfänger. Anders ausgedrückt: Ein Fünftel mehr Menschen wurden in diesem Monat entlassen als im Vorjahr. Nun müsse man darauf achten, dass diese Arbeitslosen nicht im Laufe des Jahres „in Hartz IV rutschen“, sondern eine neue Beschäftigung finden.

Neues Call-Center schafft Arbeitsplätze

Doch das ist derzeit keine einfache Sache, wie die aktuelle Statistik belegt: 506 freie Arbeitsstellen und damit 23,3 Prozent weniger als vor einem Jahr wurden der Agentur für Arbeit in Marburg gemeldet. Gegenüber Februar 2013 sind dies fast 30 Prozent weniger. „Das ist der schlechteste März-Wert seit zehn Jahren“, sagt Breustedt. Ein Grund ist das winterliche Wetter im Frühjahrsmonat: Landschaftsgärtnereien oder Handwerksbetriebe, die im Freien arbeiten, konnten nicht wie erwartet arbeiten.

Das Gaststättengewerbe habe bereits im Februar die Beschäftigten für die neue Saison und das Ostergeschäft eingestellt, diese Neueinstellungen haben sich also im vergangenen Monat auf die Statistik ausgewirkt.

Die rückläufige Zahl der freien Stellen ist ein negatives Konjunktursignal, das Sorgen bereiten könnte. Nach wie vor zählen Männer und Ausländer zu der Gruppe, die am meisten von Arbeitslosigkeit betroffen sind. Viele der Betroffenen waren bisher in der Produktion tätig.

Positive Zeichen am heimischen Arbeitsmarkt gibt es derzeit allerdings auch: In drei bis fünf Monaten wird laut Breustedt ein neues Callcenter in Marburg für „bis zu 500 neue Beschäftigungsverhältnisse“ sorgen. Namen nannte er nicht.

Bekannt ist bislang, dass Walter Services nach der Übernahme des Marburger Kundenservice-Centers von Unitymedia KabelBW den Standort im Stadtwald weiter ausbaut: Insgesamt 170 zusätzliche Jobs zu den bisher 90 sollen in der Kundenbetreuung in der Rudolf-Breitscheid-Straße geschaffen werden, bestätigte das Unternehmen der OP. Die ersten neuen Kundenbetreuer seien bereits eingestellt worden, hieß es. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Landkreis Marburg-Biedenkopf ist im März relativ deutlich zurückgegangen. Das Kreisjobcenter weist in der Bilanz für den März 3597 erwerbsfähige Leistungsberechtigte aus, die als arbeitslos registriert sind.

Zehn Prozent weniger Langzeitarbeitslose

Im Vergleich zum Vormonat Februar ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen damit um 114 Personen gesunken, gegenüber dem Vorjahresmonat verzeichnet das Kreisjobcenter einen Rückgang um 10,4 Prozent.

Das erste Halbjahr im laufenden Ausbildungsjahr geht zu Ende. Die Agentur für Arbeit gab daher am Gründonnerstag ihre Halbjahresbilanz für den Ausbildungsmarkt bekannt: 1363 Bewerber für Ausbildungsberufe gibt es derzeit im Kreis, das sind vier Prozent weniger als vor einem Jahr. Gleichzeitig sind rund 1200 Ausbildungsstellen derzeit unbesetzt. Das sind fünf Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Fazit der Arbeitsagentur Marburg: 825 Bewerbern stehen 560 unbesetzte Ausbildungsstellen gegenüber.

von Anna Ntemiris

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