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"Nacht der Gießereiberufe" bei Winter

Unternehmen "Nacht der Gießereiberufe" bei Winter

Die Werbung von Fachkräfte-Nachwuchs gewinnt an Bedeutung und so lud auch die Eisengießerei Fritz Winter potenzielle Auszubildende in die eigenen Werkshallen ein.

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Eine Arbeit, bei der Vorsicht geboten ist: Schüler beim Einsetzen von Bauteilen in der Kernmacherei der Firma Fritz Winter.Foto: Klaus Böttcher

Stadtallendorf. Zu einer „Nacht der Gießereiberufe“ hatte das Unternehmen Schüler von vier Schulen eingeladen, die demnächst ihren Abschluss machen. 35 Jungen von der Stadtallendorfer Georg-Büchner-Schule, der Kirchhainer Alfred-Wegener-Schule, der Gesamtschule Ebsdorfergrund und der Mittelpunktschule Wohratal waren mit den Lehrkräften der Einladung gefolgt.

Einer von ihnen war zum Beispiel der junge Öner, der mit einer kleinen Gruppe an einem großen Tisch in der Ausbildungswerkstatt stand. Vor ihnen lag eine Zeichnung und Material und ihre Aufgabe bestand darin, das Teil gemäß der Zeichnung zusammen bauen. Öner geht in die Klasse H8 der Georg-Büchner-Schule und ist dabei seinen Hauptschulabschluss abzulegen. Ganz begeistert bei der Sache, versicherte er, dass er die Zeichnung lesen kann und freute sich über das Erfolgserlebnis.

„Das gefällt mir gut“, fand Öner und kann sich vorstellen bei Winter in die Ausbildung zu gehen. Es sei „gut, dass die Firma so einen Tag veranstaltet“.

Die Veranstaltung wurde als Ergänzung zum jährlichen Tag der Ausbildung durchgeführt.

„Müssen Schüler ins Unternehmen holen“

Auch bei der Nacht der Gießereiberufe sei es der Firmenleitung wichtig, dass die jungen Menschen in Kontakt mit den Auszubildenden der Firma kommen und sich bei ihnen umfangreich informieren können. „Wir wollen zeigen, was eigentlich alles in einer Eisengießerei so los ist“, sagte der Personalleiter Andreas Fiedler.

Es war die erste Veranstaltung dieser Art. Sie diente der Erhöhung des Bekanntheitsgrades der Ausbildungsberufe zum Gießereimechaniker und zum Modellbauer und sollte bei Schülern das Interesse daran wecken. „Wir müssen die Schüler ins Unternehmen holen, damit sie live vor Ort sehen können, wie das Eisengießen funktioniert. Uns war aber auch bewusst, dass es am besten ist, wenn sie selbst mit den eigenen Händen etwas machen können“, erläutert Fiedler die Überlegungen des Unternehmens.

Die Schüler wurden in drei Gruppen geteilt und jeweils nur eine Gruppe blieb im Ausbildungszentrum, während die anderen beiden Gruppen die rauhe Werksluft schnuppern durften. An einer Station wurde die Handformerei geübt, wozu ebenso viel Geschick gehörte, wie an der nächsten Station bei der Kernmacherei. Die Jugendlichen durften selbst die Kerne in die Form legen und verschrauben. An einer weiteren Station hatten die Schüler die Gelegenheit, mit der entsprechenden Schutzkleidung flüssiges Eisen in Formen zu gießen.

Wenn die Gießerei ihr Ziel erreicht hat, hat die Aktion bei dem ein oder anderen den Entschluss reifen lassen, sich zunächst einmal für einen Praktikumsplatz zu bewerben und dort später vielleicht zu arbeiten. Aber auch Physiklehrerin Barbara Voeth von der Georg-Büchner-Schule wäre das recht. Sie fand, dass „es wichtig ist, dass die Jugendlichen einen Einblick bekommen und sehen welche Tätigkeiten dahinter stecken. Neben der Arbeit, wo man sich die Finger schmutzig macht, wird auch an Maschinen programmiert und mit Computern umgegangen.“ In der dreijährigen Ausbildung zum Gießereimechaniker absolviert jeder Azubi einen einjährigen Metallgrundlehrgang und durchläuft in den beiden weiteren Jahren alle Fachabteilungen.

von Klaus Böttcher

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