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„Bei der Telekom hilft nur Druck“

Telefonanschluss „Bei der Telekom hilft nur Druck“

Gut sechs Wochen wartete Hubert Kamm aus Niederwalgern auf seinen Telefonanschluss. Erst nachdem sich die OP einschaltete, gab es Bewegung.

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Eine rote Ampel leuchtet vor dem Emblem der Deutschen Telekom – symbolisch für viele Kunden, die mitunter lange auf einen Telefonanschluss warten müssen.

Quelle: Martin Gerten

Niederwalgern. Mehrfach waren dem 55-Jährigen stets neue Anschlusstermine mitgeteilt worden, auch wusste der Telekommunikationsriese nicht, dass ein Techniker bei Kamm vor Ort war, um zu schauen, ob es eine freie Leitung gebe ( wir berichteten).

Auf Anfrage der OP hatte die Telekom in der vergangenen Woche zugegeben, dass es „Unstimmigkeiten und Verwirrung“ in dem Fall gegeben habe. Das Unternehmen versprach jedoch, den Anschluss am 17. Oktober freizuschalten.

Am Mittwoch kam dann der Anruf von Hubert Kamm zur OP-Redaktion: „Ich rufe Sie an – und zwar von meinem Festnetz“, sagte er lachend. Außerdem habe er eine Gutschrift über 70 Euro in seinem Briefkasten gefunden. „Der Einsatz der OP hat sich also gelohnt“, so Kamm, „bei der Telekom hilft nur Druck.“

Dass das Unternehmen sich nur dann rührt, hat auch ein weiterer OP-Leser festgestellt, der anonym bleiben möchte. Er schildert seine Erfahrungen: „Bei meinem Nachbarn und in unserem Haus gibt es insgesamt fünf Festnetzanschlüsse, die seit zwei Monaten partiell oder total gestört sind.“

Drohung führte zum Erfolg

Jeder der Teilnehmer habe mehrfach Störungsmeldungen abgesetzt – Service-Termine seien daraufhin zwar vereinbart, aber nicht eingehalten worden. „Man wartet dann vier bis fünf Stunden auf den Techniker und stellt fest, dass wieder einmal niemand gekommen ist“, so der Marburger. Obwohl fünf benachbarte ­Anschlüsse betroffen gewesen seien, habe die Telekom nie die gemeinsame Leitung geprüft, sondern die Vorfälle immer isoliert betrachtet.

Der Marburger berichtet weiter, dass sein E-Mail-Konto durch die Störungen vollgelaufen sei – neben geschäftlichen Anfragen auch mit Spam-Mails. Das habe dazu geführt, dass ihm das Konto wegen Überschreiten des Speicherplatzes gesperrt worden sei.

„Hier handelt es sich nicht um Kinderspiele, die gestört sind, sondern um wissenschaftliche Arbeit und um ­internationale Kommunikation“, berichtet der Mann. Und auch sein Notruf-
Telefon sei – ebenso wie der Enter­tain-Anschluss – seit zwei Monaten gestört.

Letztlich habe er den Sachverhalt in einem Brief ausführlich geschildert und diesen an die Telekom gesendet – mit der Drohung, nicht nur die ­Presse, sondern auch die Politik einzuschalten. „Drei Tage später machten sich Arbeiter daran, ein Erdkabel freizulegen. Internet und Telefon funktionierten 
 wieder“, berichtet der Marburger. Einen Tag später sei die ­Verbindung nach Ansage noch einmal für wenige Stunden gekappt worden, um ein neues Kabel ­anzuschließen. „Seitdem funktioniert der Anschluss anstandslos. Warum nicht gleich?“, fragt der Mann. Er ist überzeugt: „Das war das Resultat meines ,Erpresser-Briefs‘.“

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