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Nach der Krönung geht‘s zur Ernte

Hessen startet in Kartoffelsaison Nach der Krönung geht‘s zur Ernte

Mit einem festlichen 
Auftakt samt Krönung der ersten Kartoffelkönigin fiel der Startschuss für die diesjährige hessische 
Kartoffelsaison auf dem Hofgut Dagobertshausen.

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Helfried Eden (von links), Betriebsleiter des Hofguts Dagobertshausen, Ministerin Priska Hinz, Johann Ferber, Aufsichtsratsvorsitzender MGH, und Kartoffelkönigin Lisa Schäfer bei der Kartoffelernte. Foto:

Quelle: Ina Tannert

Dagobertshausen. Auf zahlreichen Äckern der Region beginnt dieser Tage die Kartoffelernte – über den Saisonstart wacht ab sofort die frisch gekrönte Kartoffelkönigin „Lisa I“. Bei der ersten Ernte legte am Mittwoch auch die hessische Landwirtschaftsministerin Priska Hinz mit Hand an.

Stilecht per Traktor und Planwagen besuchte die Festgesellschaft am Mittwoch das Kartoffelfeld auf den rund 60 Hektar Ackerland, die zum Hofgut Dagobertshausen gehören. Entlang der betriebseigenen sonnenbeschienenen Getreide-, Spargel- oder Erdbeerfelder ging es hinaus zur ersten Kartoffelernte des Jahres. Bei der Ernte der Sorte „Laura“ machten die Gäste sich ein Bild von der diesjährigen Qualität der Kartoffeln, legten beim Sortieren auf dem Vollernter selber Hand an.

Eröffnung Kartoffelsaison 2016 in Dagobertshausen.

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Die Erdfrüchte hatten in diesem Jahr unter den teils starken Regentagen und wechselhaften Temperaturen zu leiden. „Das Jahr begann zu kalt und später wurde es zu warm“, erklärte Ministerin Hinz. Hessenweit würden die Erwartungen der Landwirte „wahrscheinlich nicht erfüllt“. Durch ausländische Konkurrenz werde der Kartoffelpreis zudem unter Druck gesetzt, sehe derzeit jedoch noch „ganz gut“ aus.

Der Kartoffelanbau in Hessen wuchs mit einer Anbaufläche von hessenweit rund 4400 Hektar um 700 Hektar weiter an – trotz sinkendem Pro-Kopf-Verzehr. Der Anbau werde „zunehmend zu einer Kultur der Spezialisten“, lobte die Ministerin. Sie begrüßte, dass sich landwirtschaftliche Betriebe und Direktvermarkter wie etwa das Hofgut an die regionale Nachfrage anpassen und Erzeugnisse „aus der Region für die Region“ anbieten, dabei nicht auf Überfluss produzieren.

Mit Schärpe und Krone ernannte Hinz die erste Hessische Kartoffelkönigin. Lisa Schäfer 
aus Solms ist ab sofort „Botschafterin für die liebste Knolle der Deutschen“, gratulierte Hinz und wünschte viel Freude im neuen Amt.

Ziel: Bewusstsein für Regionalität schärfen

Die 16-Jährige darf sich ab sofort „Lisa I.“ nennen und wird in Zukunft während öffentlichen Anlässen rund um die Kartoffel auftreten. Die mag die neue Königin als „interessantes Lebensmittel, aus dem man so einiges zaubern kann“. Sich selber sieht die 16-Jährige „als Repräsentantin, nicht nur für die Kartoffel, sondern für alle regionalen Produkte aus Hessen“, erklärte die frisch Gekrönte. Sie wolle mit dazu beitragen, „das Bewusstsein für Regionalität zu schärfen“.

Mit Sicherheit werde sie eine 
„gute Botschafterin für ein wichtiges Grundnahrungsmittel sein“, gratulierte unter anderem Landrätin Kirsten Fründt (SPD). Kartoffel und die gesamte Landwirtschaft hätten im heimischen Landkreis „eine große Bedeutung und einen Schwerpunkt“, betonte Fründt.

Dabei ist die Beliebtheit der Erdfrucht vom heimischen Feld lange nicht mehr so hoch wie in früheren Zeiten, sie hat ihren Status als „klassisches Vermarktungsprodukt der Höfe“ verloren, erinnerte Johann Ferber, Aufsichtsratsvorsitzender MGH „Gutes aus Hessen“.

Dass zunehmend landwirtschaftliche Unternehmen wie der „Vorzeigebetrieb in 
 Dagobertshausen“ versuchten, der steigenden Nachfrage nach regionalen Lebensmitteln gerecht zu werden, freue Verbraucher in ganz Hessen, lobte Ferber. Auch in Zukunft sollte verstärkt für die Regionalität der Produkte geworben werden.

von Ina Tannert

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