Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 3 ° Regen

Navigation:
Nationalteam trainiert im „Esszimmer“

WM-Vorbereitung Nationalteam trainiert im „Esszimmer“

Das Marburger Esszimmer war am Sonntag Übungsstätte für Jugendnationalmannschaft der Köche Kanadas. Sie bereiteten sich dort auf den World Cup in Luxemburg vor.

Voriger Artikel
Taxifahrer boykottieren die AOK
Nächster Artikel
„Der Meister ist die Elite im Handwerk“

In der Küche des „Marburger Esszimmers“ trainierten die Kanadischen Jungköche – das Ergebnis schmeckte den Besuchern.

Quelle: Lisa-Martina Klein

Marburg. In der Küche des Marburger Esszimmers kann es schon mal hektischer zugehen, da fliegen Befehle, es wird (leise) geflucht. So auch am Sonntag, wenn auch mit einem kleinen Unterschied zu sonst: Die Amtssprache in der Küche ist nicht wie üblich deutsch, sondern englisch.

Seit dem frühen Morgen kocht das „Culinary Team Canada Juniors“ im Esszimmer, trainiert ein letztes Mal das Programm der „Warmen Küche“ vor der Weltmeisterschaft der exquisiten Cuisine, die vom 22. bis 26. November in Luxemburg stattfindet.

Der Stress ist der Mannschaft anzumerken, vor allem in den letzten Minuten vor dem Start.

Menü für 80 Gäste muss in fünf Stunden fertig sein

Die Aufgabe für das zehnköpfige Team: In fünf Stunden Fingerfood plus ein Drei-Gänge-Menü für rund 80 Gäste zubereiten und pünktlich um 19 Uhr servieren. Alles muss passen, auf die Minute genau getimed sein, perfekt aussehen und natürlich schmecken.

Das Menü für den Abend liest sich mehr als nur kanadisch angehaucht: Lachskartoffeln mit Räucherforelle und Ententortilla-Röllchen als Fingerfood, in Birkensirup eingelegter Lachs und Jakobsmuscheltimbale mit Hummer, Kalbsbacken-Tartelet und Kalbsmedaillon im Pilzmantel zur Hauptspeise, Schokoladenmoussebar und Mascarpone-Sauerampfereis zum Dessert.

Besonders stolz ist Craig Youdale, Leiter des „Canadian Food & Wine Institute“ und Team-Manager, auf die mitgebrachten kanadischen Weine, hergestellt von Studenten der Weinkellerei am Niagara College.

Europäische Zutaten müssen „erlernt“ werden

„So ein Testlauf ist sehr wichtig, gerade für ein Team, das nicht aus Europa kommt. Viele Zutaten wie Milch, Butter oder Sahne sind sehr unterschiedlich zu den kanadischen, das Team muss erst lernen, richtig damit umzugehen“, erzählt Bernd Siener, Chef de Cuisine im Marburger Esszimmer. „Trotzdem ist der Abend auch dazu da, Spaß zu haben und die deutsch-kanadische Freundschaft zu pflegen“, so Siener. Durch ihn kam auch der Kontakt zwischen der kanadischen Mannschaft und dem Esszimmer zustande Siener und der kanadische Team-Kapitän Olaf Mertens hatten gemeinsam ihre Koch-Ausbildung in Berlin absolviert und waren auch nach Olafs Auswanderung nach Kanada Freunde geblieben.

Das „Junior“-Team besteht aus fünf Köchen zwischen 20 und 24 Jahren und fünf Unterstützern. Gerade bei den Jüngeren bedeute das, dass manche zum ersten Mal in Europa seien, ein Teilnehmer habe zum ersten Mal überhaupt ein Flugzeug betreten, so Youdale, da gebe es viel, an das man sich gewöhnen müsse. Das Team des Niagara-On-The-Lake-College hatte sich im vergangenen Jahr bei nationalen Meisterschaften als beste Mannschaft Kanadas hervorgetan und sich so den Weg zur Weltmeisterschaft in Luxemburg geebnet.

Youdales Erwartungen an das Team: „To perform well“ - gut abzuschneiden. Positionen oder Medaillen seien schwer vorherzusagen, aber das nächste große Ziel sei ganz klar die Kulinarische Olympiade in Erfurt 2016.

Zu Ende des Testlaufs zeigten sich nicht nur Youdale, Mertens und Siener sehr zufrieden mit der Leistung des Teams, auch die Gäste quittierten den reibungslosen Abend und das tadellos servierte Menü mit langem Applaus.

von Lisa-Martina Klein

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wirtschaft

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr